Einige nachhaltige Aktien legten kräftig zu in 2017. Das höchste Kursplus betrug 125 Prozent. Aber es gab auch Verlierer. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Welche nachhaltigen Aktien sind 2017 super gelaufen?

Nachhaltige Aktien haben sich 2017 unterschiedlich entwickelt. Innerhalb einzelner Branchen gab es enorme Wertzuwächse und Verluste. Das Spektrum reichte von rund 125 Prozent Kursgewinn bis hin zu einem Minus von 15 Prozent im Jahresverlauf.

ECOreporter.de gibt einen Überblick über die Entwicklung ausgewählter nachhaltiger Aktien, die in unseren Jahresrückblicken auf Bioenergie-Aktien,Solar-Aktien und Wind-Aktien sowie bei den Dividendenkönigen und Mittelklasse-Aktien nicht zur Sprache gekommen sind.

Grüne Aktien aus dem Bereich "Mobilität"

Init innovations in traffic systems: Wachstum und solider Kurs

Die ehemalige init AG ist 2017 zur init innovation in traffic systems SE umfirmiert worden. Der IT-Dienstleister für den Nahverkehr aus Karlsruhe hat 2017 viel Positives vermeldet. Dazu zählte unter anderem ein Großauftrag aus Portland im US-Bundesstaat Oregon. Dort hat das Unternehmen ein Ticketingsystem im ÖPNV in Betrieb genommen. Auch aus Neuseeland kam im Frühjahr eine große Order. Im November konnte init einen Aktienrückkauf mit einem Volumen von rund 700.000 Euro abschließen.

Auf Sicht von neun Monaten verbesserte init die wesentlichen Kennzahlen. Der bereinigte Umsatz stieg gegenüber 2016 um fast 14 Prozent auf 76,1 Millionen Euro, das um Akquisitionen bereinigte EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) sogar um 4,0 Millionen auf 6,1 Millionen Euro.

Im Gesamtjahr 2017 soll der Umsatz gegenüber 2016 um 10 Prozent auf rund 120 Millionen Euro wachsen und das EBIT zwischen 5 und 7 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr hatte init aber noch 11,6 Millionen Euro EBIT verbucht. Den angekündigten Gewinnrückgang erklärt der Vorstand unter anderem mit höheren Kosten und steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Für 2018 stellt er aber wieder einen EBIT-Anstieg in Aussicht. Auch das Ziel von 120 bis 130 Millionen Euro beim Auftragseingang will init erreichen.

Auf Jahressicht legte der Kurs rund 27 Prozent zu - die init-Aktie kostet zum Jahresende 18,1 Euro. Ende Oktober hatte sie kurzzeitig die 20-Euro-Marke geknackt.


Licht, Schatten und viele Schlagzeilen bei Tesla

Elektroauto-Pionier Tesla sorgte 2017 immer wieder für Schlagzeilen - gute wie schlechte. Zuletzt gab das US-Unternehmen bekannt, dass es seine Auslieferungszahlen für das vierte Quartal 2017 für das Model 3 deutlich verfehlt hat. Auch die Produktion des Model 3 hängt weiter deutlich hinter dem Zeitplan her.

Enttäuschend war auch das Ergebnis im dritten Quartal: Von Juli bis September 2017 betrug das Minus des Unternehmens 620 Millionen Dollar, das sind umgerechnet 533 Millionen Euro. Der Verlust der Kalifornier war damit so hoch wie noch nie in einem Quartal.

Zu den Erfolgsmeldungen zählten die Präsentation eines Elektro-Lastwagens und eines neuen Sportwagens, der bis zu 250 Stundenkilometer erreichen kann. Im August ging eine neu platzierte Tesla-Anleihe weg wie warme Semmeln - trotz der bereits hohen Verschuldung. Firmengründer und Chef Elon Musk bestätigte zudem den Bau eines Werks in Shanghai. Dort soll in etwa drei Jahren die Produktion für den chinesischen Markt beginnen.

Wer die Tesla-Aktie von Anfang bis Ende 2017 hielt, hatte gut lachen und konnte ein Kursplus von fast 50 Prozent einstreichen. Ende 2017 wurde das Papier für 320,5 Dollar an der Nasdaq gehandelt, umgerechnet 267,2 Euro.


Drittes Quartal lief für Aumann nicht nach Plan

Während das erste Halbjahr für die Aumann AG erfolgreich verlief, gab es im dritten Quartal einen Einbruch. Kapazitätsengpässe waren der Grund, weshalb Aufträge nicht wie erwartet abgewickelt werden konnten.

