Tommy Piemonte von der Bank für Kirche und Caritas. / Foto: Unternehmen

08.11.19 Meldungen , Institutionelle / Anlageprofis , Finanzdienstleister

Bank für Kirche und Caritas, GLS Bank und Hannoversche Kassen nehmen Stellung zum BaFin-Merkblatt "Nachhaltigkeitsrisiken"

Die Bank für Kirche und Caritas (BKC), die GLS Bank und die Hannoverschen Kassen haben eine gemeinsame Stellungnahme zum "Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlicht. Die drei Finanzinstitute loben den Schritt der Aufsichtsbehörde, haben aber auch konkrete Forderungen.

In ihrem "Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ warnt die BaFin die Finanzbranche eindringlich davor, die Folgen des Klimawandels zu ignorieren - und gibt zugleich Tipps, wie Banken  Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken minimieren können. "Die BaFin holt damit das Thema Nachhaltiges Investment aus der grünen Nische heraus und stellt es mit dorthin, wo es hingehört: mitten hinein in das gesamte Finanzsystem“, sagt Silke Stremlau, Vorständin der Hannoverschen Kassen.

Die Unterzeichner der Stellungnahme fordern von der BaFin, neben den Nachhaltigkeitsrisiken auch die Chancen von einem Umbau zu mehr Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Die Analyse der Risiken sollte somit auch immer mit einer Überprüfung der Möglichkeiten für eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells von Banken einhergehen.

Ferner stellen die drei Finanzinstitute heraus, dass die Diskussionen verstärkt in Richtung einer Internalisierung externer Kosten und somit auch zu einem Budgetdenken in Bezug auf Ökosystemleistungen gehen müsse. Wirtschaftssysteme müssten innerhalb der planetarischen Leitplanken gedacht werden, die eine Regeneration der Ökosysteme erlauben und und so soziale Brüche und Konflikte vermeiden.

Nachholbedarf gäbe es auch bei der Verzahnung ökologischer und sozialer Risiken. Derzeit dominiere die Klimakrise die Nachhaltigkeitsdiskussion. Die Umweltzerstörung habe aber immer auch eine soziale Dimension. Dies müsse die BaFin stärker hervorheben. "Bei der Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken muss immer die Wechselwirkung zwischen Umwelt, Soziales und Governance berücksichtigt werden, um alle risikorelevanten Dimensionen zu identifizieren und abzuschätzen," erklärt Tommy Piemonte von der BKC.

Gleichzeitig geben die drei Finanzinstitute zu bedenken, dass die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken eine gravierende Veränderung des derzeitigen Geschäftsmodells von Banken erfordere. "Ein Balanceakt also, der intensiven Austausch und neue Formen der Zusammenarbeit benötigt, um die notwendige Kraft zu entwickeln,“ erklärt Dr. Laura Mervelskemper von der GLS Bank. Die Transformation sollte durch die Aufsichtsbehörde positiv begleitet und nicht erschwert oder verhindert werden. Interessierten Akteuren bieten die drei Institute Austausch, Know-How und Beratung für weitere Schritte an.

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