Windkraftanlage von reconcept in Pfaffengrün: Das Unternehmen bereitet neue Angebote für Anleger vor. / Foto: reconcept

21.01.19 Anleihen / AIF

reconcept: Beteiligungen liefen nicht plangemäß

Die reconcept-Gruppe aus Hamburg hat ihren Performancebericht 2017 veröffentlicht. Redaktionsschluss des Berichts war im Oktober 2018. Bei den festverzinslichen Anleihen und Genussrechten wurden gemäß Performancebericht Zins- und bereits anstehende Rückzahlungen vollständig an die Anleger geleistet.

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Dagegen gab es bei den Sachwert-Beteiligungen teilweise deutliche Abweichungen von den ursprünglichen Investitionsplänen und -prognosen. Beispielsweise hat sich die reconcept 06 Windenergie Finnland GmbH & Co. KG umbenannt und letztlich nicht wie geplant in Finnland, sondern in einen Windpark in Deutschland investiert.

Bei der Kommanditbeteiligung RE06 Windenergie Finnland erfolgte im November 2017 die Umbenennung in RE06 Windpark Jeggeleben. Gemäß dem Performancebericht 2017 hatten die Gesellschafter (Anleger) des RE06 im September 2017 beschlossen, den Investitionsfokus auf Deutschland oder ein anderes europäisches Land im Euro-Währungsraum zu erweitern. Ende 2017 wurde der Kauf von zwei Anlagen im Windpark Jeggeleben eingeleitet und die Investition Ende April 2018 abgeschlossen. Die Anleger hatten insgesamt rund 8,3 Millionen Euro Kommanditkapital am RE06 gezeichnet.

Militär gegen Windpark

Warum hat der RE06 jetzt in Deutschland investiert? Konnten in Finnland keine Projekte erworben werden, obwohl reconcept dort doch über eine Projektpipeline verfügt? Reconcepts Statement dazu: "Für die Beteiligung RE06 Windenergie Finnland konnte aus der reconcept-Pipeline der Windpark Kuusamo in Ostfinnland angebunden werden.“

Die Baugenehmigungen hätten bereits vorgelegen, und die Inbetriebnahme sei fest für den 1. Januar 2017 vorgesehen gewesen, so reconcept. Dann habe aber das finnische Militär Einspruch gegen das Projekt erhoben. "Ein solcher rückwirkender Einspruch war nicht vorhersehbar“, erklärt reconcept.

Darüber hinaus sei nach einem Regierungswechsel der finnische Einspeisetarif 2017 auf Eis gelegt und erst 2018 unter neuen Bedingungen wieder eingeführt worden. Vor diesem Hintergrund sei per Gesellschafterbeschluss die Entscheidung gefallen, den Investitionsfokus auf weitere Länder zu erweitern, um zeitnah zu investieren.

Weitere Optionen habe reconcept geprüft – auch finnische. "Die Entscheidung fiel jedoch auf zwei Windenergieanlagen im deutschen Windpark Jeggeleben“, so reconcept. Die Investitionsphase sei somit länger als prospektiert, und reconcept habe eigene Mittel in die Hand genommen, um den Liquiditätsstand und somit die für eine Investition verfügbaren Mittel bis zur Durchführung der Investition zu bewahren. reconcept habe zugesagt, die externen Aufwendungen bzw. Kosten des RE06 bis zur Inbetriebnahme eines Windenergieprojektes gegen Besserungsschein zu übernehmen.

Auch RE09 investiert in Windpark Jeggeleben

Nicht nur die Emittentin des RE06 hat in zwei Windenergieanlagen des Windparks Jeggeleben investiert, sondern auch die Emittentin des RE09 Windenergie Deutschland in die übrigen zwei Windenergieanlagen. Insgesamt besteht der Windpark Jeggeleben aus vier Anlagen des Typs Enercon E-92 mit einer Nennleistung von jeweils 2,35 Megawatt (MW).

Der Windpark ist seit 2015 am Netz und erhält eine EEG-Einspeisevergütung von 8,9 Cent/kWh. Das Angebot RE09 wurde im Mai 2018 mit einem platzierten Eigenkapital von insgesamt rund 8,0 Millionen Euro geschlossen.

Vorzeitige Auflösung geplant

Bei den Beteiligungen RE01 und RE02 ist laut Performancebericht für 2019 jeweils die Liquidation vorgesehen. Gemäß den Prospekten war allerdings eine Laufzeit bis 2036 (RE01) bzw. 2033 (RE02) geplant.

Beim RE01 Solarpark La Carrasca wurde Mitte 2017 auf Beschluss der Gesellschafter der Solarpark La Carrasca verkauft. Die Transaktionsvereinbarung mit dem Aufkäufer sieht eine Garantiephase bis Februar 2019 vor; erst danach kann laut Performancebericht die Schlusszahlung an die Anleger erfolgen. Beim RE02 Windenergie Deutschland haben die Gesellschafter Mitte November 2017 beschlossen, die beiden Windparks zu verkaufen.

Neue Angebote in Sichtweite

Aktuell platziert reconcept die Anleihe RE12 EnergieZins 2022. Sie hat einen Zins von 5 Prozent pro Jahr und läuft bis Ende 2022. Die Anleihe dient als Anschubfinanzierung von neuen Wind- und Solarenergieprojekten der reconcept-Gruppe. Das geplante Anleihekapital beträgt 5 Millionen Euro. reconcept geht davon aus, dass die Platzierung der Anleihe noch bis März oder April andauern wird.

Laut Performancebericht sind zwei weitere Emissionen in konkreter Vorbereitung. reconcept bestätigte auf Nachfrage, aktuell an der Prospektierung von zwei Emissionen zu arbeiten. Im März oder April 2019 soll eine Anleihe auf den Markt kommen. Bei dieser handelt es sich laut Performancebericht um eine Multi-Asset-Anleihe (RE14). Im Spätsommer soll laut reconcept ein Beteiligungsangebot folgen.

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