Die niederländischen GreenBuilding-Fonds der insolventen Wölbern Invest investieren unter anderem in Bürogebäude. Im Bild: ein Objekt in Amsterdam. / Quelle: Unternehmen

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Wölbern: GreenBuilding-Fonds in Schwierigkeiten?

Die nachhaltigen Immobilienfonds des insolventen Emissionshauses Wölbern Invest sind offenbar finanziell in einem schlechten Zustand. Am Amtsgericht Hamburg hat mittlerweile ein erstes vorläufiges Insolvenzverfahren über den Immobilienfonds Holland 55 eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Peter Alexander Borchardt bestellt.

Der Fonds war 2003 aufgelegt und ist bis 2004 vertrieben worden. Probleme bekam er bereits 2011: „Der auf zehn Jahre befristete Mietvertrag der Fondsimmobilie war bereits 2001 abgeschlossen worden und lief im November 2011 aus. Bis Anfang 2014 stand die Büroimmobilie nun leer. Zwischenzeitlich werden zumindest Teilflächen von zwei neuen Mietern genutzt“, erklärt dazu die Kanzlei Göddeke Rechtsanwälte aus Siegburg. Demnach sei die Fondsimmobilie Anfang Juni 2014 „noch immer mit einer hohen Darlehensschuld“ belastet gewesen.

Seit Jahresbeginn 2014  führt das Emissionshaus Paribus Capital insgesamt 23 Immobilienfonds, die Wölbern Invest aufgelegt hatte, darunter auch einige GreenBuilding-Fonds zu Büroimmobilien in den Niederlanden. Der Kanzlei Göddecke zufolge wurden die Ausschüttungen der Anleger von Holland 55 trotz der vorläufigen Insolvenz bislang nicht zurückgefordert. Nach Angaben von Paribus Capital handelt es sich bei Holland 55 handelt es sich bei dem insolventen Fonds nicht um einen GreenBuilding-Fonds. Eine Anfrage von ECOreporter.de zum Stand der Dinge der GreenBuilding-Fonds, die Paribus übernommen hat, läuft.

Allerdings steht es übereinstimmenden Medienberichten nach schlecht um viele weitere Immobilienfonds die Wölbern Invest aufgelegt hatte: Unter anderem die Fonds Holland 52, 54, 56, 58 und 64 stehen demnach vor auslaufenden Mietverträgen. Speziell für diese Fondsimmobilien ist das problematisch, weil der Immobilienmarkt in den Niederlanden in der Krise steckt.

In die Bredouille kamen die Fonds mit dem Skandal um Heinrich-Maria Schulte, den ehemaligen Chef und Gründer des Emissionshauses. Dieser muss sich derzeit in einem Strafprozess verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue in 360 Fällen vor (ECOreporter.de  berichtete). Den Berichten zufolge geht es um 147,3 Millionen Euro. Ein Teil davon soll der Angeklagte auch auf ein privates Konto gelegt haben. Rechtsexperten zufolge brächte eine mögliche Verurteilung den Anlegern jedoch kein Geld. Sie raten dazu, Schadenersatzansprüche prüfen zu lassen.
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