17.08.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Zahlreiche Solarunternehmen schreiben im 1. Halbjahr rote Zahlen – Roth & Rau AG trotzt dem Branchentrend – UmweltBank AG weiter auf Wachstumskurs

Der DAX hat in der vergangenen Woche um 2,75 Prozent auf 5.401 Punkte verloren. Der US-amerikanische Dow Jones legte 1,53 Prozent zu auf 9.398 Punkte. Der japanische Nikkei verbesserte sich um 1,24 Prozent auf 10.517 Punkte. Öl ist billiger geworden: ein Barrel der Sorte Brent Crude Oil kostete zum Wochenschluss 72,32 US-Dollar nach 73,40 Dollar in der Vorwoche (minus 1,5 Prozent). Der Kupferpreis stieg um 4,3 Prozent auf 6.386 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1,419 Dollar.


Windaktien

Die Cuxhavener PNE Wind AG hat im ersten Halbjahr ihre Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41,7 Prozent auf 94,7 Millionen Euro gesteigert. In dieser Kennziffer sind Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und sonstige betriebliche Erlöse enthalten. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank von 25,9 auf 8,0 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 5,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 24,4 Millionen Euro). 

Laut einer Entscheidung des Bundeskartellamtes dürfen Windparks der französischen Théolia SA an die Kölner RheinEnergie AG verkauft werden. Wie Théolia mit Sitz in Aix-en-Provence mitteilte, wurde der schon im Juni angekündigte Verkauf der 19 Windparks mit einer Gesamtleistung von 100,6 Megawatt (MW) nun vollzogen. Die Kaufsumme wurde nicht bekannt gegeben. 


Solaraktien

Nach vorläufigen Zahlen hat die Bonner Solarparc AG ihr Konzernergebnis vor Steuern (EBT) im ersten Halbjahr von 0,31 auf 6,32 Millionen Euro verzwanzigfacht. Der Nettogewinn stieg von 0,18 auf 4,6 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 0,03 auf 0,77 Euro. Der Konzernumsatz kletterte im Jahresvergleich um 27 Prozent von 4,15 auf 5,26 Millionen Euro. Das gute Ergebnis wurde den Angaben zufolge maßgeblich durch den Verkauf von Solarparks erzielt. 

Die Errichtung eines 100-MW-Solarparks hat die chinesische Suntech Power Holdings Co Ltd. mit der Stadt Lianyungang in der chinesischen Provinz Jiangsu beschlossen. Die erste Bauphase mit 20 MW soll noch in 2009 begonnen werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts gibt Suntech Power mit 257 Millionen Euro an. 

Einen Einbruch des EBIT auf minus 12,56 Millionen Euro meldete die Manz Automation AG für das erste Halbjahr (Vorjahr: plus 12,02 Millionen Euro). Das Periodenergebnis beläuft sich den Angaben zufolge auf minus 9,82 Millionen Euro (2008: 8,82 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie verschlechterte sich von plus 2,41 auf minus 2,08 Euro. Der Umsatz sank von 101,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 28,28 Millionen Euro. Manz hofft nun auf positive Impulse im zweiten Halbjahr.

Die Münchener Centrosolar Group AG muss im ersten Halbjahr einen EBIT-Verlust von minus 11,3 Millionen Euro ausweisen, nach plus 6,8 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf negative 37,1 Millionen Euro, nach positiven 2,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 19 Prozent von 151,7 auf 122,2 Millionen Euro, wovon 57 Prozent im Ausland erzielt wurden. 

Die SolarWorld AG aus Bonn hat nach eigenen Angaben vom US-Verteidigungsministerium den Auftrag erhalten, ein 1,2-MW-Solarkraftwerk im Bundesstaat Colorado auszustatten. Die USA sind derzeit der drittgrößte Absatzmarkt für Solarstromtechnologie weltweit. “Ab dem vierten Quartal 2009 wird dort die Förderung von Solarstrom voraussichtlich greifen. Mit unseren Standorten in den USA sind wir bestens auf die erwartete positive Entwicklung am US-Markt vorbereitet”, sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck. Der Solarkonzern bestätigte seine Halbjahreszahlen. 

