Ein Biomasseheizkraftwerk. Auch die aktuelle Biomasseausschreibung war wieder unterzeichnet. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Biomasseausschreibung – deutlich mehr Neuanlagen

Die Oktober-Ausschreibung für Biomasseanlagen war deutlicher unterzeichnet als die vorherige Gebotsrunde. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 617 Megawatt (MW) wurden 328 Gebote mit einer Gebotsmenge von 442 MW eingereicht. Bei der April-Ausschreibung gab es noch 494 Gebote für 637 MW.

„Dass auch diese Ausschreibung erneut unterzeichnet war, ist leider keine Überraschung. Das derzeit geltende Erneuerbare-Energien-Gesetz bietet einem Großteil der Branche schlicht keinen ausreichenden Anreiz, in wirtschaftlich zukunftsfähige Anlagenkonzepte zu investieren. Viele Anlagenbetreiber warten deshalb auf die Ergebnisse der aktuell laufenden EEG-Novelle“, sagt Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie.

Geringes Zuschlagsvolumen weiter reduziert

Aufgrund der Unterzeichnung hat die Bundesnetzagentur das Ausschreibungsvolumen nach den gesetzlichen Vorgaben reduziert. Das bedeutet, dass Zuschläge nur im Umfang von 80 Prozent des Volumens der zugelassenen Gebote erteilt werden durften. Daher konnte die Bundesnetzagentur nur 244 Geboten mit einer Zuschlagsmenge von 319 MW einen Zuschlag erteilen. 39 Gebote wurden vom Zuschlagsverfahren ausgeschlossen.

Niedersachsen und Bayern vorne

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 13,95 Cent/kWh und 19,80 Cent/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 18,75 Cent/kWh. In der vorherigen Ausschreibungsrunde waren es 18,46 Cent/kWh.

Das größte Zuschlagsvolumen bei der Oktober-Ausschreibungsrunde gab es für Standorte in Niedersachsen (85 MW, 66 Zuschläge), gefolgt von Bayern (61 MW, 46 Zuschläge), Schleswig-Holstein (40 MW, 21 Zuschläge) und Nordrhein-Westfalen (33 MW, 15 Zuschläge).

Neuanlagen mit höherem Anteil

24 Prozent des bezuschlagten Volumens wurden für Neuanlagen und 76 Prozent für Bestandsanlagen erteilt, die eine Anschlussförderung erhalten. In den letzten Gebotsrunden ist der Umfang an Neuanlagen spürbar gestiegen. Bei der Ausschreibung vor einem Jahr entfielen nur knapp 8 Prozent des bezuschlagten Volumens auf Neuanlagen. Ein Grund für diese Entwicklung könnte sein, dass Neuanlagen wirtschaftlicher betrieben werden können, wenn sie schon unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen konzipiert und gebaut werden. Der Bundestag hatte im Februar 2025 Änderungen des EEG zur Flexibilisierung von Biogasanlagen beschlossen, damit diese Schwankungen von Wind- und Sonnenenergie teilweise ausgleichen können.

Balance Erneuerbare Energien mit mehreren Zuschlägen

Die Gesellschaften, die bei der Oktober-Ausschreibung erfolgreich waren, haben meist jeweils einen Zuschlag erhalten. Die größte Ausnahme ist die Balance Erneuerbare Energien GmbH, die insgesamt zehn Zuschläge erhielt. Das vor 20 Jahren gegründete Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 40 Biogasanlagen, beschäftigt über 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bezeichnet sich als einen der führenden Biomethanproduzenten Deutschlands.

Im Gegensatz zur Biomasseausschreibung war die letzte Windenergie-Ausschreibung deutlich überzeichnet. Mehr dazu lesen Sie hier.

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