06.05.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas vervielfacht Quartalsverlust – First Solar schreibt tiefrote Zahlen – Biolebensmittelhändler Whole Foods Market fährt Rekordergebnis ein

Der deutsche Leitindex DAX büßte in der vergangenen Woche 3,5 Prozent ein und sank auf 6.561 Punkte. Leicht rückläufig war auch der US-amerikanische Dow Jones Index. Er verlor 0,3 Prozent und schloss bei 13.211 Punkten. Marginal verbessert ging der japanische Nikkei am vergangenen Freitag aus dem Handel. Er kletterte um vier Punkte auf 9.531 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ wurde 5,1 Prozent billiger. Es kostete 119,50 Dollar. Um 2,7 Prozent auf 8.194 Dollar gesunken ist der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“. 1,1 Prozent Wertverlust verbuchte der Euro. Er sank auf 1,309 Dollar.

Windaktien

Der dänische Windradhersteller Vestas Wind Systems hat im ersten Quartal 2012 trotz gestiegener Umsätze einen herben Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Das geht aus der jüngsten Bilanz des Unternehmens aus Randers hervor. Demnach wuchs der Quartalsumsatz für die ersten drei Monate um vier Prozent auf 1,105 Milliarden Euro. Dennoch gelangte Vestas tiefer in die Verlustzone: Nach 69 Millionen Euro Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal des Vorjahres fiel diesmal ein Fehlbetrag von 204 Millionen Euro an. Für einen Windpark in der ukrainischen Region Zaporozhye mit 90 Megawatt (MW) Leistungskapazität soll Vestas die Anlagen liefern. Bestellt worden seien 30 Turbinen. Auftraggeber ist laut Vestas die DTEK Gruppe, dieser Energieprojektierer sei eine Tochter der ukrainischen System Capital Management (SCM) Holding.

25 Windräder mit zusammen 50 MW Leistungskapazität soll der spanische Windturbinenhersteller Gamesa Corp. Tecnologia nach Uruguay liefern. Auftraggeber sei der spanische Technologiekonzern Abengoa S.A. Die Lieferung sei für den Windpark Peralta vorgesehen, erklärte das Unternehmen aus Zamudio im Baskenland.

Gute Geschäfte meldete der US-amerikanische Windkraftzulieferer Zoltek Companies aus St. Louis in Missouri für das zweite Quartal seines Fiskaljahres 2012. Der Umsatz des zurückliegenden Berichtszeitraums erhöhte sich auf Jahressicht um 26,7 Prozent und erreichte 47 Millionen Dollar. Zugleich gelang Zoltek die Rückkehr in die Gewinnzone: Nach 5,1 Millionen Dollar Nettoverlust im Vorjahresquartal erzielte der Windkraftzulieferer nun 3,3 Millionen Dollar Nettogewinn.

Solaraktien

Einen Monat nach der Pleite haben die Mitarbeiter der insolventen Q-Cells SE wieder reichlich zu tun. Wie Insolvenzverwalter Henning Schorisch erklärte, wird derzeit am Stammsitz in Bitterfeld wieder sieben Tage in der Woche gearbeitet. Angesichts der Geschäftsentwicklung sei er optimistisch, dass das einstige Flaggschiff der deutschen Solarbranche als Ganzes gerettet werden könne, so Schorisch. Q-Cells meldete seinerseits einen Auftrag aus Italien. Für eine große Dachsolaranlage in Italien hat der schwedische Möbelhändler Ikea Dünnschicht-Solarmodule mit sieben MW Leistungskapazität bei Q-Cells bestellt. Installiert werden sollen die Photovoltaik-Komponenten auf einem Hauptwarenhaus von Ikea in der norditalienischen Stadt Piacenza, so Q-Cells.

Einen verhaltenen Start ins Geschäftsjahr 2012 hat der Münchner Solarzulieferer Wacker Chemie AG hingelegt: Mit 66,5 Prozent weniger EBIT und 7,5 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum schloss die Wacker Chemie das erste Quartal 2012 ab. Hauptursache für die auf Jahressicht deutlich weniger rentablen Geschäfte im ersten Drittel 2012 seien geringere Margen für Solarsilizium und nach wie vor hohe Rohstoff- und Energiekosten, teilte das Unternehmen mit.

