Vestas Wind Systems ist der Markteintritt in Russland gelungen - hier winken weitere Aufträge. Im Bild Windräder aus der Produktion der Dänen. / Foto: Unternehmen

24.11.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Vestas Wind Systems punktet erstmals in Russland – JA Solar wird privatisiert – Starke Zahlen der Capital Stage AG

Der deutsche Aktienindex DAX büßte bis Freitagmittag rund 0,1 Prozent ein und notierte bei 13.039 Punkten. Aufwärts ging es dagegen beim US-amerikanischen S&P 500-Index, er legte im Vergleich zur Vorwoche 0,4 Prozent zu auf 2.597 Punkte. Ähnlich verbesserte sich der japanische Nikkei-Index mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 22.551 Punkte. Kräftig steigerte sich der chinesische Hang Seng Index - er gewann 2,2 Prozent und notierte bei 29.859 Punkten. Einen deutlichen Anstieg von 2,6 Prozent verzeichnete der Ölpreis gegenüber der Vorwoche, für ein Barrel Öl der Sorte Brent lag der Preis bei rund 63,6 US-Dollar. Nur leicht kletterte der Goldpreis, eine Feinunze kostete 0,4 Prozent mehr und damit rund 1.288,0 Dollar. Abermals zulegen konnte der Euro: Er kostete am Freitagmittag 1,18 US-Dollar, ein Kursplus von 0,6 Prozent.


Wind-Aktien

Der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas Wind Systems hat einen Rahmenvertrag mit einem Partner unterzeichnet, der stark in Russland aktiv ist. Demnach sollen die Dänen erstmals Windräder mit einer Gesamtleistung von 50 Megawatt (MW) in den riesigen Markt liefern. Gemeinsam mit dem finnischen Partner OOO Fortum Energy hatte Vestas einen Zuschlag für das Windprojekt in einer Ausschreibung erhalten. Weitere Details zum Windpark nannten die Dänen noch nicht. Gemeinsam wollen die Unternehmen Windrad-Fertigungen in Rostov und zwei anderen Regionen errichten.

Siemens Gamesa kann drei Aufträge aus Griechenland mit einem Gesamtvolumen von 60 MW verbuchen. Der deutsch-spanische Windkraftanlagen-Hersteller will die Bestellungen von örtlichen Projektgesellschaften in der zweiten Jahreshälfte 2018 ausliefern. Außerdem unterzeichnete er jeweils Service- und Wartungsverträge mit einer Dauer von zehn Jahren.  Die Windparks Kali Hitsa und Litharoserma befinden sich in der Region Ätolien-Akarnanien (Westgriechenland), zu dem dritten Projekte machte Siemens Gamesa keine näheren Angaben. Derzeit hat der Hersteller 500 MW in Griechenland installiert, davon stehen 241 MW unter einem Servicevertrag,

Die PNE Wind AG steht derzeit in exklusiven Verhandlungen über den  Verkauf ihres Anteils von 20 Prozent an der PNE Wind Partners GmbH. Interessent ist der Allianz Renewable Energy Fund II (AREF II), eine Fondsgesellschaft, die von Allianz Global Investors GmbH verwaltet wird. Der Deal soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden – die Kontrollbehörden müssen aber zustimmen. In der PNE Wind Partners GmbH sind Windparkprojekte mit insgesamt 142,5 MW gebündelt. Allianz Renewable Energy Fund II (AREF II) hatte Ende 2016 bereits 80 Prozent der Anteile an der Gesellschaft erworben.
Dieser Verkauf diene auch der Finanzierung des Aufbaus des neuen europäischen Portfolios mit bis zu 200 MW, teile die Windkraft-Spezialistin PNE Wind aus Cuxhaven mit. Für dieses Portfolio werden Ende 2017 die ersten Windparks mit insgesamt 43 MW in Betrieb genommen.


