Freiflächenanlage mit Modulen von Yingli. / Quelle: Unternehmen

09.01.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Yingli Green Energy will 2014 die Gewinnzone erreichen

Kürzlich sind die chinesischen Solarkonzernen Trina Solar und JinkoSolar in die Gewinnzone zurückgekehrt und haben erstmals seit langem wieder Quartalsgewinne ausgewiesen. Die ebenfalls in China ansässige Yingli Green Energy, der größte Solarkonzern der Welt, geht davon aus, es diesen Konkurrenten gleich zu tun und demnächst erstmals seit Mitte 2011 ein Quartal mit schwarzen Zahlen zu bilanzieren. Das erkärte dessen Finanzchef Wang Yiyu gegenüber Bloomberg. Das Unternehmen aus Baoding hatte für das zuletzt abgeschlossene dritte Quartal 2013 noch einen Nettoverlust in zweistelliger Millionenhöhe verbucht. Mit 38,6 Millionen Dollar hatte das Minus aber bereits deutlich unter dem Verlust von 157,4 Millionen Dollar im Vorjahresquartal gelegen. Dies hatte Yingli mit deutlich gestiegenen Absätzen und verringerten Fixkosten erklärt (wir berichteten).

Das führt Wang auch gegenüber Bloomberg als wesentlichen Faktor dafür an, dass das Unternehmen bald wieder Gewinne erwirtschaften werde. Allerdings könne im Ende 2013 abgeschlossenen vierten Quartal noch ein leichter Verlust angefallen sein. Das Unternehmen profitiere von der stark steigenden Nachfrage aus dem Heimatmarkt China. Der Finanzvorstand geht davon aus, dass Yingli in 2014 knapp ein Drittel seiner Auslieferungen in China tätigen wird.

Der Solarboom in der Volksrepublik wurde durch die Einführung fester Einspeisetarife angestoßen. Mit der deutlich verbesserten Förderung von Photovoltaik will die Zentralregierung in Peking nicht nur den chronischen Energiemangel in dem aufstrebenden Riesenreich begegenen, sondern auch die Produktionskapazitäten der Solarhersteller aus China auslasten. Denn sie betrachtet diesen Sektor als Schlüsselbranche der Zukunft. Die chinesische Regierung hat das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2015 in der Volksrepublik eine installierte Kapazität von 35 Gigawatt (GW) zu erreichen. Zum Vergleich: Deutschland, der weltweit größte Solarmarkt, hat mehr als ein Jahrzehnt gebraucht, um eine solche Gesamtkapazität zu erreichen. China würde dies innerhalb von vier Jahren gelingen, wenn der Plan der Regierung aufgeht. Die chinesische Energiebehörde hat jetzt angekündigt, dass allein im kommenden Jahr Photovoltaikprojekte mit einer Gesamtleistung von zwölf GW neu installiert werden. Laut der kalifornischen Marktforschungsgesellschaft NPD Solarbuzz entspricht dies der Menge der im vierten Quartal 2013 weltweit neu aufgestellten Solaranlagen. Die Marktforscher der Mercom Capital Group erwarten allerdings, dass China unter anderem aufgrund von Problemen beim Netzanschluss die angestrebte Rekordmarke verfehlen wird. Sie gehen von 10,5 GW in 2014 neu installierter Solarstromkapazität aus und verweisen darauf, dass nach ruind acht GW Zubau in 2013 schon dieses Wachstum der Nachfrage die chinesische Solarbranche enorm beflügeln dürfte.

Durch die hohe Nachfrage können selbst große Hersteller wie Yingli ihre Produktion auslasten. Das wiederum ermöglicht es ihnen, ihre Kosten je Stück zu verringern. Die großen Solarkonzerne können ihre Kosten stärker senken als kleinere, weil sie in der Regel günstiger einkaufen können. Für ihre hohen Produktionsmengen geben sie zum Beispiel bei Zulieferern so großen Bestellmengen in Auftrag, dass diese ihnen günstigere Konditionen einräumen. Bereits im November hatte ECOreporter.de darüber berichtet, dass die großen Solarhersteller aus China ihre Kosten stetig verringern und ihre Margen verbessern dürften (per Mausklick gelangen Sie zu dem Beitrag). Yingli ist dies laut Wang gelungen. Das Unternehmen wird nach seiner Aussage in diesem Jahr eine Marge von 16 Prozent oder mehr erreichen. NPD Solarbuzz sagt für die großen Solarhersteller voraus, dass sie dank ihres Kostensenkungspotentials schon bald Margen jenseits der Marke von 20 Prozent erreichen könnten, was ihnen seit 2010 nicht mehr gelungen sei. YIngli ist aber auch darauf angewiesen, die Einnahmen deutlich zu verbessern. Nicht zuletzt weil es so massiv in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten investiert hat, ist das Unternehmen mit insgesamt verschuldet.

Die Börsianer scheint die Schuldenlast nicht zu schrecken. Seit Jahrebeginn hat der Aktienkurs von Yingli weiter krätig zugelegt. Dazu trug auch eine Vereinbarung mit der staatlichen China National Nuclear Corporation (CNNC) bei, die den Absatz des Solarkonzers weiter beflügeln dürfte (auch darüber haben wir berichtet). Auf Jahressicht beträgt der Kurszuwachs der Aktie über 167 Prozent.

Yingli Green Energy Holding Ltd: ISIN US98584B1035 / WKN A0MR90
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