Für die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2012 meldete der Solarausrüster centrotherm photovoltaics AG einen erheblichen Ergebniseinbruch: Der Quartalsumsatz hat sich im Vergleich zum ersten Quartal 2011 mehr als halbiert. Er sackte von 189,3 auf 82,5 Millionen Euro ab. Und nach 17,7 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern im Vorjahresszeitraum verbuchte das Unternehmen aus Blaubeuren nun 42,9 Millionen Euro EBIT-Verlust.

Einen weiteren Auftrag zum Bau von Dachsolaranlagen auf der US-amerikanischen Inselgruppe Hawaii gab die Conergy AG bekannt. Auf den Dächern verschiedener Schulen des US-Bundesstaats soll der Hamburger Solarkonzern bis 2014 für die regionale Schulbehörde (Department of Education – DOE) Photovoltaikanlagen mit insgesamt vier Megawatt Leistungskapazität realisieren. Anlagenbetreiber und Finanzier sei die RC Energy, für die Behörde selbst entstünden keine Kosten, hieß es.

Die US-Tochter der insolventen Solon SE aus Berlin hat einen Vertriebserfolg an ihrem Heimatmarkt erzielt. Sie verkaufte eine zehn Megawatt starke Photovoltaikanlage nahe Kingman in der Mojave-Wüste im Bundesstaat Arizona an Duke Energy Renewables. Das Solarprojekt mit Namen Black Mountain soll im Oktober ans Stromnetz angeschlossen werden.

Mit 8,1 Prozent weniger Umsatz aber 17,9 Prozent mehr EBIT als im Vorjahreszeitraum hat der Solarausrüster Pfeiffer Vacuum AG aus Aßlar das erste Quartal 2012 abgeschlossen. Während der Umsatz von 143,6 Millionen Euro auf 132 Millionen Euro fiel, stieg das EBIT von 17 auf 20,1 Millionen Euro. Gelungen sei dies durch Effizienzmaßnahmen im Betriebsablauf, teilte der Hersteller von Vakuum-Pumpen mit.

Die Platzierung einer Unternehmensanleihe hat dem schweizerischen Solarausrüster Meyer Burger Technology AG aus Baar im Kanton Zug 91,5 Millionen Euro frisches Kapital beschert. Die Rückzahlung des mit fünf Prozent fest verzinsten Wertpapiers ist 2017 fällig. Verwenden werde Meyer Burger das Kapital für Forschung und Entwicklung, hieß es. Die Emission erfolgte durch ein schweizerisches Bankkonsortium, das aus der Züricher Kantonalbank, Credit Suisse und UBS Investment Bank bestand.

Zwei Kunden aus Bulgarien haben bei dem norwegischen Solarkonzern Renewable Energy Corporation (REC) Solarmodule mit insgesamt 20 MW Leistungskapazität bestellt. Je 10 MW soll REC an die Unternehmen Alma-D Ltd. und Elektro-Solar Systems Ltd. für zusammengenommen fünf Solarkraftwerke an unterschiedlichen Standorten im Land liefern. Das gab REC bekannt.

Laut dem Quartalsbericht für die ersten drei Monate 2012 hat der US-Solarkonzern SunPower einen drastischen Gewinneinbruch erlitten. Und das obwohl das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern konnte. Das Unternehmen aus San José in Kalifornien erlitt einen Nettoverlust von 74,53 Millionen US-Dollar. Im ersten Quartal 2011 hatte SunPower lediglich 2,1 Millionen Dollar Nettoverlust verbuchen müssen. Der Quartalsumsatz kletterte verglichen mit dem Vorjahresquartal von 451,4 Millionen auf 494,1 Millionen Dollar. Für Schulen und Einrichtungen im US-Bundesstaat Kalifornien hat SunPower 40 Dachsolaranlagen fertiggestellt. Sobald elf weitere Photovoltaikanlagen ans Stromnetz angeschlossen seien, sei der Auftrag zur Errichtung von Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 12,1 Megawatt komplett, so SunPower. Installiert wurden die Anlagen im Distrikt Mount Diablo. An den US-Solarprojektierer K-Road Power hat der Solarkonzern außerdem die Projektrechte an einer Solaranlage mit insgesamt 25 MW Leistungskapazität verkauft, die derzeit in Modesto in Kalifornien realisiert wird.

