Der vegane Lebensmittelhersteller Planethic möchte weniger Süßigkeiten und dafür mehr Nahrungsergänzungsmittel anbieten. / Foto: Planethic

  Nachhaltige Aktien

Planethic/Veganz übernimmt Maschinenbauer und Direktvertrieb

Die Planethic Group (ehemals Veganz Group) aus Ludwigsfelde kauft für 3 Millionen Euro die IP Innovation Partners Technology GmbH, ein auf den Bau von Maschinen zur 2D-Produktion von Getränken und Lebensmitteln spezialisiertes Unternehmen aus Chemnitz. Zudem übernimmt Planethic für 500.000 Euro die Berliner Suplabs GmbH, die Nahrungsergänzungsmittel im Direktvertrieb anbietet.

Mit den Maschinen von IP Innovation Partners Technology lassen sich unter anderem dünne Platten aus Getränkepulver herstellen, wie sie Planethic unter seiner Marke Mililk anbietet. IP Innovation Partners Technology ist eine Ausgründung von IP Innovation Partners, einem langjährigen Dienstleister von Planethic/Veganz.

Suplabs ist laut Planethic ein „profitables, wachstumsstarkes Unternehmen“, das Nahrungsergänzungsmittel herstellt und online verkauft. Ein besonderer Fokus liegt auf Produkten für die Generation Z.

Planethic bezahlt in Aktien

Für IP Innovation Partners Technology zahlt Planethic 3 Millionen Euro in Form von 200.000 Aktien der Planethic AG. Mit der Übernahme will Planethic seine Kosten optimieren und sich das geistige Eigentum und das technologische Know-how von IP Innovation Partners Technology sichern.

Der Kaufpreis für Suplabs beträgt 500.000 Euro und soll durch die Ausgabe von 33.333 neuen Planethic-Aktien beglichen werden. Planethic erhofft sich von dem Zukauf eine Stärkung im E-Commerce-Bereich und das Erschließen neuer Zielgruppen. Geplant sind auch neue Produkte, etwa gedruckte Getränkepulverblätter mit Nahrungsergänzungsmitteln. Planethic will sein Sortiment an Süßigkeiten und Snacks zu einer „modernen Marke für gesunde Nahrungsergänzungsmittel“ umbauen.

Lesen Sie auch unser Dossier Vegane Aktien: Welche tierfreien Investments sich jetzt lohnen können.

Wie ECOreporter die Planethic-Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Die Umbenennung der Veganz Group AG in Planethic Group AG ist am 8. September ins Handelsregister eingetragen worden. Ihre einzelnen Unternehmensbereiche hat die Gruppe mittlerweile in Tochtergesellschaften ausgegliedert, um interessanter für Investoren zu werden (ECOreporter berichtete hier).

Der langjährige Veganz-Chef Jan Bredack kündigte Anfang August seinen Ausstieg aus der Firmengruppe an. Der Manager wechselt zur ehemaligen Veganz-Tochter OrbiFarm, einem auf pestizidfreie Pflanzenzucht in geschlossenen Räumen, sogenanntes Indoor-Farming, spezialisiertes Unternehmen. Auch OrbiFarm war von Veganz ursprünglich ausgegliedert worden, um den Einstieg von Investoren zu ermöglichen, wurde dann aber komplett verkauft (mehr dazu lesen Sie hier).

Die zuvor stark gefallene Planethic-Aktie hat sich in diesem Jahr deutlich erholt, seit August verliert sie aber wieder an Wert. Auf drei Monate gesehen ist der Kurs um 15 Prozent gefallen, im Jahresvergleich notiert er 41 Prozent im Plus. Auf drei Jahre hat die Aktie 14 Prozent an Wert eingebüßt. Heute ist sie mit einem Minus von 4,5 Prozent und einem Kurs von 12,70 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 22.9.2025, 8:29 Uhr) – die Firmenübernahmen kommen an der Börse offenbar nicht gut an.

Planethic will Anleihe vorzeitig zurückkaufen

Planethic vollzieht mit der Umbenennung und dem Umbau zur Holding den nächsten Strategiewechsel. Bredack hatte Veganz 2011 als vegane Supermarktkette gegründet, dieses Geschäftsmodell gab das Unternehmen aber mangels Erfolg 2023 auf. Seitdem konzentrierte der Konzern sich auf die Lebensmittelherstellung.

Ob das Holding-Modell nun den erhofften Erfolg bringen wird, bleibt abzuwarten. Womöglich sind Ausgliederungen wie bei OrbiFarm letztlich nur der erste Schritt zu einem Verkauf. Bei den verschiedenen Töchtern bleiben zudem die bekannten Probleme. Große Lebensmittelkonzerne sind ebenfalls im Markt für tierfreie Lebensmittel tätig und können diese in derselben Qualität herstellen – allerdings in größerer Menge und zu besseren Margen. ECOreporter rät weiterhin vom Einstieg in die Planethic-Aktie ab.

Auch die Anleihe des Unternehmens ist aus Sicht der Redaktion nicht empfehlenswert, zumal Planethic sie vorzeitig zurückkaufen will und dann keine Zinszahlungen mehr erfolgen. Im Tradegate-Handel notiert die Anleihe derzeit bei 67,0 Prozent ihres Nennwertes (Stand 22.9.2025, 8:34 Uhr).

Planethic Group AG (Veganz) Aktie:  ISIN DE000A3E5ED2 / WKN A3E5ED

Planethic (Veganz) Anleihe 2020/2025: ISIN DE000A254NF5 / WKN A254NF

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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