Das Unternehmen aus Beelen im Münsterland steigerte auf Sicht von neun Monaten den Umsatz gegenüber 2016 um 24 Prozent, erlöste von Januar bis September 140,3 Millionen Euro. Das EBIT wuchs verglichen mit dem Vorjahr um 26,0 Prozent auf 15,1 Millionen, was aber nicht den Erwartungen entsprach. Aumann musste die Prognose korrigieren und rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem EBIT von 20 Millionen Euro.

Die Aktie ist seit dem 24. März an der Börse notiert. Damals wurden fast 6 Millionen Aumann-Aktien zum Angebotspreis von 42,0 Euro platziert. Zum Jahresende lag der Kurs bei 63,9 Euro - wer also beim Börsengang eingestiegen war mit 1.000 Euro, konnte einen Gewinn von 520 Euro erzielen.

Im Dezember hat Aumann für 80 Millionen Euro neue Aktien platziert. Mit dem eingeworbenen Geld will der Zulieferer für die Elektroauto-Industrie neben organischem Wachstum auch weitere Zukäufe finanzieren.



Ein Bus mit Brennstoffzellen-Antrieb von Ballard Power Systems. / Foto: Unternehmen

Entwicklung der Erneuerbare-Energien-Aktien

125 Prozent Kursgewinn für Ballard Power Systems

Die Aktie von Ballard Power Systems, einem kanadischen Entwickler von Brennstoffzellen, setzte am Jahresende 2017 zum Höhenflug an. Im Tradegate wurde sie mit 3,7 Euro gehandelt -  wer vor einem Jahr Aktien für 1.000 Euro gekauft hatte (damals zu einem Tradegate-Kurs von 1,6 Euro), machte mehr als den doppelten Kursgewinn.  

Zuvor hatte das Unternehmen unter anderem eine Kooperation mit dem deutschen Konzern Siemens bekanntgegeben. Gemeinsam wollen die Partner einen emissionslosen Antrieb für die neue Generation von Regional- und Pendlerzügen entwickeln, dem Siemens "Mireo".

Außerdem verbesserten die Kanadier ihre Zahlen: Ballard Power Systems verbuchte ein positives EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) in Höhe von 0,9 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2017. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch ein Minus von 1,5 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Der bereinigte Nettoverlust ist von minus 4,2 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2016 auf minus 1,0 Millionen US-Dollar (2017) deutlich gesunken.

Der Umsatz stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 54 Prozent auf 31,9 Millionen US-Dollar kräftig an. Treiber war hier der Unternehmensbereich Heavy Duty Motive, das sind Brennstoffzellen-Systeme im Bereich Schwerlasttransport. Darunter fallen bei Ballard Power Systems auch die Brennstoffzellen-Busse mit einem Umsatzanteil von rund 56 Prozent. Diese liefert das Unternehmen hauptsächlich nach China - und war damit in 2017 sehr erfolgreich.

Wenn es den Kanadiern gelingt, ihre Technologie noch günstiger zu machen, könnten sie auch von Chinas Elektroauto-Strategie profitieren. Die Regierung der Volksrepublik will künftig Verbrennungsmotoren verbieten.


Capital Stage: Zukäufe und starke Zahlen

Die Capital Stage AG zeigt sich nach den ersten neun Monaten des Jahres 2017 stark. Allerdings profitierte die Aktie des Hamburger Solar- und Windparkbetreibers auf Jahressicht nur minimal, mit einem Plus von etwa 1,3 Prozent. Sie unterlag kräftigen Kursschwankungen und kostete am Jahresende im Tradegate 6,4 Euro.

Der Vorstand zeigte sich sehr zuversichtlich, seine zuletzt im August angehobene Ergebnisprognose für das gesamte Geschäftsjahr zu erreichen. Demnach rechnet er für 2017 mit einem Umsatz von über 215 Millionen Euro (plus 51 Prozent) und einem Betriebsergebnis von mehr als 97 Millionen Euro (plus 56 Prozent).

Anfang November 2017 hatte Capital Stage eine strategische Partnerschaft mit dem britischen Projektentwickler Solarcentury verkündet. Damit haben sich die Hamburger den Zugang zu einer Projektpipeline mit einer Erzeugungsleistung von 1,1 Gigawatt (GW) gesichert.
Dies bedeute einen "deutlichen Wachstumsimpuls für die nächsten drei Jahre". Auch sonst bauten die Hamburger ihr Portfolio kräftig aus, kauften unter anderem Solaranlagen in den Niederlanden und Windräder in Dänemark und Niedersachsen.
Im September wurde eine Wandelanleihe mit einem Volumen von fast 100 Millionen Euro erfolgreich platziert. Auch die Übernahme der Chorus Clean Energy AG konnten die Hamburger abschließen.


