Die UniCredit Bank legt als erster Anbieter einen grünen Anleihen-ETF auf. / Bild: Pixabay

18.12.18 Fonds / ETF

Wie Anleger mit einem ETF grüne Industrieprojekte unterstützen können

Nachhaltige Geldanlage ist im ETF-Bereich immer noch sehr aktien- und somit risikolastig. Mit einem neuen grünen Anleihen-ETF kommen nun auch konservativere grüne Investoren auf ihre Kosten.

Wir blicken ins Jahr 2007: Es begann mit einer 600-Millionen-Euro-Anleihe.

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Die UniCredit Bank, bekannt unter ihrer Marke Hypovereinsbank, war als Konsortialführer maßgeblich beteiligt. Nach einer eher schleppenden Anlaufphase schoss der Markt von 1 Milliarde US-Dollar (umgerechnet fast 900 Millionen Euro) im Jahr 2007 auf 163 Milliarden US-Dollar (mehr als 143 Milliarden Euro) zehn Jahre später hoch. 2018 soll der Markt nach Einschätzung von Branchenexperten die Schallmauer von 165 Milliarden Dollar (145 Milliarden Euro) durchbrechen.

Politik übt Einfluss aus

Hierbei nimmt in großem Maße die Politik Einfluss. Denn die Europäische Union hat sich bis 2030 zu drei ehrgeizigen Klima- und Energiezielen verpflichtet. Erster Punkt: Minderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990. Außerdem soll der Anteil Erneuerbarer Energien an der gesamten Energieerzeugung auf mindestens 27 Prozent ansteigen. Als dritter Punkt soll die Gesamtenergieeinsparung bei 30 Prozent oder mehr liegen.

Was genau sind grüne Anleihen?

Der Erlös der grünen Anleihe-Emissionen wird ausschließlich zur Finanzierung oder Refinanzierung neuer oder bestehender förderfähiger grüner Projekte verwendet. Mancher Anleger mag einwenden, dass etliche Unternehmen zwar grüne Geschäftsbereiche haben, aber durchaus auch Segmente und Praktiken, die alles andere als grün sind. Bei den Green Bonds, den grünen Anleihen, geht es um projektorientierte Finanzierung. Das bedeutet, Anleger ermöglichen mit ihrer Einlage konkrete grüne Industrieprojekte. Sie laufen also nicht Gefahr, am Ende umweltschädliche Projekte zu unterstützen.

41 Prozent aller weltweiten Neuemissionen im Segment Green Bonds stammen aus Europa – so viele wie auf keinem anderen Kontinent. Selbst die investitionsfreudigen Nordamerikaner hinken mit 26 Prozent hinterher.

UniCredit mit neuem grünem Anleihen-ETF

Der von UniCredit neu aufgelegte ETF heißt MSCI European Green Bond ETF (WKN A2N8AW / ISIN LU1899270539). Es ist nach Angaben von UniCredit das einzige Produkt, das ein Investment in europäische Green Bonds im kosteneffizienten ETF-Format bietet. Dabei überwacht ein spezialisierter Indexpartner permanent die Green-Bond-Eignung der Anleihen. 24 Prozent des Portfolios weisen laut UniCredit die Bestnote “AAA“ aus. Die Durchschnittsbewertung liegt bei “A+“. 78 Prozent der Anleihen werden mit einer Note im A-Bereich bewertet. Auf Länderebene entfallen 32 Prozent auf Frankreich und 18 Prozent auf Deutschland. Dies sind die Schwergewichte im Index.

Der ETF liefert eine hohe Diversifikation bei gleichzeitigem Verzicht auf Währungsrisiken, da es sich ausschließlich um Euro-Anleihen handelt. Vor Kosten beträgt die erwartete Jahresrendite per Ende Oktober 0,89 Prozent. Der ETF ist physisch replizierend. Die laufenden Kosten gibt der Anbieter mit maximal 0,35 Prozent an.

MSCI European Green Bond ETF (WKN A2N8AW / ISIN LU1899270539)

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