BYD möchte mögliche EU-Zölle mit Werken vor Ort umgehen. / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien

Autobauer BYD plant drittes Europa-Werk angeblich in Spanien

Der chinesische Elektroautobauer BYD betrachtet Spanien offenbar als Top-Kandidaten für ein drittes Werk in Europa. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Bezug auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Chinesen hatten ihre Verkäufe in Europa zuletzt deutlich gesteigert.

Aktuell baut BYD bereits ein Werk in Ungarn, eine weitere Fabrik in der Türkei soll 2026 eröffnet werden. Auch dass der Konzern einen dritten Standort sucht, war bereits bekannt – Spanien wird Reuters zufolge aufgrund seiner relativ niedrigen Produktionskosten und einer guten Infrastruktur bei Erneuerbarer Energie bevorzugt.

Verkäufe in Europa deutlich gesteigert

Allerdings würden weiterhin auch andere Standorte geprüft, eine endgültige Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen. Anschließend müssen die chinesischen Regulierungsbehörden BYDs Pläne noch genehmigen. Deutschland ist Reuters zufolge als Standort wegen der hohen Arbeits- und Energiekosten nicht in der engeren Wahl. Sowohl das spanische Industrieministerium als auch BYD lehnten eine Stellungnahme ab, wie die Nachrichtenagentur erklärte.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick zu nachhaltigen Elektroauto-Aktien.

Eine aktuelle Einschätzung der BYD-Aktie finden Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Innerhalb der nächsten drei Jahre will BYD alle seine Elektroautos für den europäischen Markt vor Ort produzieren, um mögliche EU-Zölle zu umgehen. Zuletzt hat der Konzern auch seine hiesige Vertriebsstrategie umgekrempelt, um etwa die Zahl der Händler zu erhöhen. In den ersten acht Monaten 2025 stieg der Absatz von BYD in Europa eigenen Angaben zufolge um 280 Prozent. Die Chinesen überholten erstmals den US-Konkurrenten Tesla auch beim Absatz reiner Elektroautos.

Die BYD-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,2 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 11,73 Euro (Stand: 14.10.2025, 9:36 Uhr). Im Monatsvergleich büßte die Aktie 2,3 Prozent ein, auf Jahressicht stieg der Kurs um 3,3 Prozent.

Trotz der Absatzerfolge steht die BYD-Aktie seit Mai unter Druck. Weil der Konzern derzeit versucht, mit Dumpingpreisen seine führende Position im chinesischen Elektroautomarkt zu verteidigen, erzielt er deutlich weniger Gewinn. Langfristig ist die Aktie sehr gut gelaufen: Auf fünf Jahre betrachtet hat sie mehr als 140 Prozent zugelegt.

ECOreporter sieht bei BYD weiterhin Potenzial, allerdings auch einige Unwägbarkeiten. Der Konzern ist der größte Autobauer Chinas – Hersteller von Verbrennerfahrzeugen mitgezählt. Der chinesische Automarkt dürfte alledings bis auf Weiteres umkämpft und margenschwach bleiben. Und trotz der steigenden Absätze in Europa bleibt das Unternehmen abhängig vom Heimatmarkt. Ein Marktstart in den USA wird für den Konzern aus politischen Gründen absehbar nicht möglich sein.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit knapp 22 für 2025 vor diesem Hintergrund nicht niedrig. Nach Einschätzung von ECOreporter bleibt die BYD-Aktie ein riskantes Investment. Hinzu kommen wie bei allen chinesischen Aktien Nachhaltigkeitsbedenken.

BYD Company Limited: ISIN CNE100000296 / WKN A0M4W9

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

24.09.25
 >
02.09.25
 >
27.08.25
 >
11.06.25
 >
26.05.25
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x