Türkischer Windpark mit Anlagen von Nordex. / Foto: Nordex

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Vestas stellt größten Windpark Afrikas fertig – Yingli Green Energy sucht Wege aus den Schulden – Capital Stage plant Squeeze-out

Wenig Bewegung gab es in dieser Woche bei den Indizes: Der Dax verharrte annähernd auf dem Niveau der Vorwoche und legte bis Freitagmittag um 25 Punkte auf 12.057 Punkte zu. Ähnlich stagnierte der US-amerikanische S&P 500 Index, der aber knapp 6 Punkte einbüßte auf 2.374 Punkte. Mit einem Plus von 0,4 Prozent erreichte der japanische Nikkei-Index 19.625 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index notierte nur 7 Punkte über dem Vorwochenkurs und lag damit bei 23.567 Punkten. Das Barrel Öl der Sorte Brent verbilligte sich im Wochenverlauf deutlich, der Preis fiel um 5 Prozent auf 52,34 Dollar. Der Goldpreis sackte um 2,6 Prozent ab, eine Feinunze kostete am Freitagmittag 1.196,68 Dollar. Der Euro legte wieder um 0,7 Prozent zu und kostete 1,061 US-Dollar.


Windaktien

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat nach eigenen Angaben einen wichtigen Meilenstein in Irland erreicht und dort Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 529 Megawatt (MW) installiert. Das entspricht einem Marktanteil von rund 20 Prozent. Nordex war zudem 2016 erneut Marktführer in der Türkei: Mit rund 350 MW errichtete der Hersteller gut 25 Prozent der im Jahr 2016 zugebauten Leistung. Damit bleibe Nordex in Bezug auf den Gesamtmarkt ebenfalls Spitzenreiter: Mit 1,5 Gigawatt (GW) habe das Unternehmen in der Türkei rund ein Viertel der Gesamtkapazität von 6,1 GW erreicht. Der Vertrieb habe die guten Errichtungszahlen in der Türkei 2016 mit einem starken Neugeschäft abgerundet. Mit einem Auftragseingang im Wert von 220 Millionen Euro knüpfte Nordex an die Vorjahre an.

Mit dem Bau des bisher größten Windparks in Afrika hat Vestas Wind Systems einen Meilenstein erreicht. Nun konnte der dänische Hersteller die letzte Windkraftanlage des Projektes am Turkana-See in Kenia errichten. Der Windpark soll in der zweiten Jahreshälfte ans Netz gehen und hat eine Gesamtleistung von 310 MW. Er soll 15 Prozent der Stromnachfrage in Kenia abdecken. Vestas hielt zunächst 12,5 Prozent der Anteile an dem Projekt, hat diese aber an den US-Internetkonzern Google verkauft. Die Mehrheit an dem Windpark gehört der Lake Turkana Wind Power Limited. Vestas verfügt über einen 15-jährigen Servicevertrag für den kenianischen Windpark.
Das finnische Energieunternehmen Fortum hat bei Vestas zudem 14 Windräder mit einer Gesamtleistung von 50 MW bestellt, die in dem norwegischen Windpark "Ånstadblåheia" in der Gemeinde Sortland errichtet werden. Die Anlagen sollen im dritten Quartal 2018 ausgeliefert werden. Vestas erhielt auch einen 5-jährigen "Active Output Management 5000"-Vertrag für sämtliche Servicedienstleistungen.

Solaraktien


Der Solarausrüster Singulus Technologies hat einen Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro aus China erhalten und soll Fertigungsanlagen dorthin liefern. Der Auftrag stehe derzeit noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Gremien. Die noch ausstehende Anzahlung für den Auftrag werde danach zeitnah erwartet, teilte das Unternehmen aus Kahl am Main mit.