Dong Energy heißt nun Ørsted - und setzt auf Erneuerbare

Der dänische Energiekonzern Dong Energy hat sich 2017 endgültig von seinem schmutzigen Öl- und Gasgeschäft getrennt und setzt künftig nur noch auf Erneuerbare Energien. Außerdem benannte sich das Unternehmen um in Ørsted - als Zeichen für den Neuanfang. Die Aktie verzeichnete auf Jahressicht einen Kursgewinn von 26 Prozent auf 45,5 Euro.

Eine große Investition war der Offshore-Windpark Hornsea Project Two vor der Ostküste Englands. Das Projekt wird laut in Ørsted einer Nennleistung von rund 1,4 GW der größte Windpark weltweit werden. Bis 2025 will der Konzern eine Offshore-Windkapazität von 12,0 bis 13,0 GW aufbauen.

Für das Gesamtjahr 2017 peilte Konzernchef Henrik Poulsen ein EBITDA zwischen 19 und 21 Milliarden Dänische Kronen (DKK) an, umgerechnet zwischen 2,5 und 2,8 Milliarden Euro. Poulsen hatte die Prognose mehrfach angehoben. Auf Sicht von neun Monaten steigerte Ørsted das EBITDA um 11 Prozent auf 9,5 Milliarden DKK, das sind 1,3 Milliarden Euro. Der Umsatz betrug 43,9 Milliarden DKK, etwa 5,9 Milliarden Euro - ein Plus von 4 Prozent.


SunEdison trennt sich von Betreibergesellschaften

SunEdison, ehemaliger Ökostromriese aus den USA, hat 2017 seine Betreibergesellschaften TerraForm Power und TerraForm Global veräußert. Käuferin ist die kanadische Investmentfirma Brookfield. SunEdison hatte 2016 Insolvenz anmelden müssen - mit den Verkäufen konnte sich das Unternehmen teilweise entschulden.

Außerdem erhielt SunEdison vom zuständigen Gericht das "Go" für seinen Sanierungsplan: Damit war der Weg aus dem Konkursverfahren frei. Die Mehrheit der Anleger hatte der Neuausrichtung des Konzerns ebenfalls zugestimmt.
Als Teil der Abmachung darf SunEdison neue Aktien ausgeben, um an frisches Betriebskapital zu gelangen und sich weiter zu entschulden. Aktuell ist die Aktie fast wertlos.

Wie sich SunEdison neu aufstellen will und welches Geschäftsmodell die Gesellschaft künftig fährt, ist noch offen. Vermögenswerte sind jedenfalls nicht mehr sehr viele vorhanden: Der ehemalige Großkonzern hat nach der Insolvenz Stück für Stück seine Wind- und Solarparks verkauft.


Ein Biosupermarkt in den USA - die Konkurrenz ist hoch. / Foto: Pixabay

Was tat sich bei den Biolebensmittel-Aktien?

Amazon schluckt Whole Foods Market

Das Biolebensmittel-Unternehmen Whole Foods Market aus Texas gehört seit 2017 dem Onlinehändler Amazon. Der Internetriese kaufte das texanische Unternehmen für rund 13,7 Milliarden Dollar. Amazon liefert seit 2007 auch Lebensmittel aus. Mit der Whole-Foods-Übernahme konnte der Konzern dieses Geschäft um eine wachstumsträchtige Sparte erweitern.

Whole Foods Market kämpfte zuvor trotz starker Nachfrage mit sinkenden Preisen für Bio-Lebensmittel - infolge der erhöhten Konkurrenz im US-Markt. Nach Bekanntgabe der Übernahmepläne von Amazon im Juni 2017 hatte die Whole-Foods-Aktie aber trotz der Krise kräftig zugelegt.


Auf und Ab beim Kurs von United Natural Foods

United Natural Foods (UNFI) steht für hochwertige Bioprodukte. Das US-Unternehmen sieht sich nach dem starken Gesamtgeschäftsjahr 2017 auf einem guten Weg. Unternehmenschef Steven Spinner sagte: "Für das Geschäftsjahr 2018 sind wir gut positioniert. Wir können unsere Effizienz steigern und mit neuen und bestehenden Kunden in diesem Jahr und darüber hinaus wachsen."

