Mikrofinanzkunden aus Sri Lanka: Mikrofinanzfonds vergeben Darlehen an Mikrofinanzinstitute, die damit Kleinstkredite für Menschen in armen Weltgegenden finanzieren, womit diese sich eine wirtschaftliche Existenz als Selbständige aufbauen können. / Foto: Bank im Bistum Essen

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Mikrofinanzfonds mit solider Halbjahresbilanz

Vier Mikrofinanzfonds für deutsche Privatanleger sind mittlerweile auf dem Markt. Zur Jahresmitte lagen sie alle bei der Rendite fast gleichauf. Ebenso bei den Gesamtkosten.

KCD-Mikrofinanzfonds III eine Nasenlänge vor der Konkurrenz

Am besten entwickelte sich der KCD-Mikrofinanzfonds III der Bank im Bistum Essen mit 1,34 Prozent Wertzuwachs im ersten Halbjahr. Er refinanziert vor allem Mikrofinanzinstitute aus Asien und Osteuropa. Seit dem Start im Januar 2015 hat der KCD-Mikrofinanzfonds III ein Volumen von 46 Millionen Euro aufgebaut. Es ist zu 69 Prozent investiert. In 2015 hatte der KCD-Mikrofinanzfonds III 2,7 Prozent an Wert gewonnen. Bei ihm beträgt die Gesamtkostenquote (TER, Total expense ratio) 2,07 Prozent.

Dual Return Fund – Vision Microfinance zeigt sich erholt

Mit 1,25 Prozent Plus folgt in der Halbjahresauswertung der Mikrofinanzfonds der Dual Return Fund – Vision Microfinance von C-Quadrat in Wien. Der wurde vor zehn Jahren aufgelegt, in Deutschland aber erst im Mai 2016 zugelassen. Er verfügt über 270 Millionen Euro, die zu 87 Prozent investiert sind, am stärksten in Asien. Wir haben die Anlagestrategie dieses Mikrofinanzfonds vor kurzem ausführlich  analysiert. Der Dual Return Fund – Vision Microfinance zeichnet sich durch eine besonders solide Wertentwicklung aus, hatte aber 2015 einen vergleichsweise geringen Wertzuwachs von 1,66 Prozent erreicht. Diese Marke könnte er im laufenden Jahr schon bald übertreffen. Bei diesem Fonds summieren sich die Gesamtkosten pro Jahr auf 2,12 Prozent.

Starker Start des Mikrofinanzfonds der GLS Bank

Ein halbes Jahr nach seinem Start verfügt der GLS Alternative Investments Mikrofinanzfonds der GLS Bank über ein Volumen von mehr als 35 Millionen Euro. Dieses ist bereits zu 85 Prozent investiert. Der regionale Schwerpunkt des Fonds liegt auf der Region Südosteuropa und Kaukasus. Jeweils rund elf Prozent des Fondsvermögens entfällt derzeit auf Albanien und Kambodscha als die beiden größten Einzelmärkte, in denen sich der GLS-Fonds engagiert. Seit Jahresbeginn hat der GLS Alternative Investments Mikrofinanzfonds 1,1 Prozent Rendite erwirtschaftet, davon 0,24 Prozent allein im Juni. Pro Jahr fallen bei ihm 2,01 Prozent Gesamtkosten an.

Ab August keine Neuinvestitionen in den IIV Mikrofinanzfonds

Auch der IIV Mikrofinanzfonds legte in den ersten sechs Monaten 1,1 Prozent zu. Von den im Gesamtjahr erreichten 2,8 Prozent Wertzuwachs ist er also noch ein gutes Stück entfernt. Der Fonds der Invest in Visions GmbH ist mit fast 300 Millionen Euro Volumen der größte Mikrofinanzfonds, der für deutsche Privatanleger in Frage kommt. Allerdings hat sich sein schnelles Wachstum zu einem Problem entwickelt. Das Fondsvolumen hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Es war Ende Juni nur zu 64 Prozent in Mikrofinanzinstitute angelegt. Das Fondsmanagement benötigt nach eigenen Angaben Zeit, um die neuen Mittel zu investieren und so „eine vernünftige Verzinsung der Anlage“ zu ermöglichen. Daher wird der IIV Mikrofinanzfonds ab August zunächst drei Monate lang für Neuinvestitionen geschlossen. Anleger zahlen hier für die Beteiligung 1,94 Prozent Gesamtkosten im Jahr.
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