Siemens Gamesa konnte in jüngster Zeit zwei Großaufträge an Land ziehen. / Foto: Unternehmen

22.09.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas Wind Systems kauft eigene Aktien zurück – Yingli Green Energy steigert Umsatz – Steico will Wachstum durch Kapitalerhöhung schaffen

Gegenüber der Vorwoche legte der deutsche Aktienindex DAX etwa 0,5 Prozent zu. Am Freitagmittag notierte er bei 12.593 Punkten. Aufwärts ging es ebenfalls beim US-amerikanischen S&P 500-Index: Er notierte mit 2.499 Punkten etwa 0,2 Prozent im Plus. Der japanische Nikkei-Index verbesserte sich erneut deutlich um fast 1,6 Prozent auf 20.336 Punkte. Einen Anstieg von 0,4 Prozent verzeichnete der chinesische Hang Seng Index mit 27.882,84 Punkten. Der Ölpreis für ein Barrel der Sorte Brent stieg um 0,8 Prozent auf 56,33 Dollar je Barrel. Der Preis für die Feinunze Gold fiel hingegen erneut deutlich um rund 2,1 Prozent auf 1.296 Dollar. Der Euro-Kurs verbilligte sich um fast 0,5 Prozent auf 1,2 US-Dollar.


Wind-Aktien

Der dänische Windkraftanlagen-Hersteller Vestas Wind Systems hat ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von mehr als 4,46 Milliarden Dänische Kronen (etwa 600 Millionen Euro) angekündigt. Der Aktienrückkauf begann am 17. August 2017 und soll am 29. Dezember 2017 abgeschlossen sein, wie das Unternehmen mitteilte. Zwischen dem 11. Und dem 15. September wurden bereits mehr als 2,1 Millionen Vestas-Aktien im Gegenwert von 1,19 Milliarden Dänische Kronen (knapp 16 Millionen Euro) zurückgekauft. Ziel des Programms ist es, die Kapitalstruktur von Vestas zu ändern. Zudem will das Unternehmen verstärkt seine Mitarbeiter mit Aktien am Unternehmen beteiligen.

Das deutsch-spanische Unternehmen Siemens Gamesa erhält erneut einen Großauftrag: Der Windradhersteller soll im nächsten Jahr 28 Windkraftanlagen nach Argentinien liefern, in die Provinz La Rioja.
Die Gesamtleistung des Projekts beziffert Siemens Gamesa auf 97 Megawatt. Laut dem Unternehmen sei der "Auftrag ein Meilenstein". Argentinien will die Erzeugung von grünem Strom deutlich ausweiten: Bis 2025 sollen knapp 20 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Termin für die Auslieferung ist das zweite Quartal 2018. Über das finanzielle Volumen des Großauftrags machte das Unternehmen keine Angaben. In der Windenergiebranche gilt jedoch eine Regel: Ein Megawatt kostet etwa eine Million Euro.

Es gibt noch einen weiteren, noch größeren Auftrag für Siemens Gamesa Renewable Energy: 150 Windkraftanlagen für das Windkraftprojekt Xilinhot in der Inneren Mongolei, einem autonomen Gebiet Chinas. Die Installation soll im zweiten Quartal 2018 beginnen. Die Fertigstellung des Windparks mit einer Nennleistung von zusammen 300 Megawatt (MW) ist für Ende 2018 geplant. Siemens Gamesa soll später übernimmt auch die Betriebsführung des Windparks übernehmen.
Siemens Gamesa ist einer der wenigen ausländischen Windradhersteller, die in China in höherem Umfang aktiv sind. Das Unternehmen verfügt über eine Produktion in China und hat dort bereits hunderte Windräder errichtet.


Solar-Aktien 

Der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy hat seine ungeprüften Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2017 präsentiert. Demnach hat das Unternehmen beim Umsatz sehr kräftig zugelegt, bleibt aber in der Verlustzone. Wie Yingli mitteilte, lag der Umsatz im zweiten Quartal 2017 bei umgerechnet 486,1 Millionen US-Dollar, gegenüber rund 183 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2017. Auch im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres (rund 372 Million US-Dollar) hat sich der Umsatz im zweiten Quartal 2017 deutlich um über 30 Prozent erhöht.                           
Hauptgrund für den Umsatzanstieg war ein höherer Absatz von Solarmodulen im einheimischen chinesischen Markt. Dort konnte Yingli im zweiten Quartal Module mit einer Leistung von 992 Megawatt (MW) absetzen, nach 243 MW im ersten Quartal. In China haben Solarparks, die bis Ende Juni 2017 in Betrieb gingen, einen höheren Einspeisetarif erhalten. Insofern ist es möglich, dass es Vorzieheffekte gab und das höhere Absatzniveau des zweiten Quartals 2017 in der Folge nicht zu halten ist. Der Bruttogewinn des Unternehmens  lag im zweiten Quartal 2017 bei nur noch rund 7,9 Millionen US-Dollar, gegenüber rund 68 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal des Vorjahres. Der Nettoverlust von Yingli Green Energy betrug im zweiten Quartal 2017 rund 43,9 Millionen US-Dollar. Bereits im ersten Quartal 2017 hatte das Unternehmen einen Nettoverlust von rund 27 Millionen US-Dollar verzeichnet.