Solar-Aktien

Die 7C Solarparken AG aus Bayreuth ist in den ersten neun Monaten von 2017 weiter gewachsen: Das Unternehmen steigerte Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Es erwirtschaftete von Januar bis September auf 29,4 Millionen Euro  gestiegene Umsatzerlöse, ein Plus von um 11 Prozent (Vorjahr: 26,5  Millionen Euro). Die starke Umsatzerhöhung  resultierte aus den geringfügig besseren Witterungsbedingungen sowie dem vollen Effekt der Investitionen, die im Jahr 2016 getätigt wurden und der Zukäufe aus dem Jahr 2017, hieß es. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 26,9 Millionen Euro im Berichtszeitraum, was einem Anstieg um 8 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten von 2016 entspricht. Die Stromproduktion nahm im Vergleich zur Vorjahresperiode um 21 Prozent auf 92 Gigawattstunden zu.
Zudem hat die 7C Solarparken AG ihren mittelfristigen Wachstumsplan bis 2019 präsentiert und gleichzeitig die Gewinnprognose für 2017 erhöht. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet 7C Solarparken im laufenden Geschäftsjahr nunmehr 28,5 Millionen Euro. Bislang hatte das Unternehmen mit 27 Millionen gerechnet. Das bereinigte EBITDA steigt von 27 Millionen auf 27,5 Millionen in der Prognose. Das Unternehmen hat die Solarportfolio-Marke von 200 Megawatt Peak (MWp) immer noch im Visier und setzt dabei auf organisches Wachstum. Ab dem Jahr 2018 will das Unternehmen die Dividendenfähigkeit erreichen: Danach sollen die Aktionäre 10 Cent je Anteilsschein erhalten.

Bildhinweis: Eine Solaranlage. / Foto: Pixabay


Wechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology AG kämpft mit einem schwachen US-Geschäft. Deutlich besser läuft es in der Region Asien-Pazifik - vor allem in Australien. In dem Land hat SMA in 2017 Verträge für mehr als 20 Solar-Kraftwerksprojekte unterzeichnet. Die Größe der einzelnen Projekte reicht von 10 bis 270 MW und umfasst insgesamt rund 1,2 Gigawatt Leistung. Für alle Projekte lieferte SMA Wechselrichter, welche die Solarenergie in netzfähigen Wechselstrom umwandeln, sowie Transformatoren und Schaltanlagen als Paket. Im Gegensatz zur Region Nordamerika stieg der Umsatz in der Region Asien-Pazifik, und zwar deutlich um rund 43 Prozent auf 201,9 Millionen Euro, zeigt der Geschäftsbericht für die ersten neun Monate 2017. Vor allem die Installation von Photovoltaik-Anlagen in Kombination mit Batteriespeichern biete in Australien zusätzliches Wachstumspotential, hieß es - auch solche Speicherlösungen bietet SMA an.

Maschinenbauer Singulus Technologies hat einen Auftrag aus dem Solarbereich erhalten. Das Unternehmen aus Kahl am Main unterzeichnete einen Vertrag zur Lieferung von mehreren CIGS-Produktionsanlagen. Kunde ist die Tochtergesellschaft eines großen, börsennotierten Energieunternehmens und Produzenten von Solarmodulen aus China. Die bestellten Beschichtungsanlagen sind für die Herstellung hocheffizienter Dünnschichtmodule geeignet. Eine mit dem Kunden vereinbarte Anzahlung sei bereits eingegangen, hieß es. Das Auftragsvolumen liege im höheren einstelligen Millionen-Bereich.

JA Solar, einer der größten Solarmodulhersteller der Welt, verabschiedet sich von der Börse. Die JA Solar Holdings Co wird mit der JASO Holdings verschmolzen und anschließend von einer Investorengruppe übernommen. Der Zusammenschluss soll im ersten Quartal 2018 erfolgen. Mitglied des Konsortiums ist Baofang Jin, Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von JA Solar. Die Transaktion bewertet das chinesische Unternehmen mit 362,1 Millionen Dollar. Für eine Aktie werden 1,51 Dollar bezahlt, für einen in den USA (ADS) oder in Frankfurt notierten ADR je 7,55 Dollar. Ein ADS repräsentiert fünf Anteilsscheine des Unternehmens.

Der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy hat ein großes Photovoltaik-Projekt in der Mongolei gestartet. Die Yingli Energy Company Limited, eine 100-prozentige Tochter von Yingli Green Energy, wird das Projekt in Wuhai City (Autonomes Gebiet Innere Mongolei) auf einer Fläche von 2 Quadratkilometern errichten, es hat eine Gesamtleistung von 100 MW. Das Projekt "Top Runner" soll im Juni 2018 fertiggestellt sein. Mit der Solaranlage könnten 60,3 Tonnen Staub, 13,4 Tonnen Kohlenstoff und 1,8 Tonnen Asche pro Jahr eingespart werden, hieß es.