Einen Auftrag zur Lieferung von Solarmodulen im Gesamtumfang von fünf MW hat die meridian Neue Energien GmbH aus Suhl der Yingli Green Energy erteilt. Wie meridian mitteilte, sollen damit fünf Aufdachprojekte auf landwirtschaftlichen Gebäuden in den neuen Bundesländern ausgerüstet werden.

Das kanadische Solarunternehmen Carmanah Technologies Corp. hat seinen Halbjahresverlust im Jahresvergleich mehr als verfünffacht. Laut dem Unternehmen stieg der Fehlbetrag aus betrieblicher Tätigkeit von minus 0,27 auf minus 1,46 Millionen Euro. Das Periodenergebnis verschlechterte sich von 0,31 auf minus 1,16 Millionen Euro. Der Umsatz sank von 19,97 auf 12,8 Millionen Euro. Das Unternehmen erklärte, dass es keine Schulden habe und über Barvermögen verfüge. 

Die Übernahme der dänischen Renewagy A/S durch die Hamburger Colexon AG ist abgeschlossen. Wie Colexon mitteilte, besitzt sie nun 98,18 Prozent des Grundkapitals der Renewagy A/S. Die für die Übernahme ausgegebenen neuen Colexon-Aktien werden ab dem 18. August im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. 

Für einen Zwei-MW-Solarpark auf dem Gelände der Colorado State University in Fort Collin liefert die chinesische Trina Solar Ltd. die Module. Wie das Unternehmen berichtete, wird die Anlage von der Renewable Ventures realisiert. 

Einen EBIT-Verlust von 47,6 Millionen Euro weist der Solarzellenhersteller Q-Cells SE aus Bitterfeld-Wolfen für das erste Halbjahr aus (Vorjahreszeitraum: 119,1 Millionen Euro). Der Halbjahresumsatz sank bei nahezu konstantem Produktionsvolumen von 579,5 auf 366,2 Millionen Euro. Das Geschäft sei durch einen massiven Preisverfall bei Solarzellen und eine deutlich verringerte Nachfrage belastet worden, so Q-Cells. Laut Vorstandschef Anton Milner soll ein Maßnahmenpaket das Unternehmen mittelfristig aus der Krise führen. Diese beinhalte unter anderem den Abbau von 500 Arbeitsplätzen und weitere Kurzarbeit im Werk Thalheim. 

Das Düsseldorfer Solarunternehmen systaic AG plant, beim Vertrieb von Auto-Solardächern künftig mit der Saint-Gobain Sekurit France SAS zu kooperieren. Die bereits gemeldeten Umsatz- und Gewinnzahlen für das erste Halbjahr wurden bestätigt. Die Forderungen aus Lieferung und Leistung reduzierten sich seit Vorjahresende um 104 Millionen Euro auf 76 Millionen Euro. Die Nettofinanzverschuldung sank um 68 Prozent auf 21 Millionen Euro.

Von 582 auf 228 Millionen Euro sank der Umsatz des Hamburger Solarunternehmens Conergy AG im ersten Halbjahr. Im zweiten Quartal fielen Erlöse in Höhe von 163,4 Millionen Euro an. Das EBIT verschlechterte sich auf minus 47 Millionen Euro (Vorjahr: minus 33,3 Millionen Euro). Die Nettoverschuldung sank von 550 auf 287,1 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Dieter Ammer rechnet für das Gesamtjahr mit einem operativen Verlust, 2010 wolle man Gewinn machen.

