Tommy Piemonte (li.) vertrat im italienischen Parlament die Position der BKC zum Thema Rüstungsinvestition. / Foto: BKC

08.03.19 Meldungen , Finanzdienstleister

Bank für Kirche und Caritas kämpft gegen Rüstungsinvestitionen

Die Paderborner Bank für Kirche und Caritas (BKC) setzt sich gegen Rüstungsinvestitionen ein. Tommy Piemonte, Leiter der Abteilung für Nachhaltigkeitsanalysen der BKC, plädiert im italienischen Abgeordnetenhaus für weniger Investitionen in Waffen.

Tommy Piemonte, Chef der Abteilung für Nachhaltigskeitsanalysen der katholischen Bank, erläuterte auf einer Diskussionsveranstaltung im italienischen Abgeordnetenhaus zum Thema Produktion und Handel mit Waffen die Position der BKC. Er erklärte, dass Investoren mit ihren Anlageentscheidungen Verantwortung für den Einsatz von Waffen in Konfliktregionen tragen würden.

Durch den Kauf von Aktien und Anleihen von Rüstungsunternehmen würden sie immer auch die Produktion und den Export von Rüstungsgütern in Konfliktstaaten finanzieren. Dem könnten Investoren nur entgegenwirken, indem sie solche Investitionen bewusst einschränken oder sogar gänzlich aus ihrem Portfolio ausschließen.

Vertreter der Rüstungsindustrie und einige Politiker argumentierten auf der Veranstaltung, dass die Produkte der Rüstungsindustrie für europäische Verteidigungsinteressen notwendig seien. Laut Meinung der BKC und zahlreicher Nichtregierungsorganisationen ist dieses Argument allerdings nicht plausibel. Denn ein überwältigend hoher Umsatzanteil der europäischen Rüstungskonzerne werde nachweislich mit Waffenexporten in Nicht-EU-Staaten erzielt.

Die Bank für Kirche und Caritas verfolgt seit über eineinhalb Jahrzehnten eine ethisch-nachhaltige Anlagestrategie. Sie schließt Investitionen in Rüstungsunternehmen aus. Die Kirchenbank übt als Investor auch Einfluss auf Unternehmen zu konkreten Nachhaltigkeitsthemen aus, betreibt also sogenanntes Engagement.

Als Mitglied des europäischen Engagement-Netzwerks "Shareholders for Change" (SfC) hat sie den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall letztes Jahr auf seiner Hauptversammlung dafür kritisiert, dass er Bomben an Saudi-Arabien über das italienische Tochterunternehmen RWM Italia SpA exportiere. Die von Rheinmetall produzierten Bomben werden nach Recherchen der BKC von Saudi-Arabien im Jemenkrieg gegen die dortige Zivilbevölkerung eingesetzt.

Die Bank für Kirche und Caritas hat ihre eigene Engagement-Richtlinie veröffentlicht. In der Richtlinie wird der Engagement-Prozess der BKC detailliert beschrieben. Die Engagement-Richtlinie kann hier heruntergeladen werden.

Verwandte Artikel

12.12.18
Bank für Kirche und Caritas geht gegen Mangel an Steuertransparenz vor
 >
31.10.18
Bank für Kirche und Caritas referiert auf der Ethical Finance Conference
 >
04.07.18
Bank für Kirche und Caritas: Gegen Steuervermeidung und Klimawandel
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x