Wartungsarbeiten an einer Windkraftanlage von Gamesa. Der Konzern aus dem Baskenland hat in der vergangenen Woche etliche Windkraftaufträge aus verschiedenen Ländern erhalten. / Foto: Unternehmen

18.07.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Windkraftkonzern Gamesa meldet Auftragsregen – SolarWorld droht Niederlage im Rechtsstreit mit Zulieferer Hemlock – Geschäftserfolg für Brennstoffzellenspezialistin Ballard Power in China

In der vergangenen Woche ging es an den Börsen weltweit aufwärts. Der deutsche Leitindex DAX sprang mit 4,5 Prozent Wochenplus wieder über die Marke von 10.000 Punkten. Er erreichte 10.067 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index kletterte zwei Prozent auf 18.517 Punkte. Der japanische Nikkei profitierte davon, dass die japanischen Wähler die Regierung Abe bestätigte und legte 9,2 Prozent auf 16.498 Punkte zu. Der chinesische Hang Seng Index verbesserte sich um 5,3 Prozent auf 21.659 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 47,68 US-Dollar. Der Goldpreis sank um 2,1 Prozent auf 1.337 US-Dollar. Der Kurs des Euro sank um 0,39 Prozent auf 1,1026 Dollar.

Windaktien

Der Hamburger Windkraftanlagenhersteller Nordex hat einen Auftrag von der griechischen Terna Energy SA Griechenland erhalten. Für diese soll Nordex insgesamt zehn Anlagen mit einer Leistungskapazität von über 30 Megawatt (MW) liefern. Sie sind für zwei Windparks in der Nähe von Athen vorgesehen. Jeweils fünf dieser Anlagen wurden für die beiden Windparks „Mougoulios“ und „Plagia Psiloma“ bestellt. Die Deutschen sollen diese Windräder bis Anfang des kommenden Jahres errichten. Anschließend werde Nordex für mindestens fünf Jahre die Wartung der Windturbinen übernehmen, hieß es ferner.

Der spanische Windkraftanlagenhersteller Gamesa meldete Vertriebserfolge in mehreren EU-Ländern. Erstmals erhielt Gamesa dabei einen Auftrag aus den Niederlanden. Bei dem niederländischen Repowering-Projekt werden die alten Windenergieanlagen durch 13 neue Gamesa-Anlagen mit einer Nennleistung von zusammen elf MW ersetzt. Nach Frankreich liefert Gamesa für drei Projekte Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen 35 MW. Alle Anlagen der drei Projekte sollen 2017 in Betrieb gehen. Für einen geplanten Windpark in Süditalien soll Gamesa 13 Anlagen mit zusammen 27 MW Leistung errichten. Aus Griechenland wurden bei Gamesa zwölf Windenergieanlagen mit zusammen 10,2 MW in Auftrag gegeben.
Zudem erhielt der Windkraftkonzern aus dem Baskenland einen neuen Großauftrag aus China. Er stammt von dem Energieversorger Datang. Dieser orderte Windräder mit 48 MW Gesamtkapazität. Gamesa soll diese bis Ende des Jahres liefern und installieren. Datang bestellte die Anlagen für den Windpark Sanlegshan in der Region Liaoning im Nord-Osten Chinas.

Der Windradhersteller Vestas hat Vertriebserfolge in den Vereinigten Staaten und im Geschäft mit Anlagen für den Einsatz auf See – offshore – erzielt. Das Unternehmen aus Dänemark soll dort im vierten Quartal an einen ungenannten Kunden Windturbinen im Umfang von 131 MW liefern. MHI Vestas, ein Gemeinschaftsunternehmen des Windkraftanlagenherstellers und der japanischen Mitsubishi, erhielt einen Auftrag über elf Anlagen mit je acht MW für den Windpark Aberdeen Bay vor der schottischen Küste. MHI Vestas wurde von den Projektentwicklern des Offshore-Windparks, Vattenfall und der Aberdeen Renewable Energy Group, als der von ihnen bevorzugte Lieferant bestätigt.

Die Energiekontor AG aus Bremen hat einen Windpark an die Hamburger Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage AG verkauft. Bei dem Windpark Breitendeich im niedersächsischen Landkreis Stade handelt es sich um ein Repowering-Projekt. Die beiden Anlagen des Windparks werden im Jahresverlauf durch neue und leistungsstärke Windräder des Herstellers Senvion ersetzt. So soll die Windfarm eine Nennleistung von 6,4 MW erreichen. Capital Stage und Energiekontor haben vereinbart, dass eine Tochtergesellschaft der Energiekontor AG die kaufmännische und technische Betriebsführung des erworbenen Windparks übernimmt.

Solaraktien

Einen Rückschlag hat die SolarWorld AG im Rechtsstreit mit dem Siliziumzulieferer Hemlock erhalten. Ein US-Gericht entschied gegen den Bonner Solarkonzern und hat der Klage von Hemlock gegen Solarworld weitgehend stattgegeben. Der Richter des United States District Court for the Eastern District of Michigan wies Argumente von SolarWorld zurück und kündigte ein zeitnahes Urteil in erster Instanz an. Der US-Konzern verlangt von Solarworld rund 770 Millionen Dollar Schadensersatz für nicht eingehaltene Lieferverträge. Der geforderte Schadensersatz übersteigt die Finanzkraft von SolarWorld deutlich. SolarWorld hat keine Rückstellungen für den Fall einer juristischen Niederlage im Konflikt mit Hemlock gebildet. Der deutsche Solarkonzern betonte in einer Erklärung, dass die Entscheidung des Gerichtes noch kein Urteil darstelle und kündigte an, bei einem negativen Urteil dagegen Rechtsmittel einzulegen.

