Windräder von General Electric in Polen: Die Aktie des US-Mischkonzerns ist auf Jahressicht fast 50 Prozent im Kurs gefallen. / Foto: Unternehmen

31.10.18 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie

General Electric reißt Windkraftaktien in den Keller

Die Probleme werden immer größer für den US-amerikanischen Mischkonzern General Electric. Der Siemens-Konkurrent meldete am Dienstag einen Quartalsverlust von 22,8 Milliarden US-Dollar – ein neuer Rekordwert. Grund für die hohen Verluste seien vor allem die schlecht laufenden Geschäfte in der Kraftwerkssparte. Auch die Windkraftabteilung des Konzerns ist betroffen.

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Der Umsatz mit Windrädern sei im vergangenen Quartal um 3 Prozent zurückgegangen, gab General Electric bekannt. Der Gewinn fiel nach Angaben des Konzerns sogar um 72 Prozent. General Electric macht dafür vor allem den zunehmenden Preisdruck auf dem Windkraftmarkt und immer geringer werdende Repowering-Maßnahmen der Windparkbetreiber verantwortlich.

Neben dem Rückgang im Kraftwerksgeschäft kämpft der US-Konzern zudem mit Ermittlungen wegen angeblicher Bilanzfälschung. Das bekam auch die Aktie des US-Konzerns zu spüren: Sie rauschte im gestrigen Handel um fast 9 Prozent in den Keller.

Was verwundert: Der Abwärtssog erfasste auch die Aktien von Vestas, Siemens Gamesa und anderen Windkraftkonzernen. Der Vestas-Aktienkurs ging im gestrigen Handel an der Börse Kopenhagen zeitweise um 6,5 Prozent zurück, Siemens Gamesa verlor an der Börse Madrid mehr als 4 Prozent, und die Nordex-Aktie machte an der Börse Stuttgart ebenfalls ein Minus von mehr als 4 Prozent.   

Der Grund: Analysten rechnen mit einer niedrigen Profitabilität des gesamten Windkraft-Sektors. James Evans, Bloomberg-Analyst für Erneuerbare Energien, erklärt: "Alle Wind-Aktien rauschten gleichzeitig mit General Electric in den Keller. Das ist ein Indiz dafür, dass der Markt mit Gewinn-Einbußen im Windanlagengeschäft rechnet."

Der Windkraftmarkt hat mit einem starken Preisverfall zu kämpfen, seitdem viele Länder zu Auktionssystemen übergegangen sind, anstatt Windkraft mit festen Einspeisetarifen zu vergüten. Das trifft auch die Hersteller von Windrädern.

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