Windkraftanlagen von Futuren auf Korsika. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Windradhersteller Vestas erhält Großaufträge – Solarausrüster centrotherm photovoltaics AG kassiert Prognose – RWE bringt Ökostromtochter Innogy an die Börse

Der Dax gab in der vergangenen Woche 0,2 Prozent auf 10.491 Punkte nach. Der amerikanische Dow Jones Index sank um 0,4 Prozent auf 18.240 Punkte. Der japanische Nikkei-Index sprang um 2,5 Prozent auf 16.860 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index kletterte um 2,3 Prozent auf 23.818 Punkte. Der Ölpreis stieg um 5,6 Prozent auf 51,82 Dollar je Barrel der Sorte Brent. Der Goldpreis fiel dagegen um 4,6 Prozent auf 1.257 Dollar je Unze. Der Euro verlor im Wochenverlauf 0,7 Prozent auf 1,120  Dollar an Wert.

Windaktien

Der dänische Windkraftanlagenhersteller Vestas erhielt Großaufträge aus China und Brasilien über 40 und über 100 Megawatt (MW). Gestamp Wind hat bei ihm für den Einsatz in Brasilien 20 Windräder für die Windparks Pedra Rajada I und II in Rio Grande do Norte im Nordosten von Brasilien bestellt. Dieser Auftrag beinhaltet laut Vestas auch einen zehnjährigen Serviceauftrag. Die Dänen sollen die Anlagen im zweiten Quartal 2017 ausliefern. Die Inbetriebnahme der Windparks ist für das dritte Quartal vorgesehen.
Nach China soll Vestas 50 Anlagen des Typs V100-2.0 MW für das Windprojekt Liulongtai im Nordosten des Landes liefern. Auftraggeber ist die CGN Wind Energy Limited, mit der Vestas seit zehn Jahren zusammenarbeitet. Vestas wurde hier beauftragt, zudem zwei Jahre lang die Serviceleistungen zu übernehmen. Die Windkraftanlagen sollen im zweiten Quartal 2017 geliefert und im dritten Quartal 2017 in Betrieb genommen werden.

Die französische Futuren SA hat neun weitere Windkraftanlagen in Betrieb genommen. Sie bilden den Windpark Chemin Perré, der sich im Département Aube im Nordosten von Frankreich befindet. Der neue Windpark hat laut Futuren eine Gesamtkapazität von 18 MW. Das Unternehmen aus Aix-en-Provence ist auf den Betrieb von Windkraftanlagen spezialisiert. Es kündigte an, bis Januar 2017 auch den Windpark Les Monts in Betrieb zu nehmen. Dieser soll 13 MW erreichen. Die Projektpipeline von Futuren für die kommenden drei Jahre sieht einen Ausbau um rund 200 MW vor. Gegenwärtig betreibt das Unternehmen für Kunden und auf eigene Rechnung Windparks mit insgesamt 732 MW. Die ehemalige Theolia SA wurde im Herbst 2015 zur heutigen Futuren umfirmiert.

Solaraktien

Der Solarausrüster centrotherm photovoltaics AG hat die Prognose für das Gesamtjahr kassiert. Erst im August hatte das Unternehmen aus Blaubeuren die Prognose noch bekräftigt. Der Vorstand der centrotherm photovoltaics AG verwies zur Erklärung auf den starken Preisverfall bei Solarzellen. Die Folge sei, dass Kunden von centrotherm photovoltaics ihre Investitionen in den Bereichen Solarzelle und Silizium verschieben. Eine neue Prognose gab der Vorstand nicht heraus. Er hatte bislang für 2016 einen Umsatz von 120 bis 150 Millionen Euro anvisiert. Schon im vergangenen Jahr hatte centrotherm die ausgegebene Prognose nicht erreicht. Statt der angekündigten 150 bis 200 Millionen Euro hatte die centrotherm photovoltaics AG nur rund 139 Millionen Euro erlöst.

Die kriselnde Singulus Technologies AG hat eine Aktienemission abgeschlossen und damit über sechs Millionen Euro eingesammelt. Der Solarausrüster aus Kahl am Main gab bekannt, dass sich mit der Kapitalerhöhung sein Grundkapital von zurzeit 6,066 Millionen Euro auf 8.088 Millionen Euro erhöht. Die Einbeziehung der neuen Aktien in die bestehende Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse werde voraussichtlich am 12. Oktober 2016 erfolgen.