Eine millionenschwere Finanzspritze von einer chinesischen Staatsbank hat der chinesisch-kanadische Solarkonzern Canadian Solar erhalten. Das von Asiaten geführte Unternehmen mit Hauptsitz in Ontario und Produktionsstätten in China erhielt umgerechnet 92,3 Millionen Euro als Darlehen von der Bank of China. Mit dem Geld sollen verschiedene Projekte finanziert werden, hieß es. In Bulgarien hat Canadian Solar unterdessen ein Photovoltaik-Kraftwerk mit 3,3 MW Leistungskapazität ans Stromnetz angeschlossen. Errichtet worden sei die Anlage auf dem Gelände des Auftraggebers, des bulgarischen Lebensmittel- und Getränkekonzerns Philicon 97 SA in Plovdiv.

Tief in die Verlustzone ist der US-amerikanische Solarkonzern First Solar Inc. im ersten Quartal 2012 gestürzt. Die Spezialistin für Dünnschichtphotovoltaik-Technologie aus Tempe in Arizona fuhr in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres rund 450 Millionen Dollar Nettoverlust ein. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte First Solar noch 116 Millionen Dollar Nettogewinn erzielt. Auch der Quartalsumsatz brach auf Jahressicht ein: Er sackte um 14 Prozent von 567,3 auf 497 Millionen Dollar ab. Vor allem Rückstellungen vor Steuern und Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen hätten das Ergebnis beeinträchtigt, hieß es. Außerdem gab der Solarkonzern Umbesetzungen an der Konzernspitze bekannt: Nach neun Monaten im Amt als Übergangs-CEO tritt Gründer und Chairman Mike Ahearn diesen Posten an den bisherigen Marketingchef (Chief Commercial Officer, CCO) James Hughes ab. Den Posten als Chairman behalte Ahearn allerdings weiterhin, hieß es. Außerdem tritt Raffi Garabedian die Nachfolge von Dave Eaglesham als Technologievorstand an. Letzerer gehe in Rente. Der neue Chief Technology Officer ist seit 2006 im Unternehmen. Unterdessen ist der Realisierung des First-Solar-Großprojekts Topas, ein Freiflächensolarpark mit 550 MW geplanter Leistungskapazität, in eine entscheidende Phase getreten. Die Hauptbauarbeiten an dem Photovoltaikkraftwerk in San Luis im kalifornischen Obispo County haben begonnen, meldete First Solar.
Bildnachweis: Techniker montieren Solarmodule von First Solar. / Quelle: Unternehmen.


Schwere Verluste hatte auch der chinesische Solarkonzern LDK Solar Co. Ltd. im vierten Quartal 2011 zu verkraften. Das geht aus vorläufigen Berechnungen hervor, die das Unternehmen aus Xinyu veröffentlichte. Demnach beschloss LDK das letzte Quartal 2011 mit 564,4 Millionen Dollar Nettoverlust. Im Vorjahreszeitraum hatte LDK noch 145,2 Millionen Dollar Nettogewinn verbucht. Der Quartalsumsatz ist im Vergleich zum Vorjahresergebnis dieses Zeitraums von 920,86 Millionen Dollar um mehr als die Hälfte auf 420,2 Millionen Dollar geschrumpft.

Tief in die roten Zahlen ist zudem der chinesische Solarkonzern China Sunergy Co. Ltd. aus Nanjing gerutscht. Das geht aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens hervor. Der Nettoverlust im Geschäftsjahr 2011 belief sich demnach auf 94,3 Millionen Dollar. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 51,7 Millionen Nettogewinn erwirtschaftet. Besser als 2010 entwickelte sich der Umsatz von China Sunergy in 2011. Er stieg von 517,2 auf 566,2 Millionen US-Dollar.

Einen Auftrag zur Lieferung von Solarmodulen nach Japan meldete der chinesisch-koreanische Solarkonzern Hanwha SolarOne. Demnach hat die Erneuerbare-Energiesparte des IT-Mischkonzerns Softbank Corp. aus Tokio Solarmodule mit insgesamt 5,6 MW Leistungskapazität bei dem im chinesischen Quidong ansässigen Solarkonzern bestellt.

