24.08.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas Wind Systems A/S steigert Umsatz und Gewinn im 1. Halbjahr – Solon SE schreibt tiefrote Zahlen – Mayr-Melnhof Karton AG rechnet mit weiterem Druck auf die Gewinnmargen

Der DAX hat in der vergangenen Woche um 2,89 Prozent auf 5.311 Punkte zugelegt. Der US-amerikanische Dow Jones verlor 0,51 Prozent auf 9.350 Punkte. Der japanische Nikkei gab 1,27 Prozent ab und sank auf 10.383 Punkte. Öl ist teurer geworden: ein Barrel der Sorte Brent Crude Oil kostete zum Wochenschluss 74,06 US-Dollar nach 72,32 Dollar in der Vorwoche (plus 2,4 Prozent). Der Kupferpreis sank um knapp vier Prozent auf 6.135 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 1,433 Dollar.


Windaktien

Der Cuxhavener Windpark-Projektierer PNE Wind AG will seinen Offshore-Windpark „Gode Wind II“ zusammen mit dem dänischen Windenergieanlagen-Hersteller Vestas Wind Systems A/S realisieren. Wie PNE Wind (vormals Plambeck Neue Energien) meldete, hat das Unternehmen eine entsprechende Vereinbarung mit Vestas Offshore A/S getroffen. Diese umfasse die gemeinsame technische Entwicklung für die Errichtung von 80 Vestas-Windenergieanlagen in dem bereits genehmigten Offshore-Projekt 33 Kilometer nördlich von Norderney.

Vestas Wind Systems A/S hat im zweiten Quartal 2009 nach vorläufigen Zahlen mit 1,211 Milliarden Euro rund elf Prozent mehr Umsatz gemacht als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Laut dem Unternehmen sank das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 15 Prozent auf 78 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz von 1,795 auf 2,316 Milliarden Euro. Das EBIT stieg von 126 auf 154 Millionen Euro. Vestas bekräftigte seine Umsatzprognose von 7,2 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand zum 30. Juni betrug demnach vier Milliarden Euro. Seitdem seien weitere Aufträge in Höhe von 700 Millionen Euro eingegangen, hieß es. 

Die koreanische Hyundai Heavy Industries Co. Ltd. hat 17 elektrische Komplettsysteme für Windturbinen bei der American Superconductor Corporation (AMSC) bestellt. Wie AMSC mitteilte, sind die Systeme zur Herstellung von Windturbinen mit einer Leistung von 1,65 Megawatt (MW) vorgesehen, die auf Lizenzen der AMSC-Tochter Windtec beruhen. Darüber hinaus habe Hyundai auch einen Vertrag mit Windtec für die Nutzung von Designs für 2-Megawatt-Turbinen abgeschlossen.


Solaraktien

Für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2008 meldete das hessische Erneuerbare-Energie-Unternehmen BGI EcoTech AG Umsatzerlöse in Höhe von 56,6 Millionen Euro. Das EBIT betrug den Angaben zufolge 3,4 Millionen Euro. Das Ergebnis pro Aktie gab BGI mit 0,23 Euro an. Aussagekräftige Vergleichszahlen für das Vorjahr gibt es aufgrund der Übernahme der Ralos Vertriebs GmbH und der damit verbundenen Geschäftsausweitung nicht. Zum 31.12.2008 lag die Bilanzsumme von BGI bei 65 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf 52 Millionen Euro.

Die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG hat im ersten Halbjahr 2009 deutlich weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Wie der Solarkonzern berichtete, sank das EBIT auf 390.000 Euro (1 HJ 2008: 1,04 Millionen Euro). Die Umsatzerlöse verringerten sich auf 31,6 Millionen Euro (VJ: 40,2 Millionen Euro). Das Unternehmen machte im Zusammenhang mit dem Einbruch „erhebliche Vorlaufkosten“ für die geplante Ausweitung der Geschäftstätigkeit im zweiten Halbjahr geltend. Vorstandsvorsitzender Dr. Karl Kuhlmann bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr. Das Umsatzvolumen solle bei 125 bis 140 Millionen Euro liegen, bei einem EBIT in der Spanne von 5 bis 8 Millionen Euro.

Mit einem Absacken des EBIT von 50,5 auf 21,5 Millionen Euro im Jahresvergleich hat die Crystalox Solar PLC ihr erstes Halbjahr abgeschlossen. Der Umsatz ging leicht von 126,3 auf 121,6 Millionen Euro zurück. Ausgeliefert wurden Wafer mit einer Gesamtkapazität von 100 MW (1 HJ 2008: 110 MW). Im Gesamtjahr hofft PV Crystalox 210 bis 230 MW Wafer abzusetzen.

Zwei Solarparks mit einer Gesamtleistung von 550 MW soll die First Solar Inc. für den Versorger Southern California Edison errichten. Wie das Unternehmen aus Tempe, Arizona, mitteilte, sollen die Arbeiten 2012 und 2013 beginnen und 2015 abgeschlossen werden. Das Los Angeles Department of Water and Power hat First Solar den Angaben zufolge beauftragt, bis 2011 einen 55-MW-Solarark in Imperial County zu bauen. Finanzielle Details der Aufträge wurden nicht mitgeteilt.