Einen Anstieg des EBIT im ersten Halbjahr um 83,3 Prozent auf 33,6 Millionen Euro meldete der Solarausrüster centrotherm photovoltaics AG. Der Umsatz des Blaubeurener Unternehmens stieg demnach um 88,5 Prozent auf 264,1 Millionen Euro. Zum Stichtag 30. Juni 2009 betrug der Auftragsbestand 1.010 Millionen Euro (Vorjahr: 990,2 Millionen Euro). Das Unternehmen bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr: 500 bis 550 Millionen Euro Umsatz, bei einer Steigerung des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Das Halbjahres-EBIT des Solarmodulbauers aleo solar AG ist von 11,4 Millionen Euro auf 2,2 Millionen Euro eingebrochen. Der Halbjahresumsatz ging von 159,4 Millionen Euro im Vorjahr auf 118,1 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis je Aktie beträgt 0,27 Euro (2008: 0,60 Euro). Konkrete Ziele für 2010 nannte aleo solar nicht. 

Das Photovoltaik-Systemhaus Phoenix Solar AG verbucht für die ersten sechs Monate des Jahres ein EBIT von minus 7,3 Millionen Euro (Vergleichszeitraum 2008: plus 11,5 Millionen Euro). Das Konzernergebnis nach Steuern betrug minus 4,9 Millionen Euro nach plus 8,2 Millionen Euro in 2008. Das Halbjahresergebnis pro Aktie gab Phoenix Solar mit minus 0,73 Euro an (2008: plus 1,27 Euro). Die Umsatzerlöse im Halbjahr lagen mit 152,5 Millionen Euro leicht über dem Wert des Vorjahres von 151,8 Millionen Euro. 

Der Wechselrichterhersteller SMA Solar Technologie AG hat im ersten Halbjahr ein EBIT von 35 Millionen Euro erzielt (Vorjahr: 68,7 Millionen Euro). Die EBIT-Marge lag bei 14,2 Prozent (2008: 23,5 Prozent). Der Konzernüberschuss betrug 26,0 Millionen Euro (2008: 48,2 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie gibt SMA mit 0,75 Euro an (Vorjahr: 1,39 Euro). Der Umsatz betrug 247,1 Millionen Euro (Vorjahr: 292,6 Millionen Euro). Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einer EBIT-Marge zwischen 18 Prozent und 20 Prozent (122 und 146 Millionen Euro). 

Der börsennotierte Hersteller von Vakuum- und Hochtemperatur-Anlagen PVA TePla AG verzeichnet im ersten Halbjahr einen Anstieg des EBIT von 5,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 9,4 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse stiegen leicht auf 76,5 Millionen Euro (2008: 74 Millionen Euro). Das Konzernergebnis erreichte 6,1 Millionen Euro (Vorjahr 3,5 Millionen Euro). Der Geschäftsbereich Solar Systems war mit 31,8 Millionen Euro (Vorjahr 26,7 Millionen Euro) der umsatzstärkste der Gruppe. Für das Gesamtjahr bestätigte PVA TePla die EBIT-Prognose in Höhe von 16 - 18 Millionen Euro. Der Konzernumsatz werde leicht unter dem Vorjahreswert liegen. 

Entgegen dem Branchentrend konnte der börsennotierte Ausrüster für die Solarbranche, Roth & Rau AG, den Umsatz im ersten Halbjahr 2009 auf 117,04 Millionen Euro steigern (2008: 103,67 Millionen Euro). Das EBIT nahm um 13,9 Prozent zu auf 12,04 Millionen Euro. Der Auftragsbestand belief sich zum 30. Juni 2009 auf 161,49 Millionen Euro (2008: 278,04 Millionen Euro). Carsten Bovenschen, Finanzvorstand der Roth & Rau, sagte: „Für das Gesamtjahr 2009 ist es nach wie vor unser Ziel, einen Umsatz von 245 Millionen Euro bis 270 Millionen Euro zu erreichen.“


Bioenergieaktien

Aufträge aus der Slowakei und Lettland im Wert von rund zehn Millionen Euro berichtete der Hersteller von Biogasanlagen EnviTec AG. In beide Länder gehen demnach je zwei Anlagen mit je einem MW Leistung.

