Eine große Referenzanlage von Yingli in Malaysia. Der jüngste Großauftrag kommt aus China. / Foto: Unternehmen

22.07.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Yingli soll Photovoltaik-Großvorhaben in China realisieren

In der chinesischen Heimat soll Yingli Green Energy eine große Solaranlage nicht nur mit Modulen ausstatten. Der Konzern erhielt den Auftrag, das ganze Bauvorhaben zu planen und umzusetzen. Die Aktie des finanziell angeschlagenen Photovoltaik-Riesen aus Baoding setzte ihren jüngsten Abwärtstrend dennoch fort.

Die Stadt Datong in der chinesischen Provinz Shanxi steckt mitten in einer Erneuerbare-Energien-Offensive: In den kommenden zwölf Monaten sollen dort Solaranlagen mit 950 Megawatt (MW) Leistungskapazität errichtet werden. Verteilt wird diese neu Solarstromleistung auf sieben Solarparks mit jeweils 100 MW geplanter Leistungskapazität und fünf Anlagen mit 50 MW Kapazität pro Kraftwerkskomplex. Der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy ist nach eigenen Angaben eines von 55 Unternehmen, die sich an den Ausschreibungen beteiligt hatten. Mit Erfolg: Den Zuschlag für eines der 50-MW Projekte habe die Tochtergesellschaft Yingli Energy (China) Company Ltd. erhalten, hieß es.

Der massive Ausbau der Solaratromkapazitäten in und um Datong ist auch möglich, weil die Region um die Stadt 300 Kilometer westlich von Peking zu den Kohlebergbau-Hochburgen Chinas zählt. Die Solaranlagen seien auf zurückgewonnenen Bergbauflächen geplant, so Yingli.

Die Yingli-Aktie verharrt an der Deutschen Börse seit Wochen unterhalb der Ein-Euro-Grenze. Der Konzern war unter Druck geraten, nachdem er gegenüber der US-Börsenaufsicht einräumen musste kurzfristige Schulden in Milliardenhöhe angehäuft zu haben (ECOreporter.de   berichtete). Seither halten sich Gerüchte, wonach Yingli sich mit der Refinanzierung schwer tue. Dem hat der Konzern allerdings bisher immer widersprochen. Im Zusammenhang mit dieser Warnung an die Aufsichtsbehörde haben einzelne Anleger in den inzwischen USA Klagen gegen Yingli angestrengt. Darin wird der Standpunkt vertreten, Yingli habe in der verspätet veröffentlichten Bilanz für 2014 unzureichend und irreführend über die Problemlage informiert.

Aktie weiter im Abwärtstrend

Von dem Absturz, den die Yingli-Aktie Ende Mai nach der Warnung gegenüber der US-Börsenaufsicht erlitten hatte (beinahe 30 Prozent Kursverlust), hat sie sich bis heute noch nicht wieder richtig erholt. Die Aktie rangierte an der Deutschen  Börse letztmals am 6. Juli 2015 über der Ein-Euro-Marke. Heute bis 10:42 Uhr verlor sie 2,3 Prozent an Wert und kostete somit 0,86 Euro. Damit hat sie allein in den vergangenen vier Wochen knapp ein Viertel ihres Gesamtwertes verloren. Auf Jahressicht hat sich die Yingli-Aktie um 63,8 Prozent verbilligt.

Yingli Green Energy: ISIN US98584B1035 / WKN A0MR90
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