Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der ersten gemeinsamen Ausschreibung von Windkraft an Land und Photovoltaik vorgelegt. Lobbyverbände erklären das Vorhaben für gescheitert. / Foto: K.-U-Haessler, Fotolia

  Erneuerbare Energie

Verbände: Ausschreibung für Wind und Solar "gescheitert"

Kaum sind Ergebnisse der gemeinsamen Ausschreibung für Wind- und Solarprojekte veröffentlicht, kommt die Reaktion. 

"Wir freuen uns für die vielen Solargewinner, betrachten das Experiment aber dennoch als gescheitert", sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbands BSW-Solar. "Die Auktionsergebnisse belegen das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis neuer Solarkraftwerke, nicht aber die Eignung gemeinsamer Ausschreibungen." 

Windkraft hatte im direkten Wettbewerb das Nachsehen

"Ein Gegeneinander der beiden wichtigsten Säulen unseres zukünftigen Energiesystems ist ineffizient und nicht zielführend", findet auch Hermann Albers, BWE-Präsident. "Stattdessen brauchen wir einen intelligenten Mix der beiden Technologien, da dieser Lastspitzen abfedert, zu einer Vergleichmäßigung der Netzauslastung beiträgt und die Systemdienlichkeit insgesamt erhöht."

Bei der Pilot-Ausschreibung haben ausschließlich Gebote für Solaranlagen Zuschläge erhalten. "Im Wettstreit setzt sich eben die Technologie durch, die zu den geringsten Kosten anbieten kann", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Bonner Behörde ist für die Durchführung der Ausschreibungen zuständig. 

Durchschnittlicher Zuschlagswert lag bei 4,67 ct/kWh

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 müssen sich Entwickler von Solar- und Windprojekten an Ausschreibungen beteiligen, wenn sie eine feste Einspeisevergütung für den Ökostrom haben wollen. Je niedriger das Gebot, desto wahrscheinlicher ist ein Zuschlag für ein festvergütetes Projekt. Davon ausgenommen bleiben nur Solaranlagen, deren Leistung unter 750 Kilowatt liegt. 

Diesmal wurden 32 Zuschläge für Gebote in einem Umfang von 210 Megawatt (MW) erteilt. Insgesamt waren laut Bundesnetzagentur 54 Gebote eingegangen, davon 18 für Windenergieanlagen an Land und 36 für Solaranlagen.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert betrug 4,67 Cent je Kilowattstunde Strom (ct/kWh). In der letzten reinen Solar-Ausschreibung lag der Wert bei 4,33 ct/kWh. Bei der parallel stattfindenden Auktion für Windkraft an Land wurde ein Durchschnittspreis von 4,73 Cent je Kilowattstunde erreicht. 

Der niedrigste Zuschlagswert betrug diesmal 3,96 ct/kWh - der höchste 5,76 ct/kWh. Von den erfolgreichen Geboten bezogen sich fünf in einem Umfang von 31 MW auf Acker- und Grünlandflächen in sogenannten benachteiligten Gebieten in Bayern - und drei mit einem Umfang von 17 MW in Baden-Württemberg.

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