Für den Bau und Betrieb von Windrädern hat Prokon bei Anlegern rund eine Milliarde Euro eingeworben. Nun droht die Insolvenz. / Bild: Fotolia (Worring)

13.01.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Windkraftprojektierer Prokon in Finanznot – Capital Stage AG legt starke Zahlen vor – Rekordauftrag für BDI BioEnergy

Der Dax hat 0,4 Prozent zugelegt und die vergangene Woche mit 9.473 Punkten beschlossen. 0,2 Prozent Kursverlust auf 16.442 Punkte verzeichnete der US-amerikanische Dow Jones Index. Der japanische Nikkei fiel um 2,8 Prozent auf 15.836 Punkte. Der Hang Seng Index in Hong Kong gewann 0,1 Prozent an Wert und erreichte 22.846 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 107,41 Euro. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ behielt exakt den Wert der Vorwoche. Sie kostete 7.314 Dollar. Der Euro kletterte um 0,6 Prozent auf 1,366 Dollar.

Windaktien


Dem Windkraftprojektierer Prokon aus Itzehoe droht die Insolvenz. Das nicht börsennotierte Unternehmen, dass nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Euro bei Anlegern eingeworben hat, warnte seine Investoren nun, ihre Genussrechte nicht zu kündigen, oder ausgesprochene Kündigungen zurück zu nehmen. Das geht aus einem Anlegerrundschreiben hervor, das Prokon am vergangen Freitag online veröffentlichte. Nur so könne die Planinsolvenz verhindert werden, heißt es in dem Schreiben. Zudem kündigte Prokon an, die Zinsen der Genussrechte nur noch auf ausdrücklichen Wunsch der Anleger auszahlen zu wollen. Die Verbraucherzentrale kritisiert diesen Schritt als „fragwürdig“.

Für ein Projekt der wpd Europe GmbH soll der Hamburger Windradhersteller Nordex SE elf Windräder nach Finnland liefern. Der Windpark „Mäkikangas“ mit 33 Megawatt (MW) Leistungskapazität entsteht an der Westküste Finnlands. Außerdem sollen die Stadtwerke München einen fertig errichteten Windpark mit 12,5 MW aus fünf Turbinen von Nordex kaufen.

Die PNE Wind AG hat einen Windpark in Brandenburg an die Beteiligungsgesellschaft CEE aus Hamburg veräußert. Der Verkauf der Windfarm „Calau IIA“ mit 15,4 MW Leistungskapazität sei kurz vor der Inbetriebnahme gelungen, erklärte der Windkraftprojektierer aus Cuxhaven. Außerdem teilte das Unternehmen mit, es werde 2014 verstärkt in Deutschland aktiv sein und verfüge derzeit über Projekte mit insgesamt 160 MW Kapazität, die entweder genehmigt oder im Bau seien. Die Finanzierung dieser Vorhaben sei gesichert und ein Großteil dieser Windkraftanlagen werde 2014 in Betrieb gehen, hieß es.

Der dänische Windradhersteller Vestas hat einen Teil seiner Gesamtjahresbilanz für 2013 deutlich nach oben korrigiert. Das Unternehmen aus Århus hob die Erwartung für den Cashflow von ursprünglich 500 bis 700 Millionen auf rund eine Milliarde Euro. Hintergrund der neuen Prognose sei eine positive Entwicklung beim Umlaufkapital von Vestas, hieß es aus der Vestas-Zentrale.

Solaraktien

Die Capital Stage AG hat das Geschäftsjahr 2013 nach vorläufigen Berechnungen mit 57 Millionen Euro Umsatz und 31 Million Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) beendet. Gemessen am Vorjahr ist das ein Umsatzanstieg um 26 Prozent und ein Gewinnzuwachs um 50 Prozent. Gelungen sei dies, weil der Kauf neuer Grünstromanlagen im In- und Ausland schneller habe realisiert werden können als angenommen, hieß es dazu.

Der Solarkonzern SunEdison aus St. Peters im US-Bundesstaat Missouri hat grünes Licht für die Umsetzung eines Solarparks mit 92 MW Leistungskapazität in der Region Tarapacá im Norden von Chile erhalten. Wie die zuständigen Behörden bekanntgaben, können die Amerikaner mit der Realisierung der Solarfarm „Gramadal“ beginnen.

Der finanziell schwer angeschlagene chinesische Solarkonzern LDK Solar Holdings plant eine neue Fabrik zur Herstellung des Photovoltaik-Rohstoffs Silizium, die in diesem Jahr fertig werden soll. Die Kapazitäten seiner Siliziumproduktion will das Unternehmen aus Xinyu bis 2015 auf 18.000 Tonnen pro Jahr steigern. Das wäre beinahe doppelt so viel als bislang zur Verfügung steht. Die Produktionskapazität bei Solarmodulen soll bis 2017 auf 1.400 MW jährlich anwachsen. Dies ist Teil eines Fünfjahresplans, den das Unternehmen aus Xinyu vorgelegt hat. Demnach geht LDK davon aus, 2014 mit 1,2 Milliarden Dollar Umsatz und 107 Millionen Dollar Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) abzuschließen. 2015 sollen es 1,6 Milliarden Dollar Umsatz und 193 Millionen Dollar EBITDA werden. Für 2016 stellt der Konzern 1,8 Milliarden Dollar Umsatz und 244 Millionen Dollar EBITDA in Aussicht. In den Jahren 2016 und 2017 erwartet LDK jeweils knapp 1,85 Milliarden Dollar Umsatz. Das EBITDA soll zunächst 284 Millionen Dollar erreichen und 2018 auf 317 Millionen Dollar steigen. 2018 werde auch das Jahr sein, in dem LDK beim Nettoumlaufvermögen wieder schwarze Zahlen schreibe.



