Bloom Energy hat für seine Stromversorgung auf Wasserstoff-Basis bereits zahlreiche namhafte Kunden wie Intel oder die Google-Mutter Alphabet gewonnen. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Bloom Energy verliert in erster Handelswoche deutlich – was ist der Grund?

Nach einem guten Start ins Handelsjahr am Montag der vergangenen Woche ist die Aktie des US-Brennstoffzellenherstellers Bloom Energy auf Wochensicht fast 10 Prozent im Minus. Der Grund dürfte in der US-Politik zu finden sein – und in einem veränderten Blick auf die Aktie.

Zum Jahresausklang 2021 hatte es noch einmal gute Nachrichten für Bloom gegeben, da Analysten optimistische Einschätzungen für das Unternehmen abgaben. So erwartet etwa die US-Investmentbank KeyBanc Capital, dass Brennstoffzellen-Firmen wie Bloom in den USA von einem "schnell wachsenden Markt für ihre Dienstleistungen profitieren werden, da die Einführung von Brennstoffzellen in diesem Jahrzehnt beschleunigt wird". Ein Analyst der US-Investmentbank Raymond James bewertete Bloom als Top-Energieaktie für 2022 und verwies besonders auf ein hohes Potenzial in Europa.

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Seitdem hat sich die Lage aber schon wieder eingetrübt. Ein Grund dafür kommt aus der US-Politik: Der Build Back Better Act, das milliardenschwere Infrastrukturgesetz von US-Präsident Joe Biden, das mehr als 500 Milliarden Dollar für erneuerbare Energien einschließlich Wasserstoff vorsah, ist ins Stocken geraten, nachdem der demokratische Senator Joe Manchin aus dem Bundesstaat West Virgina im Dezember seine Zustimmung verweigerte.

Mittlerweile ist unklar, ob die Verabschiedung des Acts überhaupt gelingen kann – die Demokraten brauchen im Senat alle Stimmen, Manchin zeigt aber bislang keine Anstalten einzulenken. Gerade Profianleger, die in Aktien wie der von Bloom investiert sind, setzen jedoch große Hoffnungen in die Gesetzgebung, um die Wachstumschancen des Unternehmens zu erhöhen.

Hohe Ansprüche ans Geschäft

Zudem hat sich aber auch die Sicht auf Bloom verändert. Ziel des Unternehmens war es, 2021 den Break Even zu erreichen, also die Verlustzone zu verlassen. Und für 2022 hatte das Management bereits angedeutet, sich sogar einen Gewinn vorstellen zu können. Nach Ansicht von Experten wird sich Bloom künftig in erster Linie an diesen Ansprüchen messen lassen müssen und weniger an allgemeinen wirtschaftlichen Prognosen, die bei anderen Wasserstoffaktien weiter deutlichen Einfluss auf die Kurse haben.

Während die Bloom Energy-Aktie auf Wochensicht 9,5 Prozent im Minus notiert, hat sie im Tradegate-Handel aktuell 2 Prozent zum Freitag gewonnen und steht bei 17,29 Euro (Stand: 10.1.2022, 10:47 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 25,7 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 38,1 Prozent an Wert verloren. Beide Vergleiche beziehen sich allerdings auf Höchststände des vergangenen Jahres, auf drei Jahre gesehen ist die Aktie 56,3 Prozent im Plus.

Bloom Energy setzt Festoxid-Brennstoffzellen ein, um Erdgas und Wasserstoff in Elektrizität umzuwandeln. Diese kann etwa Gebäude mit Strom versorgen. Mehrere große Unternehmen wie die Google-Mutter Alphabet, der Chipkonzern Intel oder der Einzelhandelsriese Walmart setzen bereits Server von Bloom Energy für eine stationäre Energieversorgung ein.

Generell rät ECOreporter zur Vorsicht beim Thema Wasserstoff. Investitionen stellen ein deutliches Risiko dar und sind eher als eine Wette zu verstehen. Sollte es Bloom allerdings tatsächlich gelingen, ein profitables Geschäft auszuweisen, wäre das ein großer Schritt.

Mehr zu Bloom Energy und zur Wasserstoffbranche allgemein erfahren Sie im ECOreporter-Dossier Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Bloom Energy Corp. CL A: ISIN US0937121079 / WKN A2JQTG

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