Viele Cannabis-Unternehmen befinden sich noch in der Verlustzone. / Foto: Pixabay

12.12.19 Nachhaltige Aktien , Wachhund

Plus 155 % mit Cannabis-Aktien: Nachhaltiges Investment oder heiße Luft?

Immer wieder werden einzelne Cannabis-Aktien als "das nächste große Ding“ angepriesen. Manchmal wird sogar die gesamte Cannabis-Branche zum nachhaltigen Investment-Paradies erklärt. Wie viel Substanz steckt hinter dem Hype? ECOreporter hat die Kursentwicklung von 60 in Deutschland handelbaren Cannabis-Aktien analysiert.

Cannabis (oder auch Hanf, die Begriffe sind weitestgehend synonym) ist eine der ältesten und vielseitigsten Kulturpflanzen der Welt. Aus Cannabis lassen sich Speiseöle und ätherische Öle gewinnen, widerstandsfähige Textilien und Seile herstellen. Die Pflanze ist pflegeleicht, schädlingsresistent und benötigt viel weniger Wasser als beispielsweise Baumwolle.

Die Cannabis-Industrie boomt seit einigen Jahren allerdings vor allem wegen der psychoaktiven Wirkstoffe der Pflanze. In zahlreichen Ländern darf Cannabis zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Zur Anwendung kommen dabei in erster Linie getrocknete Blätter (Marihuana) und isolierte Wirkstoffe wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). In Deutschland dürfen seit 2017 neben zugelassenen Cannabis-Fertigarzneimitteln auch Cannabisblüten und -extrakte verkauft werden, wenn deren Anbau zu medizinischen Zwecken staatlich überwacht wird.

Immer mehr Firmen entwickeln Medikamente auf Cannabis-Basis. Eines dieser Unternehmen, GW Pharmaceuticals aus Großbritannien, analysiert ECOreporter regelmäßig in seinem Überblick über die nachhaltigen Gesundheitsaktien.

In Kanada und zehn US-Bundesstaaten ist mittlerweile auch der Konsum von Cannabis als Rauschmittel legal. In Kalifornien arbeiten mehr als 80.000 Menschen in der Cannabis-Industrie. Der Bundesstaat Washington erzielt höhere Steuereinnahmen durch Cannabis als durch Alkohol. Konzerne wie Coca-Cola und Heineken planen die Herstellung von cannabishaltigen Getränken.

In den letzten Jahren sind die Umsätze der Cannabis-Branche stark gestiegen – doch das muss nicht so bleiben. Sollten die Drogengesetze in Nordamerika wieder verschärft werden, würde das die junge Industrie empfindlich treffen.

Die meisten Firmen machen bislang keinen Gewinn

Viele Cannabis-Unternehmen befinden sich noch in der Start-up-Phase und schreiben rote Zahlen. Vor allem im medizinischen Bereich, denn die Kosten für Forschung und Entwicklung sind hoch, und Cannabis-Medikamente erhalten in vielen wichtigen Märkten bislang keine Zulassung.

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