Silizium- und Solarwaferproduzentin GCL-Poly Energy aus China hat eine Liefervereinbarung mit dem Solarmodulhersteller GCL System Integration geschlossen - mit im Boot ist auch die GCL System Integration (Suzhou). Der neue Rahmenvertrag beinhaltet die Lieferung von bis zu 650 Millionen Wafer-Einheiten. Über die jeweils zu liefernde Menge wird von Monat zu Monat eine Vereinbarung getroffen. Der Vertrag startet am 1. Januar und läuft bis Ende 2018. Er hat ein Volumen von umgerechnet rund 542 Millionen US-Dollar. Die Unternehmen sind miteinander verflochten.


Andere Aktien

Grünes Licht für den Bohrtechnik- und Geothermie-Spezialist Daldrup & Söhne AG beim Geothermie-Kraftwerk Neuried in Baden: Anfang November 2017 stellte die zuständige Behörde fest, dass eine Umwelt-Verträglichkeitsprüfung nicht erforderlich ist. Nun steht der Erlaubnis für weitere Bohrungen offenbar nichts mehr im Wege. Das Kraftwerk Neuried soll in einer ersten Ausbauphase jährlich etwa 16.000 Megawattstunden (MWh) Strom und rund 10.000 MWh Fernwärme liefern. Daldrup rechnet mit Projektkosten von bis zu 40 Millionen Euro. Darüber hinaus berichtet das Unternehmen, dass konkrete Beteiligungsanfragen vorliegen - zu neuen Projekten und zur Erweiterung bestehender Projekte. Daldrup prüft derzeit, ob die Gesellschaft von der Möglichkeit Gebrauch macht, um das Kapital der Gesellschaft um bis zu 10 Prozent zu erhöhen. In den Niederlanden steht das Projekt "Nature's Heat" vor dem Abschluss. Dort hatte Daldrup neben den Bohrungen eine schlüsselfertige Heizzentrale und ein Nahwärme-Verteilnetz für ein Konsortium von Gewächshausbetreibern errichtet.

Bildhinweis: Ein Bohrer von Daldrup - der Geothermie-Spezialist erwägt eine Kapitalerhöhung. / Foto: Unternehmen


Die Capital Stage AG zeigt sich nach den ersten neun Monaten des Jahres 2017 stark. Der Hamburger Solar- und Windparkbetreiber konnte alle wesentlichen Kennziffern gegenüber 2016 steigern - mit Zuwachsraten von mehr als 60 Prozent. Der Vorstand zeigte sich sehr zuversichtlich, seine zuletzt im August angehobene Ergebnisprognose für das gesamte Geschäftsjahr zu erreichen. Demnach rechnet er für das Geschäftsjahr 2017 mit einem Umsatz von über 215 Millionen Euro (plus 51 Prozent) und einem Betriebsergebnis von mehr als 97 Millionen Euro (plus 56 Prozent). Von Januar bis September 2017 konnte die Capital Stage AG ihren Umsatz gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um rund 67 Prozent auf nahezu 180 Millionen Euro steigern. Das EBITDA erhöhte sich entsprechend um 66 Prozent auf 142,1 Millionen Euro. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf 93,3 Millionen Euro (plus 64 Prozent). Die Eigenkapitalquote des Unternehmens stieg zum 30. September 2017 auf nahezu 28 Prozent (31. Dezember 2016: 26 Prozent).

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé denkt offenbar über einen Kauf des US-Biolebensmittel-Händlers Hain Celestial nach. Einem Medienbericht zufolge erwägt Nestlé eine vollständige oder teilweise Übernahme des Biolebensmittel-Spezialisten. Hain Celestial hat den Angaben zufolge einen Wert von 4,1 Milliarden US-Dollar. Auch andere Unternehmen seien an einer Übernahme interessiert, hieß es in dem Bericht. Nestlé wollte die Gerüchte nicht kommentieren.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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