Die Solar Millennium AG hat den Umsatz im Zeitraum vom 1.11.2008 bis zum 30.6. 2009 von 12,3 auf 42,5 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT vervielfachte sich von 1,1 auf 5,9 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss stieg von 0,3 auf bei 4,6 Millionen Euro. Laut dem Unternehmen entfiel der Zuwachs maßgeblich auf die Geschäftsfelder Technologie und Projektfinanzierung. Die Bilanzsumme stieg zum 30.6. von 272,1 auf 327,9 Millionen Euro, die liquiden Mittel gingen zurück von 125,1 auf 102 Millionen Euro. Nach dem Berichtsstichtag wurden die Anteile an Andasol 1 und 2 verkauft. Im Geschäftsjahr 2008/2009 will Solar Millennium 150 Millionen Euro Umsatz und ein EBIT von 30 Millionen Euro plus Ergebnis-Sondereffekt von zwölf Millionen Euro erwirtschaften.
Seine US-Aktivitäten plant Solar Millennium künftig in dem Joint Venture Solar Trust of America LLC zu bündeln. Über verbundene Unternehmen halte man 70 Prozent an Solar Trust of America, hieß es. MAN Ferrostaal AG aus Essen kontrolliere die restlichen 30 Prozent. Bisher verfüge die US-Sparte über Verträge zur Realisierung von Solarkraftwerken mit einer Gesamtkapazität von bis zu 726 MW.

Für einen Kaufpreis von zwei Millionen Dollar trennt sich das kanadische Solarunternehmen Carmanah Technologies Corp. von seiner LED-Leuchten-Tochter Carmanah Signs Inc.. Wie Carmanah aus Victoria in der Provinz British Columbia mitteilte, wird die Sparte an den Carmanah-Gründer David Green verkauft. Nach der Trennung von der LED-Sparte will sich das Unternehmen ganz auf den Markt der Solarleuchten konzentrieren und dort eine dominante Rolle spielen.

Die US-amerikanische Solarzellenherstellerin Emcore Corp. hat im dritten Quartal ihres Geschäftsjahres, das zum 30. Juni endet, ihren Verlust aus betrieblicher Tätigkeit auf 46 Millionen Dollar gesteigert, nach einem Verlust von 25,9 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Umsatz belief sich auf 38,5 Millionen Dollar (minus elf Prozent). Der Bruttoverlust sank von 7,0 Millionen Dollar im dritten Quartal 2008 auf 2,4 Millionen Dollar. Im laufenden Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 38 bis 42 Millionen Dollar.

Die centrotherm SiTEc GmbH, eine Tochter der centrotherm Photovoltaics hat im chinesischen Xian eine Anlage zur Produktion von Polysilizium fertiggestellt. Sie wurde für den Kunden Shaanxi Tianhong Silicon Industrial Corporation in Betrieb genommen. Die erste Ausbaustufe ist auf eine jährliche Produktion von rund 1.250 Tonnen angelegt. 

Die Conergy AG nimmt je zwei neue Produktionslinien für Solarzellen und Solarmodule in Frankfurt an der Oder in Betrieb. Wie das Unternehmen aus Hamburg mitteilte, wird der Output des Werks mindestens verdoppelt. 

Das EBIT der chinesischen Trina Solar Ltd. sank im zweiten Quartal von 29,1 Millionen Dollar in 2008 auf 18,6 Millionen Dollar. Wie das Unternehmen aus Changzhou berichtete, verringerte sich der Umsatz im Jahresvergleich um 26,5 Prozent auf 150 Millionen Dollar. Ausgeliefert wurden Module mit einer Gesamtleistung von 63,9 MW (VJ: 47,6 MW). Der Nettogewinn überstieg mit 18,9 Millionen Dollar den Vorjahreswert von 17,1 Millionen Dollar. 
Im Gesamtjahr sollen Module im Gesamtumfang zwischen 350 und 400 MW verkauft werden, was eine Steigerung von 74 bis 99 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeuten würde. Über eine Kapitalerhöhung im Volumen von 675.000 neuen Aktienzertifikaten hat Trina Solar eigenen Angaben zufolge 142,5 Millionen Dollar eingenommen. Jedes Zertifikat entspricht 100 Aktien der Gesellschaft. 

Massiv in die roten Zahlen gerutscht ist der Berliner Solarmodulhersteller Solon SE im ersten Halbjahr 2009. Wie das Unternehmen berichtete, sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf minus 42,7 Millionen Euro (VJ: plus 37 Millionen Euro). Das (EBIT) ging von positiven 31,5 Millionen auf negative 52,6 Millionen Euro zurück. Das Finanzergebnis verschlechterte sich demnach von minus 4,3 auf minus 74,2 Millionen Euro. Der Konzernumsatz sank um 71 Prozent auf 119,4 Millionen Euro. Das Konzernergebnis nach Minderheiten betrug minus 110,1 Millionen Euro (VJ: plus 17,9 Millionen Euro). Mit einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm will Solon seine Kosten jährlich um 15 Millionen Euro senken. Angesichts der aktuellen Marktunsicherheit verzichte man auf eine Prognose, so das Unternehmen.

