PNE will zukünftig sein Service-Geschäft deutlich ausbauen, um die volatile Ergebnisentwicklung zu stabilisieren. / Bild: Unternehmen

24.07.18 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie

Aktie der PNE AG: Kann der Kurs wieder zulegen? Teil 1

Welche Kurschancen bietet die Aktie des Windprojektierers PNE derzeit? Welche Geschäftsbereiche können langfristig zum Gewinn beitragen, und wie hoch ist das Risiko für Investoren?

Die PNE AG (ehemals PNE Wind AG) ist ein deutscher Windpark-Projektentwickler mit Sitz in Cuxhaven. Das Unternehmen verdient sein Geld mit der Projektentwicklung von Windparks an Land und auf See, sowohl national als auch international. 2020 beispielsweise soll ein großes Windpark-Portfolio fertiggestellt und verkauft werden. Zurzeit sind rund 360 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.

Mehr Projektierer als Stromverkäufer

Die PNE Gruppe, bestehend aus den Unternehmen PNE AG und WKN AG (Aktien der WKN AG sind nicht an der Börse notiert), hat seit ihrer Gründung Windpark-Projekte mit mehr als 2.600 Megawatt (MW) an Land realisiert. Das Unternehmen (Marktkapitalisierung: Fast 190 Millionen Euro, Stand 24.7.18) bezeichnet sich selbst als “Deutschlands erfolgreichster Offshore-Projektentwickler“. Acht verkaufte Projekte auf See mit einer Gesamtleistung von mehr als 2.850 MW hat PNE bisher realisiert, davon sind drei im Betrieb.

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PNE will die entwickelten Windparks verkaufen und nicht dauerhaft im eigenen Bestand halten. Dennoch kann es vorkommen, dass etwa während des mehrjährigen Aufbaus eines größeren Windparks-Portfolios die Windparks bis zum Verkauf im eigenen Bestand gehalten werden und Strom produzieren, den PNE verkauft.

Haupteinnahmequelle ist und bleibt Projektierung

Der aus dem Stromverkauf erzielte Erlös trägt im Vergleich zur Projektentwicklung nur in geringem Maße zum Ergebnis von PNE bei, liefert allerdings einen wertvollen Beitrag, um das schwankende Projektgeschäft etwas auszugleichen: Im vergangenen Geschäftsjahr 2017 erzielte PNE einen Umsatzanteil von über 7,55 Millionen Euro durch den Stromverkauf (2016: 25,52 Millionen Euro). Zum Vergleich: Die Einnahmen aus der Projektierung beliefen sich 2017 auf mehr als 106,53 Millionen Euro (2016: 223,05 Millionen Euro). Umgerechnet betrug der Umsatzanteil aus der Projektierung etwa 93 Prozent des Gesamtumsatzes von 114,08 Millionen Euro (2016: 248,58 Millionen Euro, fast 90 Prozent vom Gesamtumsatz). Die Erlöse aus dem Projektgeschäft sollen auch zukünftig die Haupteinnahmequelle von PNE bleiben, allerdings soll das Service-Geschäft deutlich ausgebaut werden, was zu einer deutlichen Stabilisierung der volatilen Ergebnisentwicklung führen soll. 

Gewinn rückläufig

PNE erzielte 2017 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 28,6 Millionen Euro (2016: 110 Millionen Euro). Für das laufende Geschäftsjahr 2018 plant die Konzernführung mit einem EBITDA zwischen 20 und 26 Millionen Euro.

Einen wesentlichen Beitrag zum Umsatz und Gewinn soll das noch im Aufbau befindliche Windpark-Portfolio 2020 liefern. Genaue Zahlen nennt PNE bisher nicht. Es soll bis 2020 vollständig fertiggestellt und verkauft werden.

Um zukünftig Gewinn und Umsatz wieder zu steigern und um die schwankende Ergebnisentwicklung zu stabilisieren, plant PNE sein Geschäft in mehreren Bereichen zu erweitern. Die Projektentwicklung soll jedoch das Kerngeschäft bleiben.

Erweiterung der Strategie

Auch insgesamt hat sich Markt für Erneuerbare Energie geändert . PNE hat das Marktumfeld analysiert und beschlossen, sein Geschäft breiter aufzustellen. Diese Erweiterung sieht die Transformation vom reinen Windparkentwickler hin zum „Clean Energy Solution Provider“ vor.

Das bedeutet: PNE will künftig Projekte und Lösungen zur Planung, Errichtung und zum Betrieb von Erneuerbare Energien Kraftwerken entwickeln und realisieren. Da die Energie-Märkte immer vernetzter werden und die Technologiekosten der verschiedenen Arten sich immer mehr annähern, will das Unternehmen in Zukunft auch Photovoltaik-Projekte entwickeln. Speichertechnologien bezieht das Unternehmen ebenfalls mit ein. Der Ansatz in diesem Bereich ist vor allem „Power-to-Gas“, also von Strom zu Methan oder Wasserstoff. In dieser Technologie sieht PNE großes Potential. Da das Wachstum der Erneuerbaren zukünftig – laut PNE- in den Schwellenländern stattfinden wird, will das Unternehmen auch sein internationales Geschäft weiter ausbauen und neue Märkte entwickeln – an Land und auch auf See.

Projektpipeline gut gefüllt

PNE betreut aktuell Projekte mit einer Gesamtleistung von 4.800 MW an Land. Davon liegen mehr als zwei Drittel im Ausland. Für das Windparkportfolio 2020 wird ein Teil der Projekte aus Frankreich kommen. Aber auch in anderen Märkten will PNE sein Geschäft fortführen. 2017 wurden Projekte in den USA, Frankreich und Schweden verkauft. Zurzeit befindet sich ein großes Projekt in den USA im Verkaufsprozess.

Aktie auf Niveau von 2014

Der PNE-Aktienkurs schwankt seit Jahren: Betrug der Kurs Mitte 2014 etwa 3 Euro, fiel er anschließend bis Februar 2016 auf 1,55 Euro je Aktie. Daraufhin stieg der Kurs; fast 3,20 Euro waren es Mitte Januar 2018. Aktuell (24.7., 11:00 Uhr) notiert die PNE-Aktie bei 2,48 Euro im Xetra-Handel. Neben dem Handelsplatz Xetra ist PNE noch in Frankfurt und Tradegate gelistet. Anteilsscheine sind in den Indizes CDAX Technology und dem ÖkoDAX gelistet.

Lesen Sie morgen in Teil 2, ob wir die PNE-Aktie zum Kauf empfehlen.

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