Bioaktien

Die 2 G Energy AG aus Heek im Münsterland hat die bislang vorläufigen Zahlen für 2011 nun bestätigt. Demnach hat der Hersteller von Kraftwärme-Kopplungsanlagen den Umsatz um 82 Prozent auf 167,3 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sprang im Vergleich zum Vorjahr um 100 Prozent auf 19,4 Millionen Euro. Die EBIT-Marge kletterte von 10,5 Prozent auf 11,6 Prozent. Dies erklärt das Unternehmen mit Verbesserungen etwa beim Materialeinsatz oder beim Personalaufwand.

Ungeprüften Berechnungen zufolge hat die AGO AG im ersten Quartal 2012 einen Gewinneinbruch um 36 Prozent auf 11,2 Millionen Euro erlitten. Die Bruttomarge werde allerdings von 4,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 7,5 Prozent gestiegen sein, teilte die Spezialistin für Kraftwärme-Kopplungsanlagen aus Kulmbach mit. Nähere Angaben zur Bilanz des ersten Quartals machte AGO nicht. Stattdessen bestätigte das Unternehmen die Zahlen für das Gesamtjahr 2011. Demnach kletterte der Jahresumsatz im Vergleich zu 2010 um 46 Prozent auf 69 Millionen Euro. Das erlaubte die Rückkehr in die Gewinnzone. Nach 7.760 Euro EBIT-Verlust 2010 erwirtschaftete die AGO AG 264.000 Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern in 2011. Zudem gelang der AGO AG ein Vertriebserfolg. Zudem meldete AGO zwei Vertriebserfolge aus dem In- und Ausland So habe ein deutscher Automobilhersteller eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage (KWKK) im Wert von 4,1 Millionen Euro bestellt. Die elektrische Leistung der Anlage soll vier MW und die Kälteleistung rund 2,7 MW betragen. Des Weiteren wurde die AGO AG damit beauftragt, für das südafrikanische Hotelprojekt „Afrikas grünstes Hotel“ am Flughafen Kapstadts eine Energiezentrale im Wert von 800.000 Euro zu errichten. Der Baubeginn sei auf Anfang 2013 festgelegt worden.

Andere Aktien

Die Steico SE aus Feldkirchen bei München hat trotz eines Umsatzanstiegs in 2011 weniger Gewinn erwirtschaftet als noch 2010. Wie der Hersteller von Dämmstoffen mitteilte, stieg der Umsatz 2011 gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent auf 144,82 Millionen Euro an. Das EBIT lag mit 7 Millionen Euro um 3,9 Millionen Euro niedriger als 2010. Damals hatte Steico 10,9 Millionen Euro EBIT erzielt.

Starke Zahlen hat die Karlsruher Telematik-Spezialistin init innovation in traffic systems AG vorgelegt: Verglichen mit dem Vorjahresergebnis stieg der Umsatz demnach um fast 40 Prozent von 14 auf 19,6 Millionen Euro. Ebenfalls leicht gewachsen ist das EBIT. Es kletterte auf 2,8 Millionen Euro nach 2,6 Millionen Euro im ersten Quartal des Vorjahres.

Ein Rekordergebnis hat der US-amerikanische Biolebensmittelhändler Whole Foods Market Inc. im zweiten Quartal seines Fiskaljahres 2012 erzielt. Der Umsatz sprang im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13,6 Prozent auf 2,67 Milliarden Dollar Der Nettogewinn des Quartals wuchs auf Jahressicht um 31 Prozent auf 117,7 Millionen Dollar. Der Berichtszeitraum mit Bilanzstichtag 8. April sei das stärkste Quartal in der gesamten 32-jährigen Unternehmensgeschichte gewesen, teilte das Unternehmen aus Texas mit.
Bildnachweis: Lebensmittelsortiment von Whole Foods Market. / Quelle: Unternehmen

Die US-amerikanische Biokaffeproduzentin Green Mountain Coffee Roasters Inc. befindet sich auf Wachstumskurs. Das zweite Quartal 2012 (Bilanzstichtag 24. März) beendete der Konzern aus Waterbury in Vermont mit 885,1 Millionen Dollar Umsatz – was im Vergleich zum Vorjahresquartal eine Steigerung um 38 Prozent bedeutet. Der Nettogewinn sprang auf 93 Millionen Dollar gegenüber 65,4 Millionen im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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