Anja Hofmann gehört dem Vorstand der Deutschen Bildung AG an. / Foto: Unternehmen

12.03.18 Finanzdienstleister

Anja Hofmann: "Wir brauchen Menschen mit guter (Aus-)Bildung"

Um Zahlen, Kurse und Rendite dreht sich vieles in der nachhaltigen Geldanlage. Aber wie ticken die Leute hinter den Kulissen? Heute: Anja Hofmann, Vorstand der Deutschen Bildung AG. 

Was sind das eigentlich für Menschen, die in den Anlageberatungen, in grünen Banken, Emissionshäusern oder Versicherungen arbeiten? Um das herauszufinden, stellt ECOreporter.de ihnen jeweils sechs aus insgesamt 49 Fragen, mal witzig, mal ernster.

Anja Hofmann ist Vorstand der Deutschen Bildung AG. Die Deutsche Bildung finanziert mit dem Deutsche Bildung Studienfonds Studierende aller Fachrichtungen in Deutschland. Anleger können Kommanditisten werden oder eine Anleihe zeichnen, um so in junge Talente zu investieren.

 

1. Das gemütlichste Plätzchen in Ihrem Bürohaus?

Gar nicht so einfach zu beantworten, da ich mich in unserem Büro grundsätzlich sehr wohl fühle, weil es für mich eine ganz wunderbare Atmosphäre zum Arbeiten und Austauschen bietet, was letztlich aber vor allem an meinem engagierten Team und natürlich auch ein wenig an den Bürohunden liegt. Ich liebe meinen Platz mit Blick auf die Paulskirche und den Frankfurter Dom. Aber auch unsere Meetingräume, in denen ich mit Kollegen gemeinsam arbeite und Externe treffe, sind sehr kreative Plätze.

 

2. Ihre letzte Schulnote in Mathe?

Nach einer nicht ganz so glanzvollen Mathe-Karriere in der Mittelstufe habe ich im Abitur eine Zwei plus bekommen.

 

3. Qual der Wahl in der Kantine: Steak oder Veggie-Burger?

Ganz klar: Veggie-Burger, der leider nicht immer so gut wie Steak schmeckt, doch habe ich vor über fünf Jahren nach meiner ersten Ayurveda-Kur in Indien dem Fleischessen entsagt.
 

4. Welches halten Sie für das wichtigste UN-Nachhaltigkeitsziel? Wieso?

Wahrscheinlich keine Überraschung, ist es für mich das vierte UN-Nachhaltigkeitsziel, das vorsieht, "inklusive, gerechte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglich­keiten des lebens­langen Lernens für alle zu fördern". Bildung ist für mich das Fundament, das Menschen befähigt, unsere Welt in eine nachhaltige Zukunft zu führen. Egal welche der UN-Nachhaltigkeitsziele man näher betrachtet: Um sie zu realisieren, brauchen wir überall auf der Welt Menschen mit guter (Aus-)Bildung.

Dann können wir ausreichende Ernährung und ein gesundes Leben für alle sicherzustellen und Geschlechtergerechtigkeit erreichen - um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. Nach einem neuen UNESCO-Bericht gehen mehr als 260 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren nicht zur Schule. Das und viele andere Themen müssen wir lösen. An der Bildung wird sich die Zukunftsfähigkeit unserer Welt entscheiden!

 

5. Manchmal traurig darüber, dass Sie nicht Bildungsministerin sind?

Eine sehr gute Frage - das Amt der Bildungsministerin ist sicherlich sehr attraktiv, denn es verleiht die Macht, Bildung auf höchster politischer Ebene zu gestalten. Auch liegt für das große Zukunftsthema der erfolgreichen digitalen Transformation eine große Verantwortung beim Bildungsressort. Das Amt der Bildungsministerin hat auch durchaus mehr Aufmerksamkeit und Respekt verdient, als es ihm bisher häufig zuteil geworden ist in der Öffentlichkeit.

Ich persönlich habe größten Respekt vor der Verantwortung und würde mir nicht anmaßen, mich als Bildungsministerin zu sehen. Und letztlich bin ich sehr glücklich über meine Rolle bei der Deutschen Bildung, bei der ich seit Gründung des Unternehmens mit meinem engagierten Team und unseren ebenso engagierten Investoren einen Beitrag zur Bildungschancengerechtigkeit leisten darf, talentierten und motivierten jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen.

Die Idee, durch Social Impact Investing ein derartig wichtiges Thema mit zu gestalten, begeistert mich immer noch. Es ist ein erfolgreicher Weg, Interessen von Kapitalgebern und Bildungsnehmern so gleich zu schalten, dass bildungspolitische Ziele mit umgesetzt werden können.

 

6. Geht es im Leben immer nur um Geld, Geld, Geld?

Nein, glücklicherweise überhaupt nicht! Es geht vielmehr um Selbstverwirklichung und ein selbstbestimmtes Leben - als Grundlage für persönliche Lebensfreude. Dazu ist das ebenso abstrakte wie wertvolle Konzept der Freiheit nötig. Wir müssen Freiheit wahren und für die Menschen, die unfrei leben, durchsetzen.

Freiheit bedeutet im Umkehrschluss daher auch, dass wir alle bereit sein müssen, Verantwortung zu übernehmen. Denn: Ohne Verantwortung keine Freiheit! In meiner Weltanschauung geht es im Leben sehr viel um genau diese Fragestellung.

 

Frau Hofmann, vielen Dank für die Antworten!

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