Dieser Immobilie gehört einem GreenBuilding-Fonds, der vom insolventen Enissioinshaus Wölbern Invest gestartet worden war. / Foto: Unternehmen

  Anleihen / AIF

Wölbern-Skandal: Fonds prüfen millionenschwere Schadenersatzklage

Im Untreue-Prozess gegen den Gründer und ehemaligen Geschäftsführer des Hamburger Emissionshauses Wölbern Invest ist mittlerweile auch sein ehemaliger Anwalt und dessen Kanzlei ins Zwielicht geraten. Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Diesen zufolge steht die Kanzlei  Bird & Bird im Verdacht, die mutmaßliche Untreue des Ex-Wölbern-Geschäftsführers nachträglich juristisch bemäntelt zu haben. Diesen Vorwurf enthält laut dem „Handelsblatt“ die Anklageschrift, die dem Blatt nach eigenen Angaben in Auszügen vorliegt.

Dem Wölbern-Gründer wird unter anderem vorgeworfen, sich privat am Fondsvermögen der geschlossenen Immobilienfonds seines Hauses bereichert zu haben. Insgesamt soll er aus 360 Fonds zwischen 2010 und 2013 rund 147 Millionen Euro entnommen haben. Vor dem Hintergrund haben sich 30 der geschädigten Immobilienfonds zusammengeschlossen, um eine Sammelklage auf Schadenersatz zu prüfen. Nach Angaben des „manager magazin“ könnten auf Bird & Bird als Berater des Wölbern-Chefs bei zahlreichen fragwürdigen Transaktionen Schadenersatzforderungen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe zukommen.

Die Liquiditätslücken belasten die Fonds, die Wölbern aufgelegt hat, bis heute schwer. Davon sind auch einige GreenBuilding-Fonds betroffen, die mittlerweile von dem Emissionshaus Paribus Capital GmbH gemanagt werden. ECOreporter.de hat Paribus jüngst zur Lage dieser Fonds befragt (mehr lesen Sie  hier).  Der Hauptangeklagte im Wölbern-Prozess befindet sich seit einer Razzia bei Wölbern Invest im September 2013 in Untersuchungshaft. Seine Verteidiger und er selbst haben die Vorwürfe  vor Gericht stets zurückgewiesen.  
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