Das Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt Aufschluss darüber, ob eine Aktie eher teuer oder günstig ist. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Kompakt erklärt: das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine der wichtigsten Kennzahlen zur Beurteilung von Aktien.

Es gibt das Verhältnis zwischen dem Wert aller Aktien beim aktuellen Kurs und dem voraussichtlichen Gewinn des Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr an. Anders ausgedrückt: Das KGV besagt, wie viele Jahre eine Aktiengesellschaft denselben Gewinn erzielen müsste, bis die addierten Gewinne dem derzeitigen Börsenwert des Unternehmens entsprächen.

Die Berechnung läuft so: Aktueller Kurs der Aktie mal alle Aktien – das ist die derzeitige Marktkapitalisierung des Unternehmens. Das Ganze geteilt durch den für das laufende Jahr erwarteten Nettogewinn (wie hoch der Gewinn ausfallen wird, schätzen Finanzmarktexperten).

Immer nur eine Momentaufnahme

Ein Beispiel: Ist ein Konzern an der Börse 4 Milliarden Euro wert und wird er im aktuellen Geschäftsjahr voraussichtlich einen Nettogewinn von 200 Millionen Euro erzielen, liegt sein erwartetes KGV bei 20. Wichtig: Das KGV ist immer nur eine Momentaufnahme. Verändert sich der Aktienkurs oder der erwartete Gewinn, verändert sich automatisch auch das KGV.

Grundsätzlich gilt: Je niedriger das KGV, desto günstiger ist die Aktie. Ein KGV von unter 15 sehen Analysten häufig als niedrig an, ab einem KGV von etwa 25 gelten Aktien als eher teuer. Allerdings sind dies nur ungefähre Richtwerte. Erwirtschaftet ein Unternehmen seit Jahren weniger Gewinn und hat weiterhin schlechte Aussichten, ist selbst ein KGV von 5 nicht attraktiv. Andererseits sind Firmen aus zukunftsträchtigen Branchen mit sehr guten Wachstumsperspektiven auch mit einem KGV von 30 oder 40 nicht zwangsläufig zu teuer.

Das KGV kann wertvolle Hinweise darauf geben, wie attraktiv eine Aktie ist. Die Kennzahl alleine reicht aber nie aus, um eine Aktie zu beurteilen – ECOreporter schaut bei seinen Analysen beispielsweise auch auf Gewinnentwicklung des Unternehmens, Innovationsfähigkeit, Branchenzugehörigkeit, Kapitalkosten und viele weitere Aspekte.

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