17.12.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Windradhersteller Nordex schnürt dickes Auftragspaket – Entlassungen bei der Sunways AG –Vossloh AG soll Straßenbahnwagen nach Brasilien liefern

Der DAX beschloss die vergangene Woche mit einem Prozent Zugewinn bei 7.596 Punkten. 1,5 Prozent büßte der US-amerikanische Dow Jones Index ein. Er fiel auf 13.134 Punkte. Der japanische Nikkei kletterte um 1,9 Prozent auf 9.737 Punkte. Um 1,9 Prozent verbessert schloss der Hang Seng Index in Hongkong bei 22.606 Punkten. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich 0,9 Prozent auf 108,20 Euro. Um 0,4 Prozent auf 8.076 Dollar erhöhte sich der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A.“ Der Euro steigerte sich um 1,8 Prozent auf 1,316 Dollar.

Windaktien

Folgeaufträge zur Lieferung von Windkraftanlagen in die Türkei hat der Hamburger Hersteller Nordex SE erhalten. Die Kundin Edincik Elektrik habe zwölf Windräder mit zusammen 30 Megawatt (MW) Leistungskapazität für das Bauvorhaben Edincik bestellt, teilten die Hamburger mit. Dieser Windpark soll im Frühjahr 2013 in der Nähe vom Marmara-Meer gebaut werden. Zudem sei Nordex mit der Erweiterung der türkischen Windfarm Susurluk beauftragt worden, hieß es weiter. Das Projekt, das der Windradhersteller 2010 für den Eksim-Konzern realisiert hatte, solle mit sechs weiteren Windrädern mit zusammen 15 MW bestückt werden und so auf 60 MW Gesamtkapazität gebracht werden. Außerdem erhielt Nordex eine große Order zur Lieferung von Windrädern nach Rumänien. Eine Tochter des spanischen Energiekonzerns Iberdrola S.A. bestellte 32 Turbinen mit insgesamt 80 MW für die Windfarm Chirnogeni, die in der Region Dobrogea nahe der Schwarzmeer-Küste realisiert werde. Eigentümer und späterer Betreiber sei das Gemeinschaftsunternehmen EP Wind Project, Rom, Six S.A.

Solaraktien

Massiven Stellenabbau hat der Vorstand der finanziell angeschlagenen Solartechnikspezialistin Sunways AG aus Konstanz angekündigt. In erster Linie werde die Streichung von Jobs die Sunways Production GmbH, also die Sparte zur Entwicklung und Produktion von Solarzellen, treffen. Im Werk in Arnstadt sei aufgrund der wirtschaftlichen Lage derzeit keine gewinnbringende Geschäftstätigkeit möglich. Deshalb plane die Unternehmensspitze die Belegschaft dort von 120 auf 60 zu halbieren. Weitere Entlassungen seien  vorgesehen. Insgesamt werde die Maßnahme 40 Prozent der derzeit 265 Beschäftigten treffen, so der Vorstand.

Auf dem Gelände einer Hausmülldeponie in Heidelberg soll die Conergy AG einen Solarpark errichten. Den Auftrag zum Bau der Anlage mit 1,1 MW Leistungskapazität erhielt der Hamburger Solarsysteme-Spezialist von den Stadtwerken Heidelberg. Geplant sei, das Photovoltaik-Kraftwerk auf der Hausmülldeponie Feilheck zu bauen. Conergy agiere dabei als Generalunternehmer und zeichne sowohl für die Planung und Auslegung des Parks als auch für die Umsetzung, den Bau und die Komponentenlieferung verantwortlich, so die Hamburger weiter.
Bildnachweis: Fabrik von Conergy in Frankfurt/ Oder. / Quelle: Unternehmen

Den Auftrag zum Bau einer Freiflächen-Solaranlage auf einer ehemals militärisch genutzten Fläche in Sachsen-Anhalt hat die Phoenix Solar AG erhalten. Das Solarsystemhaus aus Sulzemoos bei München soll auf einem sieben Hektar großen Gelände im Landkreis Jerichower Land einen Solarpark mit 4,2 MW Leistungskapazität errichten, teilte Phoenix mit. Auftraggeber ist ein nicht näher benannter privater Investor.

