Rodung für Plantagen: Wer Palmöl-Investments vermeidet, der trägt zum Schutz der Regenwälder bei. / Foto: SOB, Rettet den Regenwald e.V.

01.08.17 Gut erklärt - Palmöl

Wie bleibt Ihre Geldanlage palmölfrei?

Wer auf keinen Fall in die Palmöl-Industrie investieren will, muss bestimmte nachhaltige Fonds und Aktien meiden.

Zu den Aktien, um die man einen weiten Bogen machen sollte, zählen Unternehmen der Branchen Konsumgüter und Lebensmittel. Schließlich kommt fast die gesamte Industrie nicht ohne Palmöl aus.

Auch bei nachhaltigen Fonds müssen Anleger genau hinschauen. Ein Beispiel: Die RobecoSAM AG aus Zürich ist eine vielfach ausgezeichnete Spezialistin für nachhaltige Geldanlagen und Nachhaltigkeitsanalysen. Die Palmölproblematik ist den Analysten des Hauses bekannt. Dennoch führen sie die Aktien der Palmöl-Großabnehmer Unilever und Nestlé in ihren Nachhaltigkeitsindizes und lassen einzelne hauseigene Investmentfonds investieren.

Hauptkunden von Wilmar gelten als nachhaltig

Das ist möglich, weil Wilmar International, der größte Palmölkonzern, Mitglied des Round Table on Sustainable Palmoil (RSPO, = runder Tisch für nachhaltigen Plantagenanbau) ist und sich offiziell dazu verpflichtet, dessen Leitlinien einzuhalten. Dies ist ausreichend, um die Nachhaltigkeitsstandards der Züricher Investmentspezialisten zu erfüllen.

Großen Palmölabnehmern wie der Wilmar-Kundin Unilever oder Nestlé attestieren die Analysten von RobecoSam "herausragende Nachhaltigkeitsleistungen". Deshalb sind die Aktien beider Konzerne auch im Dow Jones Sustainability Index (DJSI) enthalten.

Unilever führt die Liste der in diesen Nachhaltigkeitsindex gelisteten Aktien aus dem Bereich Lebensmittel sogar seit vielen Jahren an. Für den DJSI bewerten Experten von RobecoSAM die Unternehmen nach dem Best-in-Class-Prinzip.

Industrie ist auf dem Weg, aber noch nicht angekommen

Die Palmöl-Branche ist zwar seit 2004 auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Dennoch hält die Kritik von Menschenrechtlern und Umweltschützern an Wilmar, Unilever und am gesamten RSPO an. 

Den Kritikern zufolge ist die Palmölindustrie trotz ihrer Zertifikate immer noch weder ökologisch noch sozial-ethisch nachhaltig. An Problemen wie dem hohen Korruptionsgrad in den Hauptproduktionsländern und den relativ weichen Nachhaltigkeitskriterien des RSPO wird zwar gearbeitet. Lösungen, die nachhaltig denkenden Anlegern ausreichen könnten, sind aber (noch) fern.

Gute Anlageberatung ist hier besonders wichtig

Auch bei "grünen" Fonds, die in Landwirtschaftskonzerne aus Schwellenländern investieren, besteht ein erhöhtes Risiko, dass das Fondsvermögen auch bei Palmöl-Firmen angelegt wird. Es ist teilweise schwer zu durchschauen, was die Unternehmen "dürfen", damit deren Aktien in Nachhaltigkeitsfonds aufgenommen werden. Ein fachkundiger, auf nachhaltige Geldanlagen spezialisierter Anlageberater kann Ihnen dabei helfend zur Seite stehen.

Es gibt zum Teil auch Direktinvestment-Angebote in Palmölplantagen. Solche Angebote wären für nachhaltig orientiert Anleger ebenfalls tabu.

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