Greenbonds sollen eine positive Umweltwirkung haben. Allerdings sind die Emittenten nicht verpflichtet, über die Wirkung des eingesammelten Geldes zu berichten. / Foto: mirpic, Fotolia

21.08.18 Anleihen / AIF

BNP Paribas fordert: Mehr Transparanz für Green Bonds

Der Markt für grüne Anleihen, sogenannte Green Bonds, wächst rasant. Anleger können allerdings nicht immer sehen, was mit dem Geld geschieht, das in eine grüne Anleihe gesteckt wird. Der Markt muss deutlich transparenter werden, fordern Experten von der Vermögensverwaltung BNP Paribas.

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Es fehlt an einheitlichen Standards für die Emittenten, damit Anleger erkennen können, wie grün eine Anleihe tatsächlich ist, kritisiert Felipe Gordillo. Gordillo ist Nachhaltigkeitsexperte der BNP Paribas. Er fordert: "Damit sich Anleger keine Papiere von Emittenten ins Portfolio legen, die lediglich ihre Bilanz grün färben wollen, müssen Green Bonds höheren Anforderungen an Transparenz genügen als herkömmliche Papiere."

Emittenten berichten ohne vorgegebene Standards

Momentan berichten Emittenten freiwillig ohne vorgegebene Standards, wie das über die Anleihe eingesammelte Geld verwendet wird. Auch wird oft im Dunkeln gelassen, welche positive Umweltwirkung die finanzierten Projekte haben.  

Die Climate Bond Initiative hat festgestellt: Bei 191 analysierten Green Bonds, die vor April 2016 ausgegeben wurden, hatten nur 38 Prozent der Emittenten bis Dezember 2017 einen Impact Report veröffentlicht. Nachhaltigkeitsanalyst Gordillo stellt fest: "Das ist zu wenig, wenn man bedenkt, dass sich Green Bonds nicht nur an der Rendite, sondern auch an ihrem Beitrag für die Umwelt messen lassen müssen."

EU plant einheitliche Standards, aber keine Wirkungsberichte für Green Bonds

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer einheitlichen Taxonomie und Standards für Green Bonds. Die EU-Pläne beinhalten aber keine ausreichende Vereinheitlichung, wie Emittenten den Nutzen einer grünen Anleihe für die Umwelt belegen müssen. Der BNP Paribas-Nachhaltigkeitsexperte Gordillo sieht dies kritisch. Bis dahin müssen neben den Gesetzgebern auch die Investoren die Initiative ergreifen, um die Emittenten zu einem besseren Impact Reporting zu bewegen.

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