Der deutsch-britische Waferhersteller PV Crystalox Solar plc. steht vor der Schließung seiner Polysilizium-Produktion in Bitterfeld. Das Unternehmen mit Sitzen in Berlin und Abingdon beabsichtige außerdem die Auslastung seiner Ingot-Fertigung in Großbritannien und seine Wafer-Produktion in Deutschland erheblich zu reduzieren, hieß es weiter. Wie viele Stellen gestrichen werden ließ PV Crystalox offen.

Zum Bau einer Solaranlage in Italien hat die Grünstromsparte des Essener Energieriesen E.on bei ReneSola Ltd. im chinesischen Jishan Solarmodule geordert. Wie die Chinesen mitteilten, bestellte die E.on Climate & Renewables GmbH Solartechnikkomponenten mit zusammen 4,3 MW Leistungskapazität. Standort des Bauvorhabens sei ein Gelände in Sassari, einer Provinz der Region Sardinien.

Der kanadisch-chinesische Solarkonzern Canadian Solar muss offene Forderungen in Millionenhöhe vom chinesischen Mitbewerber LDK Solar begleichen. Zu diesem Ergebnis kam ein Schiedsverfahren der chinesischen Handelskommission China International Economic and Trade Arbitration Commission (CIETAC). Die Kommission entschied, dass ein Liefervertrag für Wafer aus dem Jahre 2007 zwischen LDK und Canadian Solar eingehalten werden muss. Damit muss die in Ontario ansässige und in China produzierende Canadian Solar Inc. umgerechnet 164,8 Millionen Dollar an offenen Forderungen von LDK begleichen. Rund 30 Millionen Dollar davon werde der Konzern in bar erhalten, teilte das Unternehmen aus Xinyu mit. Canadian Solar habe überdies die Verfahrenskosten zu tragen.

Der finanziell schwer angeschlagenen chinesischen LDK Solar Co. Ltd. steht offenbar dennoch das Wasser bis zum Hals. Der Konzern teilte mit, er habe die Citibank Inc. angeheuert, um Teile seiner Kreditlinien neu auszuhandeln. LDK hat Experten zufolge inzwischen rund 3,1 Milliarden Dollar an laufenden Krediten. 340 Millionen Dollar davon sind laut LDK kurzfristig fällig.

Einen Vertriebserfolg im aufstrebenden Photovoltaikmarkt Südafrika meldete die chinesische Suntech Power Holdings. Der Konzern aus Wuxi soll demnach zwei Großprojekte mit seinen Solarmodulen ausstatten. Die Solarkraftwerke würden von Mainstream Renewable Power in Partnerschaft mit der deutschen Siemens AG umgesetzt. Suntech soll dafür Solarmodule mit rund 100 MW Leistungskapazität liefern. Außerdem soll Suntech ein rumänisches Solarprojekt mit Modulen ausstatten. Der italienische Photovoltaik-Generalunternehmer SunSystem S.p.A. habe Module mit insgesamt 25 MW geordert.

Einen Großauftrag aus Südafrika hat auch der chinesische Solarkonzern JinkoSolar Holding Co. Ltd. erhalten. Das Unternehmen aus Shanghai sei mit der Lieferung von Solarmodulen mit zusammen 81 MW Leistungskapazität beauftragt worden, teilten die Chinesen mit. Diese seien für einen Freiflächensolarpark in Gamagara in der Provinz Northern Cape bestimmt. Bestellt habe die WBHO-Building Energy (Pty) Ltd. aus Südafrika die Module zu einem Festpreis, hieß es weiter. Eine gigantische Finanzspritze erhält JinkoSolar von der staatlichen China Development Bank (CDB). Diese stelle einer schweizerischen Tochtergesellschaft des Konzerns in den kommenden fünf Jahren insgesamt bis zu einer Milliarde US-Dollar zur Verfügung, teilte Jinko mit. Konkret habe die Jinko Solar (Switzerland) AG aus Zug eine strategische Kooperation mit dem Finanzdienstleister Guangdong unterzeichnet, der zur CDB gehört. Die Mittel sollen unter anderem für das Projektgeschäft und mögliche Unternehmensübernahmen verwendet werden.

