Ekkehard Thiesler ist Vorstandsvorsitzender der KD-Bank. / Foto: Unternehmen

27.08.19 Meldungen , Finanzdienstleister

"6 aus 49"-Interview mit Dr. Ekkehard Thiesler: "Es sollte öfter auf die schwäbische Hausfrau gehört werden"

Wie ticken die Leute hinter den Kulissen der nachhaltigen Geldanlage? Heute antwortet Dr. Ekkehard Thiesler, Vorstandsvorsitzender der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank).

Um Zahlen, Kurse und Renditen dreht sich vieles in der nachhaltigen Geldanlage. Aber was sind das eigentlich für Menschen, die in den Anlageberatungen, in grünen Banken, Emissionshäusern oder Versicherungen arbeiten?

Um das herauszufinden, stellt ECOreporter ihnen jeweils 6 aus insgesamt 49 Fragen – mal witzig, mal ernster. Diesmal antwortet Ekkehard Thiesler. Der Bankkaufmann und Betriebswirt ist seit 2005 Vorstandsvorsitzender der genossenschaftlichen, christlich orientierten KD-Bank mit Sitz in Dortmund.

 

1. Herr Thiesler, Traumberuf Bankangestellter?

Ja, absolut. Das Thema Geld, Geldvermehrung und Geldverwaltung hat mich schon immer fasziniert. Denn Geld ist der Schmierstoff einer funktionierenden Wirtschaft, unsere Branche trägt Verantwortung für das Gemeinwesen. Diese Verantwortung wahrzunehmen, also ökonomische, ökologische und soziale Ansprüche im Bankgeschäft zu verbinden, macht mir Freude. Wir tun dies, indem wir soziale Projekte finanzieren, unter nachhaltigen Aspekten am Kapitalmarkt anlegen und ganzheitlich unter der Berücksichtigung ethischer Aspekte arbeiten.

 

2. Wieso sollten wir überhaupt noch in eine Bank-Filiale gehen?

Gute Frage ­– bei uns in der Bank für Kirche und Diakonie war das noch nie zwingend erforderlich, wir sind für die meisten unserer Kunden bundesweit seit jeher eine Fern- bzw. Direktbank. Das funktioniert, weil wir an das Servicenetz der Volks- und Raiffeisenbanken angeschlossen sind. Kontakte zu unseren Kunden pflegen wir per Telefon und Brief und seit Jahren natürlich online. Persönliche Gespräche finden nach Bedarf in einer unserer Filialen und Repräsentanzen oder vor Ort beim Kunden statt.

 

3. Welches Finanzprodukt würden Sie Menschen empfehlen, die mit ihrem Geld möglichst viel Wirkung erzeugen wollen?

Ganz klar unseren FairWorldFonds, der unter ethisch-nachhaltigen und entwicklungspolitischen Kriterien anlegt. Dieser Mischfonds überträgt die Idee des fairen Handels auf den Kapitalmarkt und ist damit seit fast zehn Jahren sehr erfolgreich. Über 1 Milliarde Euro sind in diesem Fonds investiert.

 

4. Welchem Alarmsystem vertrauen Sie in Sachen Geld?

Ganz einfach: dem gesunden Menschenverstand. Und es sollte öfter auf die "schwäbische Hausfrau" gehört werden! Sie sagt: Man kann nicht mehr ausgeben, als hereinkommt! 

 

5. Der grünste Ort in Dortmund?

Dortmund ist deutlich grüner als allgemein bekannt. Es gibt viele Grünflächen und Parks, ein Blick von oben auf die Stadt beweist dies. Ich selbst wohne jedoch in Münster und schätze besonders das grüne westfälische Umland und den Aasee.

 

6. Wie würde Jesus sein Geld anlegen?

Ich denke, er würde direkt in die Hilfe für Menschen investieren, wie sie beispielsweise die Diakonie anbietet. Der Dienst am Nächsten, für alte und behinderte Menschen, für Kinder, Benachteiligte und Kranke lag ihm, so glaube ich, am meisten am Herzen.

 

Herr Thiesler, vielen Dank für Ihre Antworten!

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