Wertpapiere handeln, ohne groß auf die Kosten zu schauen - das war bislang einer der Wettbewerbsvorteile von Smartphone-Brokern. / Foto: Pixabay

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Sind kostenlose ETF-Sparpläne bald Geschichte?

Bei Neobrokern lassen sich ETFs oder Aktien bequem über das Smartphone handeln, Sparpläne sind zudem oft kostenlos. Doch damit könnte es bald vorbei sein.

Die Europäische Union hat ein Verbot von „Payment for Order Flow“ (PFOF) beschlossen. Das sind Vergütungen, die Neobroker wie Trade Republic oder Scalable dafür erhalten, dass sie die Handelswünsche ihrer Kundinnen und Kunden nur auf bestimmte Wertpapierplattformen weiterleiten, etwa gettex oder Lang & Schwarz. Fallen diese Zahlungen der Plattformen weg, dürfte es für manchen Neobroker schwierig werden, weiterhin kostenlose Sparpläne auf ETFs oder Aktien anzubieten.

Die EU befürchtet bei PFOF Interessenkonflikte, weil die Neobroker die Kundenaufträge auch dann an ihre Partnerplattformen weiterreichen, wenn die Kurse anderswo besser sind. Scalable-Chef Erik Podzuweit erklärte dazu, Kundinnen und Kunden hätten bei Neobrokern keine finanziellen Nachteile. Etwaige negative Auswirkungen der Provisionen würden durch niedrigere Orderkosten und Depotgebühren ausgeglichen.

Finanzmarktexperten gehen davon aus, dass einige Neobroker im Zuge des PFOF-Verbots ihre Ordergebühren anheben werden. Derzeit nehmen sie für eine Auftragsausführung oft nur 1 Euro, herkömmliche Anbieter hingegen teils mehr als 5 Euro. In Deutschland gilt das PFOF-Verbot ab Sommer 2026, in anderen EU-Ländern schon früher.

Einen Übersicht über die Depotgebühren nachhaltiger Banken finden Sie hier.

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