Tiefer in die roten Zahlen ist der chinesisch-koreanische Solarkonzern Hanwha SolarOne im dritten Quartal 2012 geraten. Das Unternehmen aus Quidong steigerte den Nettoverlust dieses Zeitraums auf Jahressicht von 27,9 auf 51,3 Millionen Dollar. Zugleich sackte der Quartalsumsatz um 33 Prozent auf 153,7 Millionen Dollar ab. Hintergrund sei das weiterhin von Überkapazitäten, Preisverfall und rückläufiger Nachfrage in wichtigen Kernmärkten gekennzeichnete Marktumfeld, in dem sich das Unternehmen bewege, erläuterte Kim Jun Hong, Chairman und CEO von Hanwha SolarOne. Zudem soll der Konzern Solarmodule mit insgesamt 155 MW Kapazität nach Südafrika liefern. Für zwei Photovoltaik-Vorhaben in Letsatsi und Lesedi in ihrer südafrikanischen Heimat hätten die Projektentwickler Cobra, Gransolar und Kensani die Module geordert, hieß es.

Die Bauherren einer großen Freiflächensolaranlage in der Karibik setzen auf Photovoltaikmodule von Yingli Green Energy. Die US-Sparte des chinesischen Solarkonzerns aus Boading erhielt den Auftrag zur Lieferung von 110.000 Modulen mit zusammen 24 MW Leistungskapazität. Diese sind laut Yingli für einen Solarpark bestimmt, der auf 55 Hektar Fläche in Guayama in Puerto Rico entsteht. Einen Tag nachdem die US-Sparte des Unternehmens einen Karibik-Auftrag bekannt gab, teilte Yingli Americas mit, dass die PDEG Solar Inc. beim Bau der 25 MW starken Queen Creek Solar Farm in Arizona auf Photovoltaikmodule von Yingli gesetzt habe. Yingli gab weiterhin bekannt, man sei als ein Hauptmodullieferant der Neuauflage des staatlichen chinesischen Photovoltaik-Förderprogramms Golden Sun ausgewählt worden. Im Rahmen dieses Programms werde die Regierung bei zehn Prozent der Investitionen auf Yingli-Module zurückgreifen. Das bedeutet für das Unternehmen nach eigenen Angaben langfristige Lieferungen für Solartechnik mit bis zu 288 MW Leistungskapazität.

Andere Aktien

Gemeinsam mit dem brasilianischen Hersteller T’TRANS hat die Vossloh AG den Auftrag zur Lieferung von 22 Straßenbahnwagen im Wert von 90 Millionen Euro erhalten. Auftraggeber sei die  São Paulo Metropolitan Urban Transport Company (STM/EMTU), teilte der Bahntechnikkonzern aus Werdohl mit. Die beauftragten Zwei-Richtungszüge sollen von der Vossloh-Sparte Vossloh Rail Vehicles in Valencia entwickelt werden. Der brasilianische Partner sei für die Endmontage zuständig, so Vossloh weiter.
Bildnachweis: Tram der Vossloh AG. / Quelle: Unternehmen


Einen Geschäftserfolg als Dienstleister hat der Erneuerbare-Energien-Betreiber Capital Stage erzielt. Das Unternehmen aus Hamburg erhielt über seine Tochter, die Capital Stage Solar Service GmbH den Auftrag, die technische Betriebsführung einer Photovoltaikanlage mit 4 MW Leistungskapazität zu übernehmen. Der Solarpark befinde sich im brandenburgischen Schönwalde.

Die init innovation in traffic systems AG aus Karlsruhe hat einen neuen Kunden gewonnen. Vom Verkehrsverbund Luxemburg hat die Telematik-Spezialistin den Zuschlag für einen Großauftrag erhalten. Die vereinbarte Lieferung umfasse ein integriertes Systems zur Steuerung, Fahrgastinformation und zum elektronischen Fahrgeldmanagement (E-Ticketing). Für die Vereinigung von 34 privaten und drei öffentlichen Verkehrsunternehmen des Großherzogtums soll init demnach in den nächsten vier Jahren Betriebszentralen, Haltestellen und rund 920 Fahrzeuge mit entsprechender Hard- und Software ausrüsten. Mit diesem integrierten System werde nahezu der gesamte Personennahverkehr in dem Land gesteuert, hieß es.

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