Einblick in die Turbinenproduktion von Vestas. Der Konzern hat eine weitere Großbestellung für seine Windräder erhalten. / Foto: Unternehmen

09.05.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Windkraftkonzern Gamesa legt starke Zahlen vor – SolarWorld verharrt in der Verlustzone – Gewinnsprung bei Biokraftstoffspezialistin Verbio AG

Der DAX fiel in der vergangenen Woche um 1,7 Prozent auf 9.870 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index sank um 0,2 Prozent auf 17.740 Punkte. Der japanische Nikkei kletterte um 1,5 Prozent auf 16.093 Punkte. Um 4,5 Prozent abwärts auf 20.109 Punkte ging es für den chinesischen Hang Seng Index. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verbilligte sich um 4,7 Prozent auf 45,51 Euro. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ ging um 2,5 Prozent zurück auf 4.810 Euro. Der Euro stieg um 0,4 Prozent auf 1,141 Dollar.

Windaktien

Einen Auftrag zur Lieferung von 54 Windrädern mit 178 Megawatt (MW) Leistungskapazität in die USA hat der dänische Hersteller Vestas Wind Systems gemeldet. Auftraggeber sei der kanadische Energiekonzern Capital Power Corp. Bestimmt seien die Windkraftanlagen für ein Bauvorhaben in Kansas, so der Konzern aus Århus weiter.

Der spanische Windkraftkonzern Gamesa Corp. Tecnologica hat im ersten Quartal 2016 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 199,1 Millionen Euro erzielt, mehr als jemals zuvor. Das ist ein Gewinnsprung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 81 Prozent. Der Quartalsumsatz stieg um 34 Prozent auf 1,064 Milliarden Euro. Einerseits sei der Absatz deutlich höher ausgefallen als im Vorjahreszeitraum. Andererseits sei es gelungen, die Kosten weiter zu verringern, teilte die Unternehmensführung des Konzerns aus Zamudio mit.

Solaraktien

Dank deutlich erhöhter Absätze im ersten Quartal 2016 hat die SolarWorld AG mit 212,6 Millionen Euro 42,6 Prozent mehr Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Zugleich stieg der EBIT-Verlust des Quartals um 21,2 Prozent auf 9,7 Millionen Euro. So weisen es vorläufige Zahlen aus, die der Vorstand des Bonner Solarkonzerns veröffentlicht hat. Negative Währungseffekte hätten das Ergebnis beeinträchtigt, so der Unternehmensvorstand.

Einen Umsatzsprung um 102 Prozent auf 9,9 Millionen Euro verbuchte Phoenix Solar. Die  Spezialistin für Solaranlagen aus Sulzemoos bei München verringerte zugleich den Quartalsverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 100.000 Euro auf 2,5 Millionen Euro. Kosten für Bau und Planung von Solaranlagen in den USA hätten zu diesem Ergebnis geführt, so die Unternehmensführung der Phoenix Solar AG.

Die SMA Solar Technology AG hat sich einen neuen Kredit über 100 Millionen Euro gesichert. Kreditgeber seien die Commerzbank, die Deutschen Bank und die Hessische Landesbank. Gedacht sei diese Kapitalspritze zur Stärkung des Servicegeschäfts, so das SMA-Management.

Die Pfeiffer Vacuum AG steigerte ihren Umsatz im ersten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent auf 109,6 Millionen Euro. Das EBIT fiel hingegen mit 12,9 Millionen Euro um 21,5 Prozent geringer aus als im ersten Quartal 2015. „Der Jahresauftakt 2016 ist erwartungsgemäß verlaufen“, teilte der Vorstand dazu lediglich mit.

Wegen anhaltendem Preisdruck hat der norwegische Solarsiliziumhersteller REC Silicon ASA seit 2015 die Produktion von Solarsilizium deutlich heruntergefahren. Das führte im ersten Quartal 2016 dazu, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 68,6 Millionen Dollar um 8,4 Prozent niedriger ausgefallen ist, als im Vergleichsquartal 2015. Anstatt weiter Silizium zu produzieren, seien Lagerbestände verkauft worden. Der Quartalsverlust sei um 54,7 Prozent auf 13,4 Millionen Dollar gesenkt worden, so die Unternehmensführung. Weil REC Silicon vor allem in den USA produziert, bilanziert das Unternehmen in Dollar.

SunPower Inc. aus San José in Kalifornien hat im ersten Quartal 2016 einen Umsatzeinbruch um 12,6 Prozent auf 385 Millionen Dollar erlitten. Zugleich fiel ein Nettoverlust von 85,4 Millionen Dollar an. Im ersten Quartal 2015 hatte SunPower noch 9,6 Millionen Dollar Gewinn verbucht. SunPower habe deutlich weniger fertige Solaranlagen an Investoren verkauft und diese stattdessen an die Tochtergesellschaft 8point3 Energy Partners zum Betrieb weitergereicht. Zudem seien die Kosten aus diesem Projektgeschäft gestiegen, teilte das Management mit. Erträge hätten sich so in die Zukunft verschoben. Für das Gesamtjahr sei ein Nettogewinn von 50 Millionen Dollar zu erwarten. Außerdem gab SunPower den Baubeginn von fünf Solaranlagen mit zusammen 11,4 MW Kapazität in Kalifornien bekannt. Auftraggeber seien die Behörden des County Santa Clara.

