Bereits mehrere Medien berichteten über die hohe Zahl von Arbeitsunfällen bei dem kalifornischen Autobauer. Jetzt wird Tesla beschuldigt, seine Unfallbilanz geschönt haben. / Foto: Unternehmen

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Gefälschte Unfallbilanz? Tesla im Visier von US-Ermittlern

Gegen Tesla wird ermittelt. Der Grund: eine angeblich geschönte Unfallbilanz. Dem Autobauer wird vorgeworfen, schwere Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen in seiner Fabrik im kalifornischen Fremont nicht in die Unfallstatistik mit aufgenommen zu haben.

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Die Behörde für Arbeitssicherheit des US-Bundesstaats Kalifornien teilte am Mittwoch mit, eine Ermittlung gegen den Elektroauto-Pionier eingeleitet zu haben. Wie eine Sprecherin der Behörde bekannt gab, nehme die Behörde Gefahren am Arbeitsplatz sehr ernst. Das gleich gelte für nicht-wahrheitsgemäße Meldungen über Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen.

Schwere Vorwürfe: geschönte Unfallstatistik und fehlende Sicherheitsvorkehrungen

Am Montag hatte die Internet-Seite RevealNews.org in Berufung auf Tesla-Mitarbeiter berichtet, dass der kalifornische Konzern schwere arbeitsbedingte Unfälle und Erkrankungen entweder als kleinere Verletzungen oder als gewöhnliche Erkrankungen klassifiziert hatte. Sie fanden deshalb nicht den Weg in die offizielle Unfall- und Krankenstatistik des Unternehmens.

Darüber hinaus hatte RevealNews.org vermeldet, dass in der Fabrik in Fremont keine gut sichtbaren Sicherheitsmarkierungen für die Fußgängerwege zu finden seien. Elon Musk habe aus ästhetischen Gründen keine gelbfarbigen Markierungen am Boden der Produktionsstätten anbringen lassen. Anstatt dessen verfüge die Fabrik lediglich über Markierungen in unterschiedlichen Grautönen. Die schlecht sichtbaren Sicherheitsmarkierungen hätten die Gefahr für Arbeitsunfälle merklich erhöht, so RevealNews.org.

Tesla weist Vorwürfe zurück

Tesla reagierte prompt. Der kalifornische Konzern wies den Vorwurf in einem Firmen-Blog zurück. Das Unternehmen von Milliardär Elon Musk sprach von einer gezielten "Desinformations-Kampagne", die den Interessen der Autogewerkschaft UAW dienen solle.

Über die schlechten Arbeitsbedingungen bei dem kalifornischen Autobauer berichteten im letzten Jahr bereits mehrere Medien. Der britische "Guardian" veröffentlichte im Mai 2017 einen Bericht, wonach in dem kalifornischen Tesla-Werk sehr oft der Notarzt gerufen worden sei - mehr als 100 Mal seit 2014. Diese Zahl liege über dem Branchendurchschnitt.

Elon Musk hatte auf die Vorwürfe reagiert. Er sagte der britischen Zeitung im letzten Jahr, dass man die Sicherheitsvorkehrungen verbessern wolle.

Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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