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Finanzdienstleister, Fonds / ETF
„Keine pauschalen Aussagen“ – So gehen Deka und Tomorrow mit der EmpCo um
Eine neue Greenwashing-Richtlinie der EU sorgt für Unruhe in der Finanzbranche und hat auch Auswirkungen auf nachhaltige Anlegerinnen und Anleger. Wie reagieren Fondsanbieter und Banken auf die neuen Vorschriften? Welche Begriffe sind jetzt in Produktunterlagen und Beratungsgesprächen tabu? ECOreporter hat sich in der Branche umgehört.
Die EU will mit der am 27. September in Kraft getretenen Empowering Consumers Directive (EmpCo) Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor irreführenden Umweltaussagen schützen. Wer Produkte mit Begriffen wie „nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „green“ bewirbt, muss diese Aussagen nun konkret belegen können. Dies gilt auch für Finanzprodukte wie etwa Fonds, ETFs oder Anleihen.
In der Finanzbranche wird die EmpCo seit Monaten viel diskutiert, weil bislang nicht rechtssicher geklärt ist, wann und wie Produkte als nachhaltig beworben werden dürfen. ECOreporter hat dazu Stimmen von Banken, Fondshäusern und Finanzvertrieben eingeholt. Statements der GLS Bank und von Union Investment hat die Redaktion bereits hier veröffentlicht.
"Wir verwenden derartige Begriffe nicht generisch"
Der Smartphone-Banking-Anbieter Tomorrow aus Hamburg äußerte sich wie folgt zu unseren Fragen:
ECOreporter: Werden Sie künftig noch Begriffe wie „nachhaltig“, „green“ oder „klimaneutral“ im Marketing verwenden?
Tomorrow: Wir verwenden derartige Begriffe nicht generisch, sondern nur (noch) spezifisch mit Kontext und Beispielen.
Falls Sie Beratungsgespräche mit Kundinnen und Kunden führen: Sind da jetzt Begriffe wie „nachhaltig“, „öko“ oder „grün“ tabu?
Wir führen keine klassischen Beratungsgespräche mit Kundinnen und Kunden. Wenn es doch zu Situationen der Beratung kommt, zum Beispiel auf Events oder Community-Treffen, ist das Team selbstverständlich entsprechend gebrieft und verwendet Begriffe wie „Nachhaltigkeit“ wie eben erläutert nicht generisch.
Werben Sie weiterhin mit Nachhaltigkeitssiegeln oder ähnlichen Auszeichnungen?
Nein. Klassische Siegel verwenden wir ohnehin nicht. Bei Auszeichnungen oder Ähnlichem wird im Einzelfall geprüft, wie darüber gesprochen wird, ohne dass Nutzer*innen Gefahr laufen, es misszuverstehen.
"Keine Siegel zur Vermarktung genutzt“
Die DekaBank aus Frankfurt, das Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen, teilte ECOreporter zum Thema EmpCo mit:
„Die Deka verwendet keine pauschalen, nachhaltigkeitsbezogenen Aussagen. Die Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen entsprechen den für sie geltenden regulatorischen Vorgaben zur Namensgebung sowie den Vorgaben zur Ausgestaltung der nachhaltigkeitsbezogenen Merkmale und deren Berücksichtigung im Investmentprozess. In den fondsspezifischen Unterlagen legen wir Merkmale und Steuerungsansätze transparent für unsere Anleger dar.
Unser Wirtschaftsprüfer sowie die zuständigen Aufsichten überwachen Namensgebung, Produktgestaltung, deren Transparenz und den Vertrieb. Darüber hinaus werden auch keine Siegel zur Vermarktung genutzt.“