Beim Bau mehrerer Photovoltaikanlagen in North Carolina setzt die National Renewable Energy Corporation (NARENCO) auf Module von Canadian Solar. Die Kanadier sollen Solarmodule mit zusammen 25,3 MW Leistungskapazität liefern. NARENCO beabsichtigt den Angaben zufolge, drei Anlagen in Wayne County und eine Anlage in Duplin County mit diesen Komponenten auszustatten. In Tumushuke, einer Stadt der chinesischen Region Xinjiang im Westen Chinas, hat Canadian Solar überdies eine Freiflächensolaranlage mit 30 MW Leistungskapazität fertiggestellt und ans Stromnetz angeschlossenen. Eine weitere Anlage mit 10 MW Kapazität sei in Sihong in der Provinz Jiangsu in Betrieb gegangen, teilte der Konzern mit Sitz in Guelph, Ontario, mit.

Bildnachweis: Solarmodule von Canadian Solar kommen weltweit zum Einsatz. / Quelle: Unternehmen


Hanwha SolarOne, die chinesische Tochter des koreanischen Chemiekonzerns Hanwha Chemicals, gab die Unterzeichnung eines Rahmenvertrags bekannt, der die Lieferung von Solarmodulen mit zusammen bis zu 50 MW Leistungskapazität vorsieht. Kunde sei der auf Dachanlagen spezialisierte Solarprojektierer OneRoof Energy aus Arizona. Dieser wolle die Module dazu nutzen, Systemlösungen für Privathaushalte in den USA anzubieten, hieß es. Für einen Solarpark in Großbritannien, der 20 Megawatt Leistungskapazität erreichen soll, hat die ib vogt GmbH aus Berlin ebenfalls Module bei Hanwha SolarOne bestellt.

Zur Finanzierung von drei Solarparks mit zusammen 50 MW Kapazität in der chinesischen Heimat soll der Solarkonzern JinkoSolar einen Kredit in Höhe von 66 Millionen Dollar bekommen. Laufzeit: 15 Jahre. Kreditgeber ist JinkoSolar zufolge die staatliche China Development Bank (CDB) Die Photovoltaikanlagen seien seit Ende des vergangenen Jahres in den Provinzen Xinjiang und Qinghai am Stromnetz, hieß es.

Für 2014 peilt der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy die Rückkehr in die Gewinnzone an. Das erklärte Finanzchef Wang Yiyu. Sollte dies gelingen, schriebe Yingli erstmals seit 2011 wieder schwarze Zahlen. Gelingen soll dies durch deutlich gesenkte Fixkosten bei steigendem Absatz - unter anderem in China - , führte Wang Yiyu aus. Außerdem soll das Unternehmen aus Baoding Module zum Bau einer Photovoltaikanlage mit einem MW in Serbien liefern. Das Projekt werde in Kladovo 250 Kilometer entfernt von Belgrad errichtet, hieß es.

Bioenergieaktien

Die BDI BioEnergy hat den nach eigenen Angaben bislang größten Auftrag der Firmengeschichte ergattert: Für 47 Millionen Euro soll das Unternehmen aus dem österreichischen Grambach bei Linz eine Biodieselanlage am Hafen von Amsterdam von bislang 100.000 Tonnen Biodiesel jährlich auf 250.000 Tonnen pro Jahr erweitern. Das Biodiesel-Projekt, das Reststoffe wie Altspeisefett und –öl als Rohstoff verwendet, werde auch mit einer Anlage zur Aufbereitung des Nebenprodukts Glyzerin für den industriellen Gebrach ausgerüstet. Die anvisierte Kapazität der Anlage: jährlich 50.000 Tonnen.

Der Biokraftstoffhersteller CropEnergies AG bestätigte seine bislang nur vorläufigen Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2013/2014. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 572,8 Millionen Euro. Das EBIT verringerte sich dennoch auf 37,2 Millionen Euro nach 70,2 Millionen Euro im Vorjahr. Hauptgründe seien die Kosten der Übernahme einer britischen Biokraftstoff-Fabrik sowie aus Hochwasserschäden am Standort in Zeitz, teilte das Unternehmen dazu mit.

Andere Aktien


Die US-amerikanische Geothermie-Spezialistin Ormat Technologies Inc. aus Reno gab die Inbetriebnahme eines geothermischen Kraftwerksblocks in ihrem Heimatbundesstaat Nevada bekannt. Konkret handele es sich um das Kraftwerk „Don A. Campbell“ mit 16 Megawatt elektrischer Leistung. Die Anlage, die vormals unter dem Projekttitel „Wild Rose“ firmierte, war in Mineral County errichtet worden.

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