Der Grazer Anbieter von Biodieselanlagen BDI – BioDiesel International AG meldete für das 1. Halbjahr einen Umsatzeinbruch um 60 Prozent auf 13,6 Millionen Euro (Vorjahr: 32 Millionen Euro). Das EBIT sank auf 0,7 Millionen Euro, nach 1,7 Millionen Euro im Vorjahr. Den Nettogewinn gab BDI mit 0,9 Millionen Euro an, daraus resultiere ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,24 Euro (2008: 0,57 Euro). Man wolle das Jahr 2009 mit einem positiven Ergebnis abschließen, hieß es.



Andere Aktien

Die Nürnberger Umweltbank AG hat das Bilanzvolumen im ersten Halbjahr von 1,09 Milliarden auf 1,32 Milliarden Euro gesteigert. Das Geschäftsvolumen legte auf 1,45 Milliarden Euro zu (1. Halbjahr 2008: 1,20 Milliarden Euro). Seit Anfang Januar erhöhten sich die Kundeneinlagen von 712,2 auf 873,7 Millionen Euro. Die Bank gewann mehr als 6.500 neue Kunden auf rund 75.600 Personen. 
Insgesamt wurden 962,8 Millionen Euro an Krediten vergeben, nach 913,7 Millionen Euro zum Jahreswechsel. Im ersten Halbjahr wurden 327 Umweltprojekte neu finanzier, die Zahl der geförderten Projekte stieg auf 11.433.
Die Halbjahreserträge gab die Bank mit 12,18 Millionen Euro an, das Ergebnis vor Steuern mit 7,4 Millionen Euro. Der Nettogewinn beträgt demnach 3,9 Millionen Euro (1. Halbjahr 2008: 3,29 Millionen Euro). 

Einen Umsatzrückgang von 19,7 Prozent auf 36,59 Millionen Euro berichtete die Masterflex AG für das erste Halbjahr. Das EBIT sank auf minus 1,46 Millionen Euro. Das Konzernergebnis nach Anteilen Dritter verbesserte sich leicht von minus 2,47 auf minus 2,45 Millionen Euro. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr einen rückläufigen Konzernumsatz. Ein positives EBIT sei möglich, so Masterflex.

Der Umsatz der Landsberger Rational AG sank im ersten Halbjahr um zwölf Prozent auf 147,7 Millionen Euro. Das EBIT verringerte sich um 7,4 Millionen Euro auf 35,3 Millionen Euro. Die EBIT-Marge lag bei 23,9 Prozent. Wegen der Unsicherheiten der Wirtschaftslage sei eine seriöse Prognose derzeit nicht möglich, so Rational. 

Einen Vorsteuerverlust von 13,8 Millionen Euro berichtete die norwegische Renewable Energy Corporation ASA für das erste Halbjahr. Der Umsatz stieg demnach um elf Prozent auf 493,49 Millionen Euro.

Der Konzernüberschuss der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Capital Stage AG ist im ersten Halbjahr auf 1,85 Millionen Euro gefallen (Vorjahr: 6,8 Millionen Euro). Das Unternehmen meldete ferner die Übernahme des Solarparkbetreibers Krumbach Photovoltaik GmbH aus Bayern. Krumbach Photovoltaik werde einen Solar-Park mit einer Leistung von 3.020 kWp im bayerischen Krumbach bauen lassen und betreiben. 

Mit einem EBT von minus 8,3 Millionen Euro ist die Centrotec Sustainable AG im ersten Halbjahr tief in die negativen Zahlen gerutscht (Vorjahr: plus 7,6 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern (EAT) verschlechterte sich von 5,5 Millionen Euro auf minus 9,6 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,58 Euro, nach positiven 0,33 Euro im Jahr zuvor. Maßgeblich für das negative Ergebnis waren hohe Abschreibungen des Tochterunternehmens Centrosolar, an dem Centrotec zu 30 Prozent beteiligt ist. Im Gesamtjahr hält Centrotec die unteren Bandbreiten seiner bisherigen Jahresschätzung für den Umsatz zwischen 455 und 480 Millionen Euro, für das EBITDA von 43 bis 48 Millionen Euro und für das EBIT von 27 bis 32 Millionen Euro noch für erreichbar. 

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.


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