Mit einem Verlust von rund sieben Millionen Dollar hat die SatCon Technology Corp. aus Boston, USA, ihr zweites Quartal 2009 abgeschlossen (Vorjahreswert: minus 5,1 Millionen Dollar). Der Umsatz brach um 31 Prozent auf 9,2 Millionen Dollar ein. Der Halbjahresverlust aus betrieblicher Tätigkeit stieg im Jahresvergleich von 7,8 auf 12,2 Millionen Dollar, der Umsatz ging um drei Prozent auf 24,1 Millionen Dollar zurück. Als Hauptgründe für das Ergebnis führte das Unternehmen die globale Rezession und das Fehlen von Finanzmitteln zur Realisierung solarer Großprojekte an. 

Die US-amerikanische Solarausrüsterin Spire Corporation hat trotz eines deutlich gestiegenen Umsatzes ihren Halbjahresverlust vervielfacht. Wie das Unternehmen aus Bedford im US-Bundesstaat Massachusetts mitteilte, stieg der Halbjahresumsatz im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 29,6 Millionen Dollar, der Nettoverlust kletterte von 0,79 auf 6,1 Millionen Dollar. Der Anteil des Solargeschäfts am Gesamtumsatz sei von 51 auf 86 Prozent gestiegen, so Spire. Die Silicon Valley Bank hat dem Unternehmen den Angaben zufolge einen Rahmenkredit von acht Millionen Dollar gewährt.

Das schweizerische Solarunternehmen Oerlikon Solar soll eine 120-MW-Anlage zur Produktion von Dünnschicht-Solarmodulen in der autonomen russischen Republik Tschuwaschien errichten. Auftraggeber ist ein Joint Venture von Renova, einer Großaktionärin der OC Oerlikon Corporation AG, der Mutter von Oerlikon Solar, und der Russian Corporation of Nanotechnologies (Rusnano). Der Auftrag beinhalte auch einen Wartungsvertrag über mehrere Jahre für Oerlikon Solar, hieß es. 


Bioenergieaktien

Die Schwandorfer Schmack Biogas AG hat den ersten Auftrag aus Frankreich erhalten. In St. Gilles du Mené, Bretagne, errichtet der Biogasanlagenbauer demnach ein Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 1,6 MW. Das Auftragsvolumen liege bei über zwölf Millionen Euro, so Schmack. 

Die Petrotec AG hat im ersten Halbjahr einen Umsatz von 11,6 Millionen Euro erwirtschaftet, nach 41,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT verbesserte sich von minus 11,3 auf minus 4,7 Millionen Euro. Der Periodenverlust belief sich auf 5,7 Millionen Euro nach 11,0 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,49 Euro, nach minus 1,04 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Borkener Biokraftstoffhersteller sieht seine Lage weiterhin als angespannt. Man werde weiterhin auf die finanzielle Unterstützung des Großaktionärs ICG oder von Banken angewiesen sein.


Andere Aktien

Die börsennotierte Spezialistin für Wärmedämmverbundsysteme aus Stühlingen, Sto AG, hat im ersten Halbjahr 2009 ein Drittel ihres Vorjahresergebnisses eingebüßt. Wie das Unternehmen berichtete, sank das EBIT von 30,6 auf 19,8 Millionen Euro. Der Umsatz verringerte sich um 7,3 Prozent auf 412,9 Millionen Euro. Das Unternehmen erwartet im Gesamtjahr 2009 einen rückläufigen Konzernumsatz und einen verringerten Konzerngewinn. Dabei sei von einem erheblich stärkeren Rückgang beim Gewinn als beim Umsatz auszugehen. 

Die Kulmbacher Spezialistin für Energieversorgungsanlagen AGO AG Energie + Anlagen hat ihre Beteiligung an der Projektgesellschaft HolSoTherm GmbH von 74,48 auf 100 Prozent erhöht. Wie AGO meldet, wurde über den Kaufpreis der Beteiligungserhöhung Stillschweigen vereinbart. Weiter berichtete die AGO AG, dass die Energiezentrale für eine neue Brauerei von Heineken in Südafrika fertiggestellt wurde. Der Auftragswert lag bei 3,8 Millionen Euro. 

Im 1. Halbjahr 2009 hat der österreichische Karton- und Faltschachtelhersteller Mayr-Melnhof Karton AG (MMK) 14 Prozent weniger Umsatz erzielt als im Vergleichszeitraum 2008. Das EBIT sank um 12,6 Prozent auf 70,2 Millionen Euro (1 Hj. 2008: 80,3 Millionen Euro). Der Halbjahresüberschuss verringerte sich um lediglich 6,3 Prozent auf 51,9 Millionen Euro (Vorjahr: 55,4 Millionen Euro). Eine Trendwende der Marktentwicklung scheine nicht erkennbar, so MMK. Der Druck auf die Margen werde zunehmen.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.



Bilder: Hohlspiegel in einem Solarrinnenkraftwerk der Solar Millennium AG; Biogasanlage der Schmack Biogas AG. / Quelle: Unternehmen
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