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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
„Zombie-Windparks“ belasten die Windindustrie
Die fossilen Energiekonzerne BP und TotalEnergies hatten sich 2023 große Flächen für Windparks vor der deutschen Küste gesichert. Jetzt stehen die Projekte offenbar auf der Kippe, und Windanlagenbauer wie Siemens Energy und Vestas müssen sich darauf einstellen, dass deutlich weniger Windräder bei ihnen bestellt werden.
BP und TotalEnergies hatten insgesamt 12,6 Milliarden Euro für die Nutzungsrechte an vier Arealen in der deutschen Nord- und Ostsee bezahlt (ECOreporter berichtete hier). Mittlerweile sind die Baukosten für Offshore-Windparks allerdings so sehr gestiegen, dass sich die Projekte, die branchenintern als „Zombie-Windparks“ bezeichnet werden, deutlich weniger rechnen. BP teilte dazu gegenüber dem „Handelsblatt“ mit, man berate noch über das weitere Vorgehen. TotalEnergies versucht derweil bereits, die Lizenzen für die Flächen an den deutschen Staat zurückzugeben.
Reagiert die Politik?
Eine solche freiwillige Rückgabe ist aber nach dem Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) nicht möglich, und die Bundesnetzagentur darf den Zuschlag frühestens im Herbst 2027 widerrufen. Abhilfe könnte die laufende Überarbeitung des WindSeeG schaffen. Der vom Bundeskabinett Anfang September beschlossene Gesetzentwurf sieht bislang allerdings keine entsprechenden Änderungen vor.
„Zögern hat seinen Preis, und die Branche zahlt ihn jetzt. Die Fabriken warten auf Aufträge. Die Zulieferer halten sich mit Investitionen zurück“, schrieb Christian Bruch, der Chef des Windradbauers Siemens Energy, letzte Woche auf LinkedIn. „Europa hat die Solarproduktion verloren. Damit die Offshore-Windenergie nicht denselben Weg einschlägt, muss die Regierung nun die festgefahrenen Projekte wieder in Gang bringen und der Industrie die nötige Investitionssicherheit geben.“
Laut dem Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) betrifft die Problematik Windvorhaben mit insgesamt 16 Gigawatt Leistung und einem Gesamtwert von 50 Milliarden Euro.
Lesen Sie auch die zweiteilige ECOreporter-Übersicht zu Aktien aus der Windenergiebranche.