Biomassekraftwerk Hallerndorf von Naturstrom. / Foto: Unternehmen

27.11.19 Erneuerbare Energie , Meldungen

Biomasse-Ausschreibung: Krisenstimmung trotz mehr als verdoppelter Zuschlagsmenge

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der November-Ausschreibung für Biomasseanlagen veröffentlicht. Es wurden 56 Gebote mit einem Volumen von 76,8 Megawatt (MW) eingereicht.

Das sind knapp dreimal mehr Gebote als in der vorherigen Ausschreibungsrunde im April 2019 (20 Gebote/27,3 MW). Aber das ausgeschriebene Volumen von 133 MW wurde wie in der Vorrunde nicht annähernd erreicht. Zudem befindet sich unter den 50 bezuschlagten Geboten nur eine einzige Neuanlage.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 9,35 und 16,56 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert liegt mit 12,47 ct/kWh auf dem Niveau der vorherigen Ausschreibungsrunde (12,34 ct/kWh).

Süddeutschland erhält die meisten Zuschläge

Von den 50 bezuschlagten Geboten entfielen 20 auf Biomasseanlagen in Bayern. Dahinter folgen Baden-Württemberg (8), Nordrhein-Westfalen (6), Sachsen (4), Brandenburg (3) und Niedersachsen (3). Je zwei Zuschläge erhielten Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Sachsen-Anhalt und Hessen können je ein erfolgreiches Gebot verzeichnen. Unter den 50 erfolgreichen Bietern sind 19 Einzelpersonen und 8 Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR).

Zu geringe Vergütung für Neuanlagen?

Nach Einschätzung von Janet Hochi, Geschäftsführerin des Verbandes Biogasrat+ e.V., zeigen die Ergebnisse der Biomasseausschreibung dringenden Handlungsbedarf. Der Verband fordert unter anderem die Anhebung des Gebotshöchstwertes für Neuanlagen auf den Gebotshöchstwert für Bestandsanlagen (16,56 ct/kWh). Für Neuanlagen gilt in der Ausschreibung derzeit mit 14,58 ct/kWh ein geringerer Gebotshöchstwert, obwohl nach Angaben des Verbandes Neuanlagen höhere Kapitalkosten aufweisen. Zudem fordert der Verband, bestehende Substratbeschränkungen für Biogasanlagen aufzuheben. Hochi erläutert: "Je nach regionalen Gegebenheiten sind die Bioenergie-Potenziale in Deutschland unterschiedlich groß und bislang unterschiedlich stark genutzt. Die Begrenzung von Einsatzstoffen (Substraten) schränkt den Handlungsspielraum der Branchenakteure pauschal ohne Würdigung der regionalen Gegebenheiten massiv ein und verhindert, dass zusätzliche Kostensenkungspotenziale gehoben werden können.“

Der nächste Ausschreibungstermin der Bundesnetzagentur für Biomasseanlagen ist am 1. April 2020.

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