Mit dem Impact-Rechner der Deka sollten Anlegerinnen und Anleger unter anderem ausrechnen können, wie viel Wasser durch den Kauf von Fonds-Anteilen eingespart werden kann. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF

Deka: Umstrittener Impact-Rechner geht nicht wieder ans Netz

Der Impact-Rechner, mit dem die Deka ihren Fonds Deka-Nachhaltigkeit Impact Aktien beworben hatte, bleibt offline. Die Sparkassen-Tochter hat eine entsprechende, von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg aufgesetzte Unterlassungserklärung unterschrieben.

Für ihren Fonds hatte die Deka online einen Impact-Rechner installiert, mit dem Anlegerinnen und Anleger angeblich den „konkreten, messbar positiven ökologischen Effekt“ ihres Investments berechnen konnten (ECOreporter berichtete hier). Die Verbraucherzentrale kritisierte, die Ergebnisse des Impact-Rechners seien lediglich vage Schätzungen, worauf die Deka nicht transparent genug hinweise. Weil die Deka anfangs keine Unterlassungserklärung abgeben wollte, reichte die Verbraucherzentrale im Februar Klage beim Landgericht Frankfurt ein.

Gerichtsverfahren abgewendet

Jetzt hat der Fondsanbieter die Unterlassungserklärung doch unterzeichnet. Die Deka habe die Unterlassungsansprüche „vollumfänglich anerkannt“, teilt die Verbraucherzentrale mit. Die Fondsgesellschaft konnte damit ein für den 13. April angesetztes Gerichtsverfahren verhindern.

Den Verbraucherschützern ging es bei ihrer Auseinandersetzung mit der Deka nicht nur um ungenaue und intransparente Daten. Sie sehen Impact-Werbung für Fonds generell als problematisch an. „Wenn in ein Unternehmen investiert wird, das beispielsweise im Verhältnis zu anderen Unternehmen weniger Müll produziert, kann noch keine Rede davon sein, dass diese Differenz dann eingesparter Müll sei. Erst recht wird diese Einsparung nicht durch den Kauf der Aktien des Unternehmens verursacht“, erläutert Niels Nauhauser, Abteilungsleiter der Verbraucherzentrale.

Wer Aktien kauft, unterstützt nicht direkt die Unternehmen

Eine positive Wirkung lasse sich bei Investitionen in Aktien oder Fonds allenfalls dann erzielen, wenn gezielt in Unternehmen investiert werde, um den daraus resultierenden Einfluss als Anteilseigner geltend zu machen. „Dieses Wirkungsversprechen können die gängigen, als nachhaltig beworbenen Anlagen jedoch nicht einlösen“, heißt es in einer Stellungnahme der Verbraucherzentrale. „Stattdessen werden meist verschiedene Unternehmen anhand von Nachhaltigkeitskriterien selektiert. So mag den Produzenten von Windenergieanlagen zwar eine hohe nachhaltige Wirkung zuzuschreiben sein. Wer deren Aktien kauft, hat allerdings auf die direkte Nachfrage und Produktion von Windenergieanlagen keinen Einfluss.“

Für die Verbraucherzentrale sind politisches Engagement und Mitbestimmungsrechte die Mittel der Wahl, um die Wirtschaft zu nachhaltigerem Handeln zu bewegen. Selbstauskünfte von Unternehmen und darauf basierende Nachhaltigkeitsratings seien keine verlässliche Informationsquelle für eine Anlageentscheidung.

ECOreporter teilt diese Einschätzung. In ihren Fonds- und ETF-Tests bewertet die Redaktion die nachhaltige Wirkung der Finanzprodukte in erster Linie danach, ob die Fondsgesellschaften ihre Stimmrechte wahrnehmen, in einen Nachhaltigkeits-Dialog mit investierten Unternehmen treten und sich an der Erstemission von Aktien oder Anleihen beteiligen.

Eine Übersicht über alle bislang von ECOreporter getesteten Fonds finden Sie hier.

Zu den ETF-Tests geht es hier.

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