Im ersten Quartal 2018, das am 31. Oktober endete, stieg der Umsatz um knapp 8 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das EBITDA kletterte um 4 Prozent auf 77,4 Millionen Dollar (64,2 Millionen Euro. UNFI hob auch die Prognose für das Fiskaljahr, das am 28. Juni endet, an: Der Umsatz soll zwischen 9,8 und 10,0 Milliarden Dollar liegen, ein Anstieg von bis zu 8 Prozent gegenüber 2017. Der Gewinn je Aktie soll um bis zu 9,4 Prozent zulegen, auf 2,72 bis 2,80 Dollar.  

2016 hat der US-Konzern vier Akquisitionen erfolgreich abgeschlossen. Steven Spinner setzt darauf, dass sich die Übernahmen langfristig auszahlen und in den kommenden Jahren Ergebnisverbesserungen ermöglichen. So auch im neuen Geschäftsjahr 2018.

Ende Dezember kostete die UNFI-Aktie im Nasdaq-Handel knapp 49,3 Dollar – Aktionäre, die die Aktie ein Jahr gehalten haben, machten nur ein kleines Plus von 3 Prozent. Der Kurs ging im Sommer in den Keller und erholte sich zum Jahresende wieder.


Chaos bei Hain Celestial: Aktie schmeckte nicht allen

Um Biolebensmittel-Spezialist Hain Celestial kursierten im vergangenen Jahr viele Gerüchte und Meldungen. Kauft Lebensmittelriese Nestlé das US-Unternehmen? Wie geht der Machtkampf zwischen Aktionären und Unternehmensführung aus? Unter anderem benannte Hain Celestial auf Druck des Großaktionärs Engaged Capital sechs neue Mitglieder in den Vorstand. Der Hedgefonds drängte auf Veränderungen: Insbesondere steht der umstrittene Firmengründer Irwin D. Simon unter Beschuss.

Im Juli erhielt Hain Celestial zum wiederholten Male einen blauen Brief von der US-Börse Nasdaq. Die New Yorker hatten nicht rechtzeitig eine Hauptversammlung durchgeführt. Hintergrund des Versäumnisses waren lang anhaltende Bilanzierungsprobleme, die aber letztlich behoben wurden.

Allen Unsicherheiten zum Trotz legte Hain Celestial im ersten Quartal seines Fiskaljahres 2018 (es endete am 30. September 2017) schmackhafte Zahlen vor.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte Hain Celestial beim Absatz 4 Prozent zu und machte einen Umsatz von 708,3 Millionen US-Dollar. Dazu trug vor allem das Geschäft im Heimatmarkt USA bei. Die bereinigte Bruttomarge betrug 19,1 Prozent: Sie gibt an, wie viel in Prozent vom Umsatz ein Unternehmen nach Abzug der Herstellungskosten verdient. Hain Celestial erzielte von Juli bis September ein bereinigtes EBITDA von 59,5 Millionen Dollar, ein deutlicher Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2017 (45,6 Millionen).

Hain Celestial wächst vor allem durch Übernahmen. Im Dezember meldete das US-Unternehmen die Akquisition von Clarks, einem britischen Hersteller von natürlichen Süßungsmitteln. Für die Aktie ging es knapp 9 Prozent aufwärts, sie kostete an das Nasdaq rund 42,4 Dollar am Ende des Jahres 2017, umgerechnet 35,3 Euro.


Nicht alle Immobilien-Aktien profitierten von der Marktsituation. / Foto: Pixabay

Bereich "Nachhaltiges Bauen": So entwickelten sich die Aktien

Wachstum bei Helma Eigenheimbau mäßig, Aktie auch

Die Helma Eigenheimbau AG ist auf nachhaltige Immobilien und Energiekonzepte spezialisiert und war damit in der ersten Jahreshälfte 2017 recht erfolgreich. So erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 7 Prozent: von 103,0 Millionen auf 110,1 Millionen Euro. Der Massivhaus-Anbieter steigerte auch das bereinigte EBIT um 0,2 Millionen auf 6,6 Millionen Euro.  

Aktionäre erlitten im Jahresverlauf jedoch Kursverluste von 15 Prozent - die Papiere kosteten zum Jahresende noch 44,1 Euro im Xetra-Handel. Die Aktie der Helma Eigenheimbau AG war im Februar 2017 in den Kurskeller gestürzt, weil der Vorstand die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2017 gekürzt hatte. Er bestätigte die Erwartung im August und sieht einen Anstieg des Umsatzes auf rund 290 bis 300 Millionen Euro. Das wäre gegenüber 2016 (263,8 Millionen) voraussichtlich noch ein Plus von höchstens 13 Prozent. Wie das Unternehmen erläuterte, kann es geplante Immobilien-Projekte nicht so schnell umsetzen wie bisher angenommen.