Bildhinweis: Produzierte Solarmodule. Yingli konnte den Umsatz deutlich steigern, der Gewinn ging jedoch zurück. / Foto: Pixabay

Andere Aktien

Die Steico SE, Spezialistin für ökologisch einwandfreie Dämmstoffe und Bauteile aus Feldkirchen bei München, hat erfolgreich eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Nach Bekanntgabe der Nachricht sprang der Aktienkurs zunächst um mehr als 3 Prozent nach oben, fiel anschließend jedoch wieder. Das Unternehmen konnte insgesamt über 1,28 Millionen Steico-Aktien platzieren; Kurs: 19,50 Euro. So wurden rund 25 Millionen Euro eingenommen. Das Kapital soll dem Unternehmensausbau und dem weiteren Wachstum dienen. So sollen beispielsweise Produktionskapazitäten für Holzfaser Dämmstoffe und / oder Konstruktionsprodukte neu aufgebaut oder erweitert werden. Auch der Erwerb von gebrauchten Produktionsanlagen und die Investition in ergänzende Geschäftsfelder schließt der Konzern seien möglich, so Steico.
In den vergangenen zehn Jahren konnte das Unternehmen ein durchschnittliches Wachstum von knapp 9 Prozent pro Jahr erzielen. Um die führende Marktposition dauerhaft zu sichern und auszubauen, investiert Steico kontinuierlich in neue und ergänzende Anlagen und ergänzende Geschäftsfelder.

Elektroauto-Pionier Tesla hat die Ausschreibung für den Bau eines großen Batterieparks in Südaustralien gewonnen. Das Projekt in der Nähe der Stadt Jamestown soll demnach mehr als 30.000 australische Haushalte mit Strom versorgen. Der Unternehmensgründer und Tesla-Chef Elon Musk hatte die Fertigstellung des Projekts innerhalb von 100 Tagen in Aussicht gestellt. Nun soll es bald soweit sein: Die Einweihung des Batterieparks ist für den 29. September 2017 geplant. Der Batteriepark ist international das bisher größte Projekt dieser Art. In großen Batterien wird Energie aus alternativer Stromerzeugung gespeichert und an mehr als 30.000 Haushalte geliefert. Die Gesamtleistung des Parks beträgt 100 Megawatt.          

Die Aktie der kanadischen Brennstoffzellen-Spezialistin Ballard Power Systems notierte Freitagmittag an der Frankfurter Börse bei rund 3,86 Euro. Den Jahreshöchststand von 4,28 Euro hatte die Aktie in der Vorwoche erreicht. Insgesamt ist die Aktien jüngst kräftig im Plus. Ein wesentlicher Kurstreiber war wahrscheinlich die Nachricht, dass das Unternehmen zusammen mit der japanischen Nisshinbo Holdings eine Brennstoffzellen-Technologie weiterentwickelt habe, die zu niedrigeren Kosten führe. Wesentlicher Bestandteil ist ein Katalysator, der ohne Edelmetalle auskommt. Viele Investoren spekulieren nun darauf, dass Ballard Power von der chinesischen Mobilitätsstrategie profitieren könnte. Denn der stellvertretende chinesische Industrieminister hatte kürzlich ein Verbot von Verbrennungsmotoren angekündigt. Diese Aussage hatte nicht nur die Ballard Power-Aktie, sondern auch die Aktien von Elektromotoren-Herstellern angetrieben. Allerdings setzt die chinesische Regierung auf batteriebetriebene Elektrobusse und Elektroautos, die derzeit auch deutlich günstiger sind als Brennstoffzellenautos – und die Brennstoffzelle ist der Kern des Ballard-Power-Geschäfts. Erst eine entsprechende Infrastruktur mit Wasserstofftankstellen würde der Brennstoffzelle im PKW- und Busbereich zum Durchbruch verhelfen.

Bildhinweis: Ballard Power stellt Brennstoffzellen her. Das Unternehmen will wachsen und sucht daher nach Kooperationspartnern. / Foto: Unternehmen

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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