Zellstoff von Lenzing: Das österreichische Unternehmen kämpft derzeit mit gestiegenen Rohstoffpreisen. / Foto: Unternehmen

11.12.18 Nachhaltige Aktien

Lenzing setzt sich für mehr Klimaschutz ein

Der österreichische Zellstoff- und Faserproduzent Lenzing steigert sein Nachhaltigkeitsengagement. Wie das Unternehmen meldet, unterstützt Lenzing mehrere aktuelle Initiativen für einen besseren Klimaschutz. Diese Initiativen richten sich an die Regierungsmitglieder, die sich diese Woche zur Klimakonferenz im polnischen Kattowitz treffen.

Lenzing-Vorstandsvorsitzender Stefan Doboczky hat als Mitglied der CEO Climate Leaders des World Economic Forum einen offenen Brief unterschrieben, der eine stärkere Zusammenarbeit mit den Regierungen und anderen Akteuren anbietet. Diesen Brief haben 50 Vorstandschefs unterzeichnet, die sich im World Economic Forum für eine klimabewusstere Unternehmensführung engagieren.

"Die Lenzing Gruppe setzt sich stellvertretend für die Textil- und Hygienebranche dafür ein, die Ziele des Pariser Klimaabkommens 2015 zu erreichen", sagt Lenzing-Vorstandschef Doboczky. "Gemeinsam mit unseren Partnern fokussieren wir uns auf schnell umsetzbare Lösungen. Eine ist die Umstellung von mit Kohle befeuerten Kesseln auf Gaskessel an unserem chinesischen Standort Nanjing, welche wir gerade begonnen haben.“

Die zweite Initiative, die Lenzing unterstützt, ist die Fashion Industry Charter for Climate Action, die 43 Unternehmen, darunter führende Modemarken und Textilhersteller, auf der Klimakonferenz in Kattowitz vorgestellt haben. Die Charta thematisiert die Rolle, die die Modebranche als Emittent von Treibhausgasen spielt.

"Um die Charta der Modebranche für Klimaschutz mit Leben zu erfüllen, arbeiten die Unterzeichner bei der Dekarbonisierung der Produktion, der Auswahl klimafreundlicher Materialien und dem kohlenstoffärmeren Transport sowie bei der Entwicklung von Modellen der Kreislaufwirtschaft stärker zusammen", sagt Robert van de Kerkhof, Marketing- und Vertriebsvorstand von Lenzing. "Unser Unternehmen will die CO2-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent senken. Wir bieten schon jetzt ein wirksames Kreislaufmodell an, welches Zuschnittreste aus der Produktion von Baumwollbekleidung als Rohmaterial verwendet, um neue Fasern zu produzieren."

Der Kurs der Lenzing-Aktie ist in den letzten Monaten stark gesunken. Momentan notiert die Aktie an der Börse Wien nahe dem Jahrestief bei 77,85 Euro (10.12., Schlusskurs). Auf Jahressicht entspricht das einem Minus von fast 22 Prozent. Nicht nur der gestoppte Bau eines Zellstoffwerks in US-Bundesstaat Alabama, sondern auch steigende Rohstoffpreise hatten den Aktienkurs des Zellstoffspezialisten belastet. Dennoch gab es Insiderkäufe: Zuletzt hatte sich ein Mitglied des Aufsichtsrats ein größeres Lenzing-Aktienpaket ins Depot gelegt.

Lenzing AG: ISIN AT0000644505 / WKN 852927

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