In den Jahren bis 2019 geht Helma unverändert von einer mäßigen EBIT-Marge in einer Bandbreite von 7,0 bis 10,0 Prozent aus. In 2017 soll sie sich "voraussichtlich im unteren Drittel der Bandbreite bewegen", hieß es. Die EBIT-Marge bezeichnet den Anteil des EBIT am Umsatz eines Unternehmens. Sie wird in Prozent ausgedrückt. Je höher die Prozentzahl, desto profitabler ist das Unternehmen. Mit Blick auf die bestehende Projektpipeline bekräftige das Management auch die Umsatz-Erwartung für die Geschäftsjahre 2018 (325 bis 340 Millionen) und 2019 (370 bis 400 Millionen).

Zahlreiche Order sollten im zweiten Halbjahr 2017 eingehen, hieß es im Sommer. Beim Auftragsbestand meldete Helma damals sogar einen Rekord. Neue vorläufige Vertriebszahlen gibt es aber erst Mitte Januar 2018, die Zahlen für das Gesamtjahr folgen im März.


Kooperation, Kosten sparen: Die Sto-Aktie profitierte

Sto ist ein Öko-Baustoffspezialist aus Stühlingen in Baden-Württemberg. Das Unternehmen erhöhte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2017 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 981,8 Millionen Euro. Im dritten Quartal schwächte sich die Entwicklung deutlich ab.

Für das Gesamtjahr 2017 rechnet die Unternehmensführung mit einem Umsatzplus von 3 Prozent auf rund 1,27 Milliarden Euro (2016: 1,23 Milliarden). Die EBIT-Prognose für 2017 liegt zwischen 80 und 90 Millionen Euro (Vorjahr: 70,3 Millionen Euro). Allerdings seien die Witterungsverhältnisse, die einen großen Einfluss auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung der Gesellschaft in den letzten Wochen des Jahres hätten, schwer abschätzbar.

Sto will die Rentabilität stärken und Kosten sparen - und baut deswegen deutschlandweit 53 Stellen ab, gab das Unternehmen im Juni bekannt.  Im Oktober meldete der Baustoff-Profi eine geplante Kooperation mit den Jonas Farbenwerken. In diesem Zusammenhang will sich die Sto-Gruppe mit 49,8 Prozent an dem Farben-Spezialisten beteiligen.

Sto baut seit 2002 einen zweiten Vertriebskanal für ausgewählte Produkte über den Fach- und Großhandel auf. Als Teil der langfristigen Strategie will Sto diesen Vertriebsweg schrittweise erweitern und sich zu einem der führenden Anbieter entwickeln. Die Anleger bewerteten das positiv, und die Sto-Aktie verteuerte sich seit Jahresbeginn um über 35 Prozent auf 125,9 Euro im Xetra-Handel.


Steico verdoppelt Produktionskapazität - sattes Kursplus

Steico SE produziert nachhaltige Holzdämmstoffe und Baustoffe hat damit erneut ein Wachstum erzielt. Mit 173,3 Millionen Euro lag der 9-Monats-Umsatz um 10,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum (157,1 Millionen Euro). Zudem steigerte das Unternehmen aus Feldkirchen bei München das Ergebnis von Januar bis Ende September. Das EBIT legte um 12,3 Prozent auf 16,4 Millionen Euro zu.

Im Zuge einer erfolgreichen Kapitalerhöhung ist dem Unternehmen im dritten Quartal ein Emissionserlös von rund 25 Millionen Euro zugeflossen, mit dem die Baustoffspezialistin künftiges Wachstum finanzieren will. Für das Gesamtjahr erwartet Steico beim Umsatz wie auch beim EBIT weiterhin ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Besonders positive Impulse werden aus den Inbetriebnahmen von zwei neuen Produktionsanlagen Furnierschichtholz in Polen erwartet. Damit verdoppelt sich die Produktionskapazität  Auch für 2018 geht die Unternehmensleitung von einem anhaltenden Umsatz- und Ergebniswachstum aus. "Hierzu dürfte insbesondere die positive Baukonjunktur in den meisten europäischen Ländern ebenso beitragen wie der ungebrochene Trend zum Holzbau", hieß es. Unsicherheiten gibt es in Großbritannien, einem wichtigen Absatzmarkt für Steico. Bisher konnte sich die Bauwirtschaft trotz der Brexit-Verhandlungen aber relativ stabil behaupten.

Anleger mussten seit dem Frühjahr einige Schwankungen der Steico-Aktie mitmachen. Auf Jahressicht gab es aber ein Kursplus von 60 Prozent.

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