Durch Brand gerodeter Regenwald. / Foto: Fotolia, Gunter Manaus

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200 große Investoren machen Druck gegen Regenwaldrodungen

Im brasilianischen Regenwald wüteten zuletzt zahlreiche Brände. Mehr als 200 große Investoren fordern Unternehmen auf, die Regenwaldrodung aufzuhalten.

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Laut Medienberichten wurden viele Brände im Amazonasgebiet absichtlich gelegt, um den Regenwald für die Viehzucht oder die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Ein Großteil der auf diesen Flächen angebauten Agrarprodukte wird in die westliche Welt exportiert.

230 institutionelle Anleger

Das Amazonasgebiet gilt als die Lunge der Welt, die Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre filtert und gut ein Fünftel des weltweit benötigten Sauerstoffs produziert. Als Reaktion auf die Brände haben laut der Nicht-Regierungs-Organisation Ceres 230 große institutionelle Anleger eine Erklärung unterzeichnet, die sich an Unternehmen richtet, die an der Soja- und Rinderproduktion in Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern beteiligt sind oder Rohstoffe aus diesen Regionen beziehen. Sie sollen ihre Lieferketten genau im Auge behalten und Agrarprodukte meiden, die aus gerodeten Regenwaldregionen stammen.

Robeco und RobecoSAM unterzeichnen Initiative

Zu den unterzeichnenden Anlegern gehören unter anderem die Schweizer Vermögensverwaltungen Robeco und RobecoSAM, die britische Bank HSBC, die französische Vermögensverwaltung BNP Paribas sowie zahlreiche US-amerikanische Pensionsfonds.

"Schritte gegen die Abholzung sind der sinnvollste und kostengünstigste Weg, um dem Klimawandel entgegenzuwirken“, sagte Peter van der Werf, Nachhaltigkeitsexperte bei Robeco, der Online-Zeitschrift Investtrends. "Zudem bilden sie ein entscheidendes Element des von den Vereinten Nationen entwickelten Maßnahmenplans Principles for Responsible Investment (PRI), um das im Pariser Klimaabkommen festgelegte Ziel der globalen Erwärmung von 1,5 Grad zu erreichen."

Klare Forderungen an Unternehmen

Laut der Investorenerklärung sollen die Unternehmen sowohl in ihrer eigenen Produktion als auch in ihren Lieferketten auf Produkte aus abgeholzten Regenwaldregionen verzichten. Unter anderem fordern die Investoren klare Richtlinien bei den Unternehmen für die verarbeiteten Rohstoffe, eine Überprüfung der Lieferketten und Betriebsabläufe, ein Kontrollsystem für Zulieferer sowie eine jährliche Berichterstattung über die Maßnahmen zur Rettung des Regenwalds.  

"Zunehmende Waldrodungen und Brände im Amazonasgebiet sind eine Umweltkatastrophe mit massiven Auswirkungen auf Gesellschaft, ökologische Vielfalt, Wasser und Klima", stellt die Erklärung fest. "Als größter Regenwald der Welt ist die Region um den Amazonas ein globales Refugium für biologische Vielfalt. Zudem handelt es sich um ein unschätzbar wichtiges Ökosystem, von dem auch ökonomische Aktivitäten auf der ganzen Welt abhängen."

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