Der Solarausrüster Meyer Burger Technology AG meldete zwei Großaufträge über insgesamt 15 Millionen Schweizer Franken (CHF). Laut dem Unternehmen aus der Schweiz haben zwei bestehende Kunden aus Asien und Europa bei Meyer Burger für diesen Preis Diamantdrahtsägen geordert. Die Lieferung und die Installation der Diamantdrahtsägesysteme sei bis Ende 2016 geplant. Sie ermöglichen es laut Meyer Burger den ungenannten Kunden, die Herstellungskosten für Solarwafer nachhaltig zu senken.

Andere Aktien

Die KTG Agrar SE wird stillgelegt. Das hat die Gläubigerversammlung des Agrarkonzerns beschlossen. Damit ist das endgültige Aus des Unternehmens besiegelt. Anfang September hatte Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus bekannt gegeben, die KTG Agrar sei mit etlichen Hundert Millionen Euro überschuldet. Der Agrarkonzern schuldet allein den Investoren seiner Anleihen rund 342 Millionen Euro. Vor rund zwei Wochen hatte die Gustav Zech Stiftung die meisten Agrar-Aktivitäten der KTG Agrar übernommen.
Die Gläubigerversammlung hat auf Antrag des Insolvenzverwalters zudem beschlossen, dass die Aktie der KTG Agrar zum Jahresende aus dem Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse genommen wird. Sie beschloss auch das Delisting der Anleihen des Agrarkonzerns.

Bildhinweis: Sojafeld der KTG Agrar. / Foto: Unternehmen

RWE hat die Ökostromtochter Innogy an die Börse gebracht. Die Ausgabe der 139 Millionen Aktien brachte dem Energiekonzern satte fünf Milliarden Euro ein. Er hält mit 75 Prozent weiter die Mehrheit an dem Tochterunternehmen. An Innogy hat RWE nicht nur das Geschäft mit Erneuerbarer Energie ausgelagert, sondern auch das Stromnetzgeschäft und das Vertriebsgeschäft.
Innogy verfügt mit seinen Windkraftanlagen, Wasserkraftwerken und Bioenergienanlagen nach eigener Darstellung über eine Leistungskapazität von insgesamt 3,6 Gigawatt (GW). Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete Innogy ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 4,5 Milliarden Euro. RWE hatte angekündigt, dass Innogy künftig den Großteil des Jahresgewinns als Dividende an die Aktionäre ausschütten werde.

Die Bohrtechnik- und Geothermiespezialistin Daldrup & Söhne AG hat im ersten Halbjahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 7,3 Milionen Euro erwirtschaftet, rund 3,1 Millionen mehr als im Vorjahr. Im Konzern erzielte Daldrup ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 0,7 Millionen Euro. Das EBIT stieg damit im Vorjahresvergleich um 0,3 Millionen Euro. Der Vorstand geht davon aus, die Prognose für das Geschäftsjahr 2016 mit einer Gesamtleistung von 33 Millionen Euro und einer EBIT-Marge zwischen 2 Prozent und 5 Prozent zu erreichen.

Tesla Motors, Elektroauto-Hersteller aus Kalifornien, hat im dritten Quartal den Absatz deutlich gesteigert. Er lieferte 24.500 Autos aus und damit 70 Prozent mehr Elektrofahrzeuge als im Vorquartal. Die Produktion erhöhte sich um 37 Prozent auf 25.185 Elektroautos. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2015 hatte Tesla 11.603 Fahrzeuge ausgeliefert und 7.785 im dritten Quartal 2014.
Für das laufende vierte Quartal kündigte Tesla-Chef Elon Musk eine weitere Steigerung von Produktion und Auslieferungen an. Ihm zufolge wurden bereits im dritten Quartal 5.500 weitere Fahrzeuge abgesetzt. Weil die Auslieferung aber noch nicht abgeschlossen war, würden sie erst im laufenden Jahr in die Berechnungen aufgenommen. Musk bekräftigte das Ziel, in der zweiten Jahreshälfte mindestens 50.000 Elektroautos auszuliefern. Erst in den kommenden Wochen will er Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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