ETF ist nicht gleich ETF - es gibt teils erhebliche Unterschiede in der Wertentwicklung. / Foto: Pixabay

16.11.18 Meldungen , Fonds / ETF

Worauf Sie beim Kauf von ETFs achten sollten

Auf den ersten Blick sind Aktien-Indexfonds eine unkomplizierte Geldanlage. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Auch wenn ETFs den gleichen Index abbilden, erzielen sie oft unterschiedliche Ergebnisse.

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Das Konzept ist einfach: Ein Aktien-ETF bildet einen Aktienindex ab – sein Wert sollte sich also parallel zu dem dieses Indexes entwickeln. Dabei dürfte es keine Rolle spielen, ob der Fondsanbieter den Index mit den darin enthaltenen Aktien "nachbaut“ (physisch replizierender ETF) oder teilweise über Tauschgeschäfte (Swaps) andere Aktien mit demselben Gesamtwert verwendet (synthetisch replizierender ETF).

Index aussuchen, TER beachten, fertig?

Bei der Auswahl von ETFs orientieren sich daher viele Anleger, nachdem sie sich für einen Index entschieden haben, nur noch an der Gesamtkostenquote des ETFs, der sogenannten Total Expense Ratio (TER).

Doch diese Betrachtungsweise greift zu kurz. Laut einer in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Studie der Quirin Privatbank aus Berlin sind in der TER nur etwa ein Drittel der Kriterien enthalten, die über die Wertentwicklung eines ETFs entscheiden. Nicht berücksichtigt würden beispielsweise Transaktionskosten, Kosten oder Erträge von Aktientauschgeschäften und die unterschiedliche Besteuerung von Dividendeneinnahmen je nach Sitz der Fondsgesellschaft.

Die Quirin Privatbank hat die Wertentwicklung nicht nachhaltiger ETFs verglichen, die den DAX 30 bzw. den EuroStoxx 50 abbilden. Das Ergebnis: Auf Sicht von zehn Jahren unterscheidet sich die Wertentwicklung von ETFs, die sich auf den gleichen Index beziehen, um bis zu 3,3 Prozent.

Ein Beispiel: Wer vor zehn Jahren 50.000 Euro in den DAX 30-ETF von Lyxor investiert hat, besitzt heute 100.629 Euro. Wer hingegen genauso viel Geld in den entsprechenden ETF von Deka Investment gesteckt hat, darf sich über 103.934 Euro freuen. Ein Unterschied von 3.305 Euro – obwohl beide ETFs die gleiche TER von 0,15 Prozent haben.

Auf die Wertentwicklung achten

Die Quirin Privatbank rät dazu, vor dem Kauf von ETFs deren langfristige Wertentwicklung zu vergleichen. ETFs, die bislang gut gelaufen sind, würden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.

Für Performance-Vergleiche von nachhaltigen ETFs ist es derzeit noch zu früh. Bislang existieren zu wenige in Deutschland handelbare Aktien-Indexfonds, die exakt den gleichen Index abbilden, in der gleichen Währung geführt werden und sich in der Dividendenbehandlung (ausschüttend bzw. thesaurierend) nicht unterscheiden. Und wenn doch mal zwei ETFs zueinander passen, ist mindestens einer von ihnen erst seit wenigen Monaten am Markt und eine sinnvolle Beurteilung seiner Wertentwicklung daher noch nicht möglich.

Aber der Markt für nachhaltige ETFs wächst rasant, und sobald vergleichbare Produkte vorliegen, sollten Sie bei der Auswahl grüner Indexfonds im Hinterkopf haben: Nicht nur die TER entscheidet über die Wertentwicklung.

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