28.06.11 Anleihen / AIF

„Wohin der Weg für Dach-Solaranlagen geht, liegt in den Händen der Bundesregierung“ – Interview mit Martin Betzold, Green City Energy GmbH


Die Green City Energy GmbH ist einer von mehr als 30 Ausstellern der Messe Grünes Geld München am 9. Juli im Künstlerhaus am Lenbachplatz. Die für Besucher kostenlose Veranstaltung bietet Neueeinsteigern wie Finanzprofis detaillierte Einblicke in Trends, Entwicklungen und neue Produkte am Markt für nachhaltiges Investment im deutschsprachigen Europaraum. Mehr dazu erfahren Sie Opens external link in new windowhier.


ECOreporter.de: Die Einspeisevergütung für Solarstrom wird zum 1. Juli nicht gekürzt. Wie ist dies aus der Sicht von Solarfonds-Anbietern und -Anlegern zu bewerten?

Martin Betzold: Grundsätzlich gilt es, kurzfristige Vorteile und mittelfristige Risiken für die Branche zu unterscheiden. Für das Jahr 2011 ist die Fortschreibung der EEG-Vergütung auf gleichem Niveau für alle Beteiligten attraktiv. Solarfondsanbieter profitieren in der Fondskonzeption von höheren kalkulatorischen Stromerlösen. Dies stärkt die Wirtschaftlichkeit von Solarfonds und lässt für Anleger attraktive Renditen erwarten. Perspektivisch bleibt die gesamte Branche jedoch unter Druck, die bevorstehende Novellierung des EEG verheißt wenig Gutes.


ECOreporter.de: Werden Deutschland Solarfonds mit der Neuregelung ab 2012 noch rentabel sein? Inwiefern macht es Sinn auf als Anleger oder Initiator auf andere Erneuerbare-Energieformen zu setzen, auf Beteiligungsangebote auszuweichen, die im Ausland investieren?

Betzold: Die Rentabilität hängt maßgeblich von der Ausgestaltung der Vergütungssätze ab. Ferner ist es für einen funktionierenden Markt unerlässlich, dass ein Wachstum ohne Deckel möglich ist. Nachdem diese beiden Punkte noch in der Abstimmung sind, ist eine Marktprognose für 2012 extrem schwierig. Grundsätzlich gilt: Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Werden falsche oder keine Anreize gesetzt, droht die Bundesregierung die solare Energiewende abzuwürgen.


ECOreporter.de: Die EEG-Novelle 2012 sieht vor, Dachanlagen gegenüber Freiflächenanlagen deutlicher zu bevorzugen. Wie schätzen Sie die Marktaussichten von Dachphotovoltaik ein?
Betzold: Ganz egal ob Dachfläche oder Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen – entscheidend ist der Vergütungssatz. Die bis dato geringere Vergütung für Freiflächen-Anlagen reflektiert bereits heute die günstigeren Herstellungskosten gegenüber komplexeren Dachanlagen. Das Endergebnis in der EEG-Novelle bestimmt für jede Energieform der Erneuerbaren deren Zukunftsweg. Wohin dieser für Dachanlagen geht, liegt in den Händen der Bundesregierung. Fällt die Absenkung beziehungsweise Deckelung zu krass aus, wird der Markt nur einen Teil kompensieren können. Der Rest geht zu Lasten der Rendite der Solarfonds.


ECOreporter.de: Was werden Sie auf der Messe Grünes Geld in München präsentieren und mit welchen Erwartungen kommen Sie zu der Veranstaltung?

Betzold: Unsere Erwartungen sind nach den sehr positiven Erfahrungen im letzten Jahr durchaus hoch, wir hoffen auf viele interessierte Besucher. Ihnen stellen wir unsere Aktuellen Produkte, das Genussrecht Kraftwerkspark I sowie den Solarpark Deutschland 2011 vor. Der Kraftwerkspark steht nach großer Nachfrage bereits kurz vor der Schließung, der Solarpark Deutschland 2011 hingegen steht Anlegern ab dem 6. Juli zur Zeichnung offen. Neben unseren aktuellen Produkten werden wir Green City Energy auch als Unternehmen präsentieren, das aus einer Umweltschutzorganisation heraus gewachsen ist.



ECOreporter.de: Was raten Sie einem Anleger, der sich erstmals nachhaltigen Geldanlagen nähert und direkt in die Energiewende in Deutschland investieren möchte?

Betzold: Anleger sollten sich immer ein Bild der aktuellen Produkte auf dem Markt machen. Es gilt vor allem, die Anbieter genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Zuge des Booms von Sonnen-, Wind- und anderen Ökofonds sind viele Trittbrettfahrer aufgesprungen. Als Anleger muss man sich fragen, woher Anbieter von Schiff- oder Medienfonds Ihre Expertise für Erneuerbare Energien beziehen. Die Glaubwürdigkeit des Anbieters ist entscheidend. Nur so können Anleger sicher stellen, dass Ihr Geld auch sinnvoll in den richtigen Projekten investiert ist.

ECOreporter.de: Herr Betzold, wir danken Ihnen für das Gespräch.
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