Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas. / Foto: BKC

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Shareholders for Change: Keine Einsicht bei Total, Neste Oil, Merck

Das institutionelle Investorennetzwerk Shareholders for Change (SfC), das von der Bank für Kirche und Caritas (BKC) mitgegründet wurde, hat seinen Engagement-Bericht 2020 veröffentlicht. 100 Unternehmen hat das Netzwerk in diesem Jahr zu mehr Nachhaltigkeit gedrängt – teilweise mit Erfolg.

Schwerpunkte der mit den Unternehmen diskutierten Themen bildeten 2020 unter anderem Fragen zum Klimaschutz, zur Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte sowie Steuergerechtigkeit. Die meisten Engagement-Anliegen (70 Prozent) seien von den Unternehmen noch nicht zur vollen Zufriedenheit der SfC umgesetzt worden und würden deshalb auch im nächsten Jahr weiterverfolgt, heißt es in dem Report. 18 Prozent der Engagement-Aktivitäten habe man erfolgreich abschließen können, beispielsweise mit den Windkraftunternehmen Vestas und Nordex zum Thema Lieferketten bei seltenen Metallen.

Bei den restlichen 12 Prozent der Anliegen ist laut SfC  keinerlei Dialogbereitschaft bei den kontaktierten Unternehmen vorhanden, weswegen jetzt eine Eskalation der Engagement-Aktivitäten vorgenommen werde. Diese könne, wie im Fall des französischen Telekommunikationsunternehmens Orange, in einen geplanten Auftritt bei der nächsten Hauptversammlung münden oder zum Wertpapierverkauf bei den einzelnen SfC-Mitgliedern führen.

Fossile Energien bleiben ein großes Problem

Als vorerst gescheitert bezeichnen die SfC auch ihre Engagement-Bemühungen bei unter anderem Neste Oil, Total, Repsol, Merck, Valero (alle zum Thema fossile Energien/Klimawandel) und Ericsson (Korruption).

„2020 war aufgrund der Corona-Pandemie ein besonders herausforderndes Jahr für Engagement-Aktivitäten“, sagt Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der BKC. „In den meisten EU-Ländern war es nicht möglich, physisch an den Hauptversammlungen der Unternehmen teilzunehmen, oder viel schwieriger, in einen persönlichen Austausch mit den Unternehmensverantwortlichen zu kommen. Dennoch sind wir erneut als treibende Kraft im nachhaltigen Finanzmarkt aufgetreten. So haben wir beispielsweise die erste Klima-Resolution in Frankreich bei der Hauptversammlung des Ölriesen Total eingereicht, die namibische Regierung aufgefordert, der UN-Biowaffenkonvention beizutreten, und eine Aktionärsresolution zu existenzsichernden Löhnen bei der Hauptversammlung des Modegiganten H&M eingebracht.“  

Die elf Mitglieder von Shareholders for Change sind:

- Bank für Kirche und Caritas eG (Deutschland)
- Ecofi Investissements, Groupe Crédit Coopératif (Frankreich)
- Etica Sgr, Bankgruppe Etica Etica (Italien)
- Fair-Finance Vorsorgekasse (Österreich)
- Fondazione Finanza Etica (Italien)
- Fundación Finanzas Éticas (Spanien)
- Meeschaert Vermögensverwaltung (Frankreich)
- ABS - Alternative Bank Schweiz (Schweiz)
- Ethos Stiftung (Schweiz)
- Forma Futura Invest (Schweiz)
- Friends Provident Stiftung (UK)

Den (englischsprachigen) Engagement-Report 2020 der SfC können Sie hier kostenlos herunterladen:

www.bkc-paderborn.de/content/dam/f4307-0/pdf/nachhaltigkeit/SfC-ENGAGEMENT-Report_2020.pdf

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