Die beiden führenden Anbieter von ETFs sind BlackRock und Vanguard, die ihren Sitz in den USA haben. Sie haben aufgrund der Größe des verwalteten Vermögens eine erhebliche Stimmmacht auf Hauptversammlungen. / Foto: Pixabay

08.10.18 Fonds / ETF

Ohne schlechtes Gewissen in ETFs investieren - geht das?

Nachhaltige Anleger scheuen sich oft, ihr Geld in ETFs zu stecken. Die Begründung: ETF-Anbieter würden angeblich keine Aktionärsstimmrechte ausüben und keinen Dialog mit den Unternehmen aufnehmen. Stimmt das? Nicht ganz - wie eine Studie von Morningstar ermittelt hat.

Für viele Anleger sind mittlerweile Aktien-ETFs die bevorzugte Investmentlösung. Sie bilden die Wertentwicklung eines Börsenindex wie des Dax, des S&P 500 oder des MSCI World ab. Wer einen Index nachbaut, der benötigt weder Fondsmanager noch Analysten, die über die Aktienauswahl nachdenken. Aktiv gemanagte Aktienfonds dagegen brauchen genau das - bei nachhaltiger Ausrichtung zusätzlich ein Nachhaltigkeitsanalysten-Team.

Deshalb haben ETFs meist geringere Gebühren als aktiv gemanagte Fonds. ETFs bleiben in der Wertentwicklung langfristig nicht hinter aktiven Aktienfonds zurück. Das zeigen zumindest historische Finanzmarktdaten.

Aber aktiv gemanagte nachhaltige Fonds können Unternehmen nachhaltiger machen. Sie können auf den Hauptversammlungen ihre Stimmrechte ausüben. Sie können sich für den Ausstieg aus Kohle-Finanzierungen einsetzen, sie können soziale Rechte einfordern. Teilweise pflegt das Fondsmanagement auch den Dialog mit Unternehmen, setzt sich etwa für Verzicht auf Palmöl ein. Wie steht es hiermit bei ETFs? Was geschieht mit den Stimmrechten bei einem Aktien-ETF?

An wen fallen die Stimmrechte, wenn in einen Fonds investiert wird?

Grundsätzlich gilt:  Eine Aktie ist eine Beteiligung an einem Unternehmen. Und als Aktionär darf man am Unternehmen mitbestimmen - das ist im Aktienrecht so verankert.

Welchen Kurs ein Unternehmen einschlägt, also ob es andere Unternehmen schluckt, Dividenden ausschüttet oder Unternehmensteile abstößt, darüber entscheiden die Aktionäre - und zwar mit Hilfe ihrer Stimmrechte.

Wenn Anleger in einen aktiven Aktienfonds investieren, geben sie die Stimmrechte an die Fondsgesellschaft ab. Die Fondsanbieter weisen in ihren Prospekten darauf hin. Ob und wie diese Stimmrechte ausgeübt werden, entscheidet die Fondsgesellschaft.

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