In 2016 hat der Solarausrüster Manz seinen Verlust etwas verringert. Das zeigen jetzt veröffentlichte vorläufige Zahlen der Manz AG. Demnach konnte Manz den Umsatz von 222,0 Millionen Euro im Vorjahr um vier Prozent auf 231,0 Millionen Euro in 2016 steigern. Der Solarausrüster hat damit sein Ziel eines "signifikant" wachsenden Umsatzes verfehlt. Im operativen Geschäft erwirtschaftete Manz beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ein Minus in Höhe von 22,5 Millionen Euro (Vorjahr: minus 41,9 Millionen Euro). Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich der Jahresverlust auf 36,7 Millionen Euro, nach 58,2 Millionen Euro EBIT-Verlust im Vorjahr. Dies entspreche der letzten Prognose, so das Unternehmen. Der verringerte Verlust sei im Wesentlichen ein Ergebnis vielschichtiger Maßnahmen zur Kostensenkung.

Die Meyer Burger Technology AG darf laut einem Gerichtsurteil den Wandelpreis der in 2020 fälligen Wandelanleihe anpassen. Der angeschlagene Solarausrüster aus der Schweiz kann damit die geplante Rekapitalisierung vollziehen. Die Änderungen der Anleihebedingungen treten am 17. März 2017 in Kraft.

Einen Umsatzsprung für das Geschäftsjahr 2016 meldet der US-Dachsolaranlagen-Spezialist Sunrun, der seine Sonnenstromkraftwerke vor allem US-Privathaushalten im Komplettpaket samt Finanzierung anbietet. Das Unternehmen aus San Francisco steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 49 Prozent und verspricht sich weiteres Wachstum vom Neugeschäft mit Energiespeicher-Produkten. Auch das Ergebnis je Aktie wurde deutlich verbessert und betrug 0,87 Dollar. Im Vorjahr hatte Sunrun noch Verluste in Höhe von 53,1 Millionen Dollar verbucht, ein Minus von 0,96 Dollar je Aktie. Sunrun konnte die Gestehungskosten pro Watt gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent oder 0,31 Dollar senken. Die gesamten betrieblichen Aufwendungen betrugen 688,8 Millionen Dollar, ein Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Anlieferung für eine Aufdach-Solaranlage von Sunrun. / Foto: Unternehmen


Der kanadische Solarkonzern Canadian Solar hat eine Finanzierung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar vom China and Portuguese-speaking Countries Cooperation and Development Fund erhalten. Mit dem Geld sollen Solar-Projekte in Brasilien entwickelt werden, darunter das im Bau befindliche 191 MW-Projekt Pirapora I im Bundesstaat Minas Gerais.

Der kriselnde Solarkonzern SunPower aus Kalifornien will offenbar einen großen Solarpark in Chile verkaufen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei anonyme Quellen berichtete, sucht SunPower Käufer für den 100-Megawatt-Solarpark "El Pelicano" nahe der Stadt La Serena am Pazifik. Der Solarpark noch soll 2017 fertiggestellt werden, zur möglichen Höhe des Kaufpreises gab es keine konkreten Angaben. Reuters schätzte die Summe auf eine Zahl "im niedrigen Hunderte-Millionen-Bereich".

ReneSola, Solarkonzern aus China, hat einen Überblick über das laufende Projektgeschäft gegeben. Der Konzern bezeichnete die Aussichten selbst als "solide": Derzeit befänden sich Solar-Projekte mit einer Leistung von insgesamt 335 MW im Bau, finanziert durch Kredite und Zahlungsraten der Käufer. In Planung seien in diesem Jahr weitere Anlagen mit insgesamt über 550 MW. Schwerpunkte der geplanten Solaranlagen seien China und die USA, teilte das Unternehmen mit. In den Vereinigten Staaten plant ReneSola Projekte mit einem Umfang von 108 MW, 70 MW davon seien sogenannte "Community"-Solaranlagen, wo mehrere Haushalte Strom aus einer Anlage beziehen. Zum 31. Januar 2017 hat das Unternehmen die Planungen für über 393 MW Solar-Dachprojekte in China abgeschlossen.