Bildhinweis: Photovoltaikprojekt von SunPower. / Quelle: Unternehmen

Der US-Versicherer John Hancock Financial kauft sich für 227 Millionen Dollar in den Solaranlagenbestand von SolarCity ein. Der Dachsolaranlagenspezialist aus San Mateo in Kalifornien gab den Abschluss eines entsprechenden Vertrags mit dem Großinvestor bekannt. Dieser werde für das Geld langfristig an den Stromerträgen der Photovoltaikanlagen von 744 SolarCity-Kunden beteiligt. SolarCity bleibe jedoch Eigner und Betreiber der Anlagen, hieß es.

Der Solarausrüster Amtech Systems Inc. aus Tempe in Arizona hat in den ersten sechs Monaten des Fiskaljahres 2016 (Bilanzstichtag 31. März 2016) 44,5 Millionen Dollar Umsatz erzielt. Gemessen an der ersten Vorjahreshälfte sei dies eine Steigerung um 21,5 Prozent, hieß es. Dabei sank der Nettoverlust der ersten Jahreshälfte um 10,7 Prozent auf 6,4 Millionen Dollar. Die Nachfrage nach Technologie zur Herstellung von Solarmodulen habe zugelegt. Damit sei auch der Auftragsbestand aus diesem Segment auf den höchsten Stand seit 2011 angestiegen, teilte das Management mit.

Nach vorläufigen Berechnungen erzielte Yingli Green Energy in 2015 1,57 Milliarden Dollar Umsatz. Gemessen am Vorjahresumsatz bedeutet das einen Umsatzrückgang um 21,2 Prozent. Zugleich vervielfachte sich der Nettoverlust gegenüber 2014. Er betrage zwischen 895 und 910,8 Millionen Dollar, erklärte das Unternehmen. 2014 hatte Yingli Green Energy noch knapp 200,7 Millionen Dollar Nettoverlust verbucht. Yingli hat die US-Börsenaufsicht Securities Exchange Comission (SEC) darum gebeten, die Veröffentlichung der endgültigen Bilanz um zwei Wochen verschieben zu dürfen. Die Konzernführung erklärte zudem, es bestehe ein „substantieller Zweifel“ daran, dass Yingli den Geschäftsbetrieb fortführen könne. Grund seien Verhandlungen mit Anleiheinvestoren über einen Aufschub fälliger Rückzahlungen in Millionenhöhe durch Yingli.

Bioaktien

Einen EBIT-Anstieg um 62 Prozent auf 34,9 Millionen Euro verbucht die Verbio AG für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2015/2016 (Bilanzstichtag 31. März 2016). Der Umsatz sei gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um sieben Prozent auf 479,9 Millionen Euro gewachsen, teilte die auf Biokraftstoffe spezialisierte Verbio AG mit. Träger des Wachstums seien hohe Margen im Geschäft mit Bioethanol sowie mehr Absatz von Bioethanol und Biodiesel, erklärte die Verbio-Führung.

Andere Aktien

Im ersten Quartal 2016 erzielte der US-Elektroautohersteller Tesla Motors Inc. aus Palo Alto in Kalifornien mit 1,15 Milliarden Dollar 23,2 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Zugleich kletterte aber auch der Nettoverlust des ersten Quartals gegenüber dem Vorjahresquartal um 84,2 Prozent auf 278,4 Millionen Dollar. Hintergrund dieser Entwicklung sind, der Bilanz von Tesla Motors Inc. zufolge, die weiter deutlich gestiegenen Kosten des Unternehmens.

Ormat Technologies Inc. ist wirtschaftlich sehr gut ins Geschäftsjahr 2016 gestartet. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verbesserte die Spezialistin für geothermische Großkraftwerke aus Reno in Nevada den Umsatz um 26,1 Prozent auf 151,6 Millionen Dollar. 107,9 Millionen Dollar dieses Umsatzes entfielen auf die geothermische Ökostromproduktion. Gemessen am Vorjahreszeitraum entspricht das einer Steigerung um 19,9 Prozent. Das EBIT des ersten Quartals kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 69,3 Prozent auf 50,5 Millionen Dollar. Der Nettogewinn lag mit 29,3 Millionen Dollar beinahe dreimal höher als im Vorjahreszeitraum. Gute Preise und eine erhöhte Stromproduktion hätten dazu beigetragen, so der Vorstand.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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