Der Solarausrüster Singulus Technologies AG hat von einem der größten russischen Photovoltaik-Hersteller, Hevel LLC, Aufträge für die Lieferung von Produktionsanlagen für Hochleistungs-Solarzellen (Heterojunction) erhalten. Die unterzeichneten Verträge beinhalten Prozessanlagen für die nasschemische Behandlung von Heterojunction-Solarzellen sowie weitere Versorgungseinheiten. Die Lieferung der Systeme und Maschinen soll in den nächsten Monaten erfolgen. Hevel beabsichtigt mit dem Equipment seine Produktionsstätte in Russland auf die Herstellung von Solarmodulen mit rund 160 MW Jahresproduktionsleistung umzurüsten. Hevel ist ein Joint Venture von Renova Group und OJSC Rusnano.

SolarCity, eine kalifornische Spezialistin für Solaranlagen auf Hausdächern, hat eine Kooperation mit der Pacific Gas and Electric Company bekanntgegeben. Die beiden Unternehmen wollen zeigen, dass kleine Wechselrichter in Kombinationen mit Batteriespeichern bei Aufdach-Solaranlagen einen Beitrag zur Netzstabilität leisten. Als Projektierer von Aufdach-Solaranlagen will SolarCity aus San Mateo zunächst die Solaranlagen von 150 seiner Kunden in San Jose mit der Technologie aufrüsten. Das Demonstrationsprojekt soll im September dieses Jahres starten und im Dezember 2017 enden.

Canadian Solar hat sich die Finanzierung von Solarkraftwerken in Japan gesichert. In einer Privatplatzierung erwarb eine Tochter der Prudential Capital Group Anleihen im Umfang von 6,2 Milliarden Yen bzw. 60 Millionen US-Dollar. Das Kapital will der Solarkonzern mit Hauptsitz in der kanadischen Provinz Ontario für neue Photovoltaikprojekte in Japan mit einer Gesamtkapazität von über 21 MW einsetzen.

Bildhinweis: Photovoltaikprojekt von Canadian Solar. / Foto: Unternehmen

Die chinesische JinkoSolar hat einen kurzfristigen Bankkredit mit einer Laufzeit von einem Jahr erhalten. Das Kreditvolumen beträgt zwei Milliarden Japanische Yen (umgerechnet rund 17,1 Millionen Euro). Den Kreditvertrag hat der Solarkonzern aus Shanghai mit einem Konsortium von Banken unter Führung der japanischen Sumitomo Mitsui Banking Corporation abgeschlossen. Mit an Bord ist die Mizuho Bank, eine japanische Tochter der chinesischen Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). Laut Charlie Cao, Finanzchef von JinkoSolar, will der Solarkonzern die Finanzspritze nutzen, um Vorhaben auf dem japanischen Solarmarkt umsetzen zu können.

Bioaktien

Die Aktionäre der CropEnergies AG haben auf der Hauptversammlung dem Dividendenvorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand zugestimmt. Demnach wird der Mannheimer Bioethanolhersteller je Aktie 0,15 Euro Dividende ausschütten, insgesamt 13,1 Millionen Euro.

Andere Aktien

Siegfried Hofreiter, Gründer und langjähriger Vorstandsvorsitzender der KTG Agrar SE, hat seinen Posten aufgegeben. Wie der börsennotierte Agrarkonzern aus Hamburg mitteilte, hat Hofreiter „in enger Abstimmung mit dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und dem Sachwalter sein Vorstandsmandat niedergelegt sowie um Beendigung seines Dienstvertrags gebeten“. Die KTG Agrar hatte im Juni Anleihezinsen nicht zahlen können und einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Einen großen Geschäftserfolg in China erzielte Ballard Power aus der kanadischen Provinz British Columbia. Die Brennstoffzellenspezialistin schloss mit Guangdong Synergy Hydrogen Power Technology eine Lizenzvereinbarung ab. Die hatte bisher Brennstoffzellentechnik von Ballard Power für den Antrieb von Bussen und Trambahnen eingekauft. Nun will Synergy am Standort Yunfu in der Heimatprovinz Guangdong Brennstoffzellensysteme mit der Technologie von Ballard Power selbst produzieren. Für diese Lizenz haben die Chinesen an den Geschäftspartner 2,5 Millionen Dollar bezahlt. Zudem verpflichteten sie sich zu jährlichen Zahlungen, mit denen Ballard Power an den Erlösen aus dem Verkauf der Brennstoffzellensysteme beteiligt wird.

Die Helma Eigenheimbau AG hat im ersten Halbjahr 2016 Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 120,6 Millionen Euro erhalten. Das sind rund sieben Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Nach Angaben des Unternehmens aus Lehrte in Niedersachsen steuerte insbesondere das in den Tochtergesellschaften ausgeübte Bauträgergeschäft Anteile zum Umsatzplus bei. Die Spezialistin für Massivhäuser und nachhaltige Energiekonzepte geht davon aus, dass der Auftragseingang in der zweiten Jahreshälfte 2016 wie in den Vorjahren deutlich höher ausfallen werde als in den ersten sechs Monaten des Jahres. Die Veröffentlichung des Halbjahresberichtes des Unternehmens ist für den 31. August 2016 vorgesehen.
 
Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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