Andere Aktien


Die Capital Stage AG, Betreiberin von Wind- und Solarparks, besitzt bereits einen Anteil von über 95 Prozent an der Chorus Clean Energy AG und möchte das Unternehmen nun offenbar ganz übernehmen. Dem Chorus-Vorstand ist ein sogenanntes Squeeze-out-Verlangen zugegangen. Demnach sollen die Aktien der Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung auf Capital Stage übertragen werden. Die Aktionäre entscheiden darüber auf der nächsten ordentlichen Hauptversammlung Mitte Juni. Details zur Höhe der Barabfindung will Capital Stage der Chorus Clean Energy AG noch mitteilen. Außerdem hat das Unternehmen fünf Solarparks in der italienischen Region Apulien mit einer Gesamtleistung von knapp 5 MW übernommen. Die Anlagen sind seit 2010 und 2011 am Netz. Das Investitionsvolumen beträgt rund 19,5 Millionen Euro. Verkäufer sind die Unternehmen Energiequelle GmbH, De Energy srl (Dextella Gruppe) und Stern Energy S.pA. Beide Parks erhalten eine Einspeisevergütung von durchschnittlich 0,3054 Euro pro Kilowattstunde.

Die VTG AG hat vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 veröffentlicht. Demnach ist der Umsatz zwar um vier Prozent auf 986,9 Millionen Euro geschrumpft, das Ergebnis aber dennoch angestiegen. Das Hamburger Unternehmen vermietet Eisenbahngüterwagen und organisiert Transporte auf der Schiene. Weil die VTG effizienter gewirtschaftet hat, ist das EBITDA in 2016 höher ausgefallen als im Vorjahr. Es stieg trotz des gesunkenen Umsatzes um 2,6 Prozent auf 345,3 Millionen Euro. Kassiert wurde die Gewinnprognose für 2018: Möglicherweise wird das Ergebnis je Aktie nicht wie angestrebt auf 2,5 Euro gesteigert. Für 2017 gab sich der VTG-Vorstand zuversichtlich und rechnet mit einer leichten Verbesserung bei Umsatz und Gewinn.

Bildhinweis: Druckkesselwaggons der VTG AG im Einsatz. / Foto: VTG AG


Steico SE will das Wachstum beschleunigen und eine weitere Produktionsanlage für Holzfaser-Dämmstoffe bauen. Diese Produkte werden laut dem Unternehmen aus Feldkirchen bei München bei der Fassaden- oder Dachsanierung eingesetzt und derzeit so stark nachgefragt, dass die bisherige Produktionskapazität von Steico kaum noch ausreiche. Erst im Februar hatte Steico die Verdoppelung der Produktion von Furnierschichtholz angekündigt. Diese neue Produktionsanlage soll Mitte 2018 in Betrieb gehen. Die nun angekündigte neue Produktionsanlage für Holzfaser-Dämmstoffe wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 gestartet. Beide neuen Anlagen kann das Unternehmen aus laufenden Kreditlinien finanzieren.

Die Daldrup & Söhne AG kann nach einem Gerichtsurteil ihr Kraftwerksprojekt in Neuried fortführen. Die Bohrtechnik- und Geothermiespezialistin aus Ascheberg in NRW teilte mit, das Verwaltungsgericht Freiburg habe die Klage der Stadt Kehl gegen die bergrechtliche Zulassung für vier Geothermiebohrungen in der Gemeinde Neuried abgewiesen. Eine Berufung habe das Gericht nicht zugelassen. Die Geysir Europe GmbH, an der die Daldrup & Söhne AG zu 75,01 Prozent beteiligt ist, plant in Neuried die Errichtung eines Geothermiekraftwerks mit einer elektrischen Leistung von rund 3,8 MW.

