Pralinen von Lindt & Sprüngli: Der Schweizer Schokoladenproduzent zählt zu den nachhaltigsten Herstellern seiner Branche. / Foto: Pixabay

31.05.17

Schoko-Serie Teil III: So nachhaltig sind Hershey's und Lindt & Sprüngli

Sollten Investoren Schokolade im Depot haben? ECOreporter.de stellt im dritten und letzten Teil der Schokoladen-Serie zwei weitere Schoko-Aktien von Herstellern vor.

Lindt & Sprüngli und Hershey's sind zwar nicht die größten Schokoladenhersteller der Welt: Vor ihnen liegen beispielsweise noch die US-Konzerne Mars und Mondelez International, sowie Süßwarenhersteller Ferrero aus Italien. Der Marktführer Mars mit Marken wie Bounty und sein Verfolger Mondolez, bekannt durch Milka-Schokolade sind aber keine reinen Schokoladenproduzenten. Das gilt auch für die Großkonzerne Meiji aus Japan und Nestlé (u. a. Kitkat, Smarties), deswegen haben wir diese Lebensmittelunternehmen nicht mit in die Auswahl genommen. Mars ist zudem nicht börsennotiert, sondern vollständig im Privatbesitz, ebenso Ferrero.

Lindt & Sprüngli – eine nachhaltige Schweizer Schoko-Aktie?

Vermutlich kennt jeder den "Goldhasen" oder die Schoki-Weihnachtsmänner in goldener Verpackung: Lindt & Sprüngli ist hinter Mondelez, Mars, Nestlé, Ferrero und Hershey's der sechstgrößte Schokoladeproduzent weltweit. Die Lindt-Aktie (ISIN CH0010570767) ist ein nachhaltiger ECOreporter-Aktienfavorit  und zum Beispiel in den nachhaltigen Prime Values Fonds vertreten. 2016 wurde die Dividende des Unternehmens das 13. Jahr in Folge angehoben.

Lindt & Sprüngli hat zu Beginn nur eine Aktie herausgegeben, mit der ISIN CH0010570759. Im Laufe der Zeit wurde diese Aktie immer teurer, so dass Lindt eine zweite Aktie – zu einem günstigeren Kurs – ausgegeben hat: CH0010570767. Bei Aktien sollten Anleger bedenken: Sie riskieren weniger, wenn sie ihr Portfolio breit aufstellen – also sollten Investoren möglichst nicht nur auf eine Aktie setzen.

Hershey's – Nachhaltigkeit durch Selbstverpflichtung

Die Hershey Company (bis April 2005 Hershey Foods Corporation, umgangssprachlich Hershey's) ist einer der weltgrößten Schokoladenhersteller und einer der ältesten Schoko-Produzenten in den USA. Firmensitz des im Aktienindex S&P 500 gelisteten Unternehmens ist in Hershey, Pennsylvania. Der Hershey-Trust – eine karitative Stiftung – kontrolliert laut Nachrichtenagentur Reuters etwa 80 Prozent der Stimmrechte.

Ebenso wie andere große Unternehmen der Schokoladenindustrie unterzeichnete Hershey's im September 2001 das sogenannte Harkin-Engel-Protokoll. Es beinhaltet freiwillige Maßnahmen, die bis 2005 die schlimmsten Formen von Kinderarbeit in der Kakaoindustrie beenden sollten. Ein Studie der Tulane-Universität aus New Orleans stellte 2011 allerdings fest, dass von den sechs im Harkin-Engel-Protokoll genannten Selbstverpflichtungen keine einzige vollständig umgesetzt wurde.

Hershey's kündigte vor kurzem an, im Rahmen seiner "Kakao-Nachhaltigkeitsstrategie des 21. Jahrhunderts" bis zum Jahr 2020 nur noch zertifizierten und nachhaltig angebauten Kakao für alle Produkte zu verwenden. Gemäß einer weiteren Selbstverpflichtung will der Schokoladenhersteller seine Treibhausgasemissionen bis 2025 um 50 Prozent gegenüber dem Ausstoß von 2009 reduzieren.

Das gesamte Palmöl für die Produktion soll aus nachhaltigem Anbau stammen, und auch die Herkunft des Palmöls soll bis 2020 komplett nachvollziehbar sein, teilte das Unternehmen mit. Hershey's ist Mitglied des Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, kurz RSPO), alle Produkte sind RSPO-zertifiziert.

In 2015 stammten 30 Prozent des in der Produkten verwendeten Kakaos aus nachhaltigem Anbau, der Kakao wurde laut Hershey's zertifiziert von Fairtrade, Rainforest Alliance and UTZ Certified.  In diesem Jahr sollen 50 Prozent des Kakaos aus nachhaltigem Anbau stammen. Allerdings kritisierte etwa der britische Guardian in einem Artikel über Hershey's, dass das Unternehmen nicht offenlege, wie gut (oder schlecht) es seine Lieferanten und damit die Kakaobauern bezahle.

Die Aktie in Kürze:

In den ersten neun Monaten 2016 machte Hershey's einen Umsatz von rund 5,5 Milliarden Dollar, zusammen mit den Ergebnissen des vierten Quartals dürfte der Konzern damit das Vorjahr übertreffen. Zuvor Hershey's hatte eine Umsatzsteigerung von 2 Prozent in diesem Jahr prognostiziert. 2015 lag der Umsatz mit rund 7,4 Milliarden Dollar knapp unter dem Vorjahr, der Nettogewinn betrug jedoch nur knapp 513 Millionen Dollar und war damit um fast 40 Prozent eingebrochen, von 846,9 Dollar im Jahr 2014. Auch der Gewinn pro Aktie sank um fast 39 Prozent, wie der Geschäftsbericht zeigt.

Die Aktie notiert an der New York Stock Exchange derzeit bei 101,1 Dollar und hat auf Jahressicht gut 16 Prozent zugelegt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Hershey's-Aktie beträgt aktuell 22,71, ein leichter Anstieg von 21,66 im Jahr 2015.

Ende August hat Hershey's Konkurrent Mondelez, einer der weltgrößten Süßwarenkonzerne, eine 23 Milliarden Dollar schwere Übernahme zurückgezogen. Bei einer Fusion wäre das neue Unternehmen zum Branchenführer aufgestiegen und hätte den US-Konzern Mars von Platz eins verdrängt. Experten bewerten das Scheitern jedoch als positiv für den Markt.

Fazit:

Eine wirklich durch und durch nachhaltige Schoko-Aktie oder Anleihe mit guter Rendite zu finden, ist für Anleger schwierig. Süßen Ertrag für das Depot verspricht vor allem die Lindt & Sprüngli Aktie: Hier überzeugen die Nachhaltigkeitsziele der Schweizer, allerdings werden die Produkte nicht von einer externen Stelle zertifiziert.

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