Tommy Piemonte leitet den Nachhaltigkeitsresearch der Bank für Kirche und Caritas. / Foto: Unternehmen

04.07.18 Meldungen , Finanzdienstleister

Bank für Kirche und Caritas: Gegen Steuervermeidung und Klimawandel

Die Bank für Kirche und Caritas hat gemeinsam mit den Mitgliedern der Shareholders for Change (SfC) den ersten Bericht ihrer Engagement-Aktivitäten vorgestellt. SfC ist ein im Dezember 2017 gegründetes Netzwerk institutioneller Investoren, das auf Hauptversammlungen von börsennotierten Unternehmen Einfluss durch die Aktionärsstimmrechte ausübt. Dem SfC gehört auch die Bank für Kirche und Caritas an.

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Gegen intransparente Lieferketten, zu hohe Vorstandsgehälter und Umweltrisiken

Der SfC-Bericht stellt die Ergebnisse des Engagements im Jahr 2018 vor. Tommy Piemonte, Leiter für Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas, erläutert: „Mit insgesamt 22 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen haben wir als SfC auf verschiedenen Hauptversammlungen Redebeiträge eingebracht, unsere Stimmrechte ausgeübt und sind aktiv mit Forderungen an die Unternehmen herangetreten.“

Thematisiert wurden Fragen der Lieferkette für Kobalt in der Automobilindustrie, Steuervermeidungspraktiken, überhöhte Vorstandsvergütungen oder bestehende Finanz- und Umweltrisiken aus der Beteiligung an der Kohleindustrie. Insgesamt seien 15 Engagement-Aktivitäten gestartet worden, hieß es von der Bank für Kirche und Caritas.

Nachhaltigkeitsexperte Piemonte resümiert: „Wir haben eine generelle Gesprächsbereitschaft bei Unternehmen wie Generali, Renault oder Inditex/Zara bei den angesprochenen Nachhaltigkeitsthemen erreichen können und bei der DZ Bank haben wir sogar dazu beigetragen, dass diese sich zukünftig aus der Projektfinanzierung von Kohlekraftwerken zurückzieht. Mehr Schwierigkeiten mussten wir dagegen bei Rheinmetall und Leonardo feststellen, beides Unternehmen mit einer großen Rüstungssparte.“

Bank für Kirche und Caritas investiert ethisch-nachhaltig

Die Bank für Kirche und Caritas investiert nach ethisch-nachhaltigen Gesichtspunkten. Bestandteil der Anlagestrategie der Bank für Kirche und Caritas ist neben der Berücksichtigung von Ausschluss-, Positiv- und Negativkriterien auch das sogenannte „Engagement“. Engagement - auf Deutsch: aktives Aktionärstum - ist eine aktive Einflussnahme auf Unternehmen, um die Unternehmen positiv zu verändern.

Ziel der Bank für Kirche und Caritas ist es laut Auskunft eines Sprechers, Unternehmen zu motivieren, nachhaltiger zu werden und sich aus strittigen Geschäftsfeldern zurückzuziehen. Darüber hinaus wird laut Auskunft der Bank für Kirche und Caritas bei Branchenverbänden oder Ratingagenturen Einfluss ausgeübt. Ziel auch hier: eine stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten.

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