Die Helma Eigenheimbau AG, die auf Häuser mit nachhaltigen Energiekonzepten setzt, hat vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 veröffentlicht. In 2016 hat sie den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund 25 Prozent auf 263,8 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT sprang um 22 Prozent auf 22,2 Millionen Euro. Allerdings fiel die EBIT-Marge mit 8,4 Prozent nicht mehr so gut aus wie in 2015, wo sie auf 8,7 Prozent geklettert war. Das Ergebnis je Aktie stieg von 2,69 auf 3,37 Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich gegenüber dem Jahresende 2015 von 269,4 Millionen auf 286,8 Millionen Euro.

Der US-Biolebensmittel-Hersteller Hain Celestial hat wie erwartet eine Mitteilung der US-Börse Nasdaq erhalten: Demzufolge erfüllt das Unternehmen aufgrund fehlender Quartalsberichte nicht die Börsenregeln. Um einem Delisting zu entgehen, muss Hain Celestial zu einer Anhörung und dort darlegen, wie das Unternehmen künftig wieder die "Listing Rules" der Börse erfüllen wird.

Hydrogenics, Spezialistin für Wasserstofftechnologie aus Kanada, hat im Geschäftsjahr 2016 den Nettoverlust verringert. Allerdings schrumpfte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent. Für das gesamte Geschäftsjahr meldete das Unternehmen aus Mississauga in der kanadischen Provinz Ontario einen Verlust von 9,9 Millionen Dollar oder 0,79 Dollar je Aktie (2015: 1,12 Dollar Verlust je Aktie). Der Umsatz fiel auf 29,0 Millionen Dollar, ein deutlicher Rückgang gegenüber 2015: Damals hatte Hydrogenics einen Umsatz von knapp 36 Millionen Dollar erlöst. Ende Dezember lag der Auftragsbestand bei 106,6 Millionen Dollar, hieß es. Davon würden innerhalb der kommenden zwölf Monate voraussichtlich rund 38 Millionen Dollar umsatzwirksam.

Bildhinweis: Ein Bus mit Wasserstofftechnologie von Hydrogenics: Die Kanadier erlitten 2016 Umsatzeinbußen. / Foto: Unternehmen

Die Brennstoffzellen-Spezialistin FuelCell Energy hat im ersten Quartal 2017, das am 31. Januar endete, einen deutlichen Rückgang beim Umsatz verbucht. Das Unternehmen aus Danbury im US-Bundesstaat Connecticut steckt immer noch tief in den roten Zahlen. FuelCell Energy erwirtschaftete im ersten Quartal einen Umsatz von 17,0 Millionen Dollar gegenüber 33,5 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust belief sich für das erste Quartal auf 14,5 Millionen Dollar oder 0,39 Dollar pro Aktie, im Vergleich zu einem Verlust von 12,5 Millionen Dollar oder 0,48 Dollar pro Aktie im ersten Quartal 2016. Weil sich FuelCell Energy restrukturiere, seien die Kosten für das operative Geschäft gestiegen, teilte das Unternehmen mit.

Der kanadische Investor Brookfield Asset Management kauft den Solar- und Windparkbetreiber TerraForm Global aus den USA und übernimmt eine Mehrheit der Anteile an der Schwesterfirma TerraForm Power. Beide TerraForm-Unternehmen gehörten bislang dem insolventen US-Ökostromriesen SunEdison. Die Vorstände beider YieldCos haben der Transaktion mit Brookfield bereits zugestimmt, ebenso SunEdison. Zustimmen müssen noch die Aktionäre und das zuständige Insolvenzgericht. Mit dem Abschluss der Transaktion wird aber bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres gerechnet. Nach Unternehmensangaben beträgt der Kaufpreis für TerraForm Global 1,3 Milliarden. An TerraForm Power wird Brookfield künftig einen Anteil von 51 Prozent halten, je Aktie zahlt der Asset Manager den Angaben zufolge 11,46 US-Dollar. Der Gesamtwert der Übernahme beträgt 6,6 Milliarden US-Dollar.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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