Innenansicht einer Modulfertigung. Marktbeobachtern zufolge ziehen die Verbraucher derzeit häufiger Gebrauchtware vor. / Foto: Centrosolar AG.

21.10.14 Erneuerbare Energie

Zurück in der Abwärtsspirale? – Solarmodulpreise fallen

Die Preise für Solartechnik sind in Deutschland in den vergangenen Wochen  deutlich gesunken. Allein für September verzeichnet der Preisbarometer des Online-Marktplatzes pvXchange knapp drei Prozent Rückgang auf 0,62 Cent pro Watt installierte Leistungskapazität. Den Experten zufolge reagierte der Handel mit Preisnachlässen auf den anhalten schleppenden Absatz.

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.


Marktkommentar für September 2014

Wieder ist ein Monat ohne eine wesentliche Belebung des europäischen Marktes vergangen. Das macht sich auch bei den Preisen bemerkbar. Während die Modulpreise von japanischen oder chinesischen Herstellern im September noch stagnierten, sinken die Werte seit Anfang Oktober über alle Herkunftsregionen hinweg wieder. Deutsche Module haben dabei überproportional nachgelassen, nachdem einige Anbieter aufgrund schleppender Verkäufe nochmals eine deutliche Preisanpassung nach unten durchgeführt haben. Diese Korrektur kommt in diesem Jahr früher als üblich.

Ob die Ermäßigung, insbesondere bei hochwertigen Produkten, zu einer allgemeinen Belebung des Absatzes führen wird, ist fraglich. Zu stark ist mittlerweile die Präsenz von Billiganbietern aus Fernost, die mit immer neuen Tricks die zu Makulatur degradierten Einfuhrbeschränkungen der EU-Kommission umgehen. Gleichzeitig wächst jedoch das Interesse an Gebrauchtware oder aus anderen Gründen abgewerteten Produkten. Fehlende Garantien bei Insolvenz- oder Gebrauchtware ist häufig kein Thema, nachdem das Vertrauen in die Garantiezusagen noch existierender Hersteller ohnehin nicht mehr sehr groß ist. Diese Entwicklung zeigt, dass ein geringerer Preis für den Erhalt und das Wachstum des PV-Marktes wichtiger ist als Qualitätsversprechen und Markenvertrauen.


Grafik: pvXchange

Hinweise zur Darstellung:

1. Es werden nur Netto-Preise für Photovoltaik-Module angezeigt.
2. Die Preise sind keine Endkundenpreise. Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage muss der Wert in Deutschland etwa mit dem Faktor 2 - 3 multiliziert werden.
3. Die Preise stellen die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt dar (verzollte Ware).

Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.
Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.
Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich.
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