Ein von innogy betriebener Windpark: Der Energiemarkt in Deutschland steht vor einer Neuordnung. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Innogy-Aktie - kaum flügge, schon wieder eingefangen

Die RWE-Tochter innogy soll zerschlagen und neu aufgestellt werden. Was bedeutet das für die Aktie des Ökostrom-Unternehmens?

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Erst im Oktober 2016  ist die Ökostrom-Sparte von RWE an die Börse gegangen. In diesem kurzen Börsenleben hat die Aktie schon einiges erlebt: Kursabsturz nach Gewinnwarnung - und kometenhafter Aufstieg nach der Übernahme-Ankündigung durch E.on. Geschäftszahlen gab es am Montag ebenfalls. Auch die sind einen Blick wert.

Der Umsatz sank um 1 Prozent auf 41,1 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie legte leicht zu - von 2,02 Euro in 2016 auf 2,20 Euro in 2017. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich innogy leicht um 3 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. 

Jedoch fiel das Nettoergebnis um fast 50 Prozent von 1,51 Milliarden Euro auf 778 Millionen Euro.  

Den Aktionären will innogy trotz der durchwachsenen Bilanz eine Dividende in Höhe von 1,60 Euro zahlen. Die unveränderte Ausschüttung wäre dann sozusagen ein Abschiedsgeschenk. Auch wenn der Vorstand sich erst später zu den Verhandlungen der beiden Versorger äußern wird.

Sinken die Strompreise nach der innogy-Zerschlagung?

Künftig werden das Netz- und Vertriebsgeschäft von innogy bei E.on untergebracht sein, während der Ökostrom-Sparte auch das Ökostromgeschäft von E.on zugeschlagen wird.

Verbraucherschützer haben sich schon geäußert, sie sehen keine Nachteile für die Stromkunden. "Die Alternativen und der Wettbewerb sind groß genug", heißt es beispielsweise vom Energieexperten der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding.

Klaus Müller vom Verbraucherzentrale Bundesverband sagte im Handelsblatt, grundsätzlich sei das Verschwinden eines Wettbewerbers "eine traurige Nachricht". Innogy sei aber ein eher teurer Grundversorger, deshalb setze er auf sinkende Strompreise nach dem E.on-Deal.

Aktien legten kräftig zu 

An der Börse wird die mögliche Neuordnung des Energiemarktes in Deutschland hingegen gefeiert.

Innogy und RWE legen im Kurs prozentual zweistellig zu, während E.on sich mit einem Aufschlag von knapp unter 6 Prozent begnügen muss. Das ist verständlich, denn schließlich bezahlt E.on für jede innogy-Aktie 40 Euro.

An der Börse kostet das innogy-Papier am Montag kurz nach Handelsbeginn 39,7 Euro - ein Aufschlag von über 15 Prozent zum Handelsschluss von Freitag. Die Aktien waren im Oktober 2016 zu 36 Euro an die Börse gekommen.

Innogy SE: ISIN DE000A